Am Samstagmorgen war es so weit – es ging zur Safari.
Pünktlich um 05:00 Uhr sind wir zum wenige Kilometer entfernten Eingang des Pilanesberg-Nationalparks gefahren und haben dort unseren Safari-Guide getroffen. In aller Dunkelheit ging es los in den Park. Erst über noch irgendwie geteerte Straßen, dann über „andere“ Wege.
Man kann den Park auch mit eigenen Autos befahren. Ganz davon abgesehen, dass unsere Suzukis nicht unbedingt für die Anzahl an Passagieren ausgelegt sind, mit denen wir sie benutzen, wäre das wohl eine weniger gute Idee gewesen.
Der Nationalpark hat an sich eine recht runde Beschaffenheit mit 110 km Durchmesser, aber der Hauptteil spielt sich im Krater eines alten Vulkans mit 27 km Durchmesser ab. Entsprechend erhebt sich eine wunderschöne Landschaft mit Bergen, einem See und einer sehr diversen Natur. Der Sonnenaufgang im Park war malerisch, und es dauerte nicht lange, bis unser Adlerauge die ersten Giraffen entdeckt hat.
Weiter ging es vorbei an Impala-Herden, einigen Zebras und einer Nashornmama, die gemächlich mit ihrem „Kleinen“ über die Straße trottete.
Aber auf einmal kam Aufregung in den Park. Es war eine Löwenfamilie gesichtet worden – und während wir bis eben noch mehr oder minder allein waren, kamen plötzlich über 20 Autos zusammen, um die Löwen zu beobachten. Etwas kurios, aber zumindest strikt von den Wegen aus und immer vorsichtig den Tieren gegenüber.
Drei Löwinnen und ihre Kinder tauchten auf, ließen sich von den Menschen aber absolut nicht beeindrucken, sondern trotteten weiter ihres Weges. Ein sehr spannender Moment.
Nach einer Weile haben sich die verschiedenen Fahrzeuge wieder zerstreut (zum Glück), und wir waren wieder mehr oder minder allein.
Unterwegs wurde uns erklärt, welche Blätter wir benutzen sollen, wenn wir mal müssen, aber es ging dann zum einzigen Klo im Park. Auf dem zugehörigen Parkplatz wurde Kaffee mit Elefantenmilch und Amarula serviert. Als Frühstück gar nicht schlecht.
Weiter ging es zu den Flusspferden, zu weiteren Nashörnern und Zebras und vielem anderen. Eine wirklich überwältigende Erfahrung und für mich persönlich das Highlight der Reise.
Der restliche Tag bestand dann aus spätem Frühstück, Schläfchen, Massagen, dem Wasserrutschenpark des Hotels und der Poolbar.
Nun sitzen wir im Valley of Waves in Sun City.
Im Prinzip direkt neben dem Eingang des Nationalparks ist in den letzten 30 Jahren ein Luxusresort entstanden, das seinesgleichen sucht.
Es ist eine Ansammlung von Hotels, einem Golfplatz, allen möglichen „Spielplätzen für Erwachsene“ (von Wasserski bis Segway im Wald ist alles möglich) und beherbergt das abenteuerliche Valley of Waves. Eine Mischung aus Pools, Rutschen und Strand, direkt in einem riesigen tropischen Garten und gestaltet als versunkene Tempelanlage. Und einer Poolbar.
Unser Urlaub neigt sich dem Ende entgegen. In drei Stunden fahren wir zurück nach Johannesburg und nehmen unseren Flieger nach Hause.
Es war eine atemberaubende, beeindruckende und inspirierende Reise. Aber auch eine, die nachdenklich macht.
Nachdenklich zur Geschichte des Landes, nachdenklich zu unserer eigenen. Nachdenklich zur sozialen Spaltung vor Ort, zur Nutzung von Luxusangeboten, wenn zwei Kilometer weiter die nächste Wellblechsiedlung ist, aber auch nachdenklich zum eigenen Glück.
Ich bin dankbar für diese Erfahrung.
Es bleibt ein letztes Thema, über das wir reden müssen: die Sicherheit.
Südafrika hat eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt. Bei 33,7 Prozent Arbeitslosigkeit und extremen sozialen Unterschieden, aber auch einer chronisch unterbesetzten und unterfinanzierten Polizei eigentlich kein Wunder.
Häuser ohne Mauer und/oder Stachel- bzw. Elektrodraht sind nur selten zu finden. Ein Supermarkt ohne Sicherheitspersonal ist nicht vorstellbar, und (private) Kontrollen an allen Ecken sind Standard. Das ist ein trauriger Zustand, auch wenn vieles davon dem allgemeinen Sicherheitsgefühl dient.
Wir hatten für uns klar definierte Regeln:
- Keine Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit
- Soweto nicht ohne lokalen Guide
- Kein einfaches Bummeln auf den Straßen, sondern Fahrten von A nach B
- Verriegelte Autos
- Kein Schmuck, keine Uhren usw.
- Im Zweifel Rückfragen beim Personal unserer Unterkünfte
Wir haben uns, nach ein paar Tagen Ankommen und Gewöhnen, sehr sicher gefühlt und hatten nie eine unangenehme Begegnung, sondern nur die überwältigende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Südafrikaner.
Waren unsere Vorkehrungen übertrieben? Ich weiß es nicht, aber ich bin froh, dass wir uns daran gehalten haben.
Also: Wenn ihr hierher kommt, dann passt auf euch auf. Aber genießt in vollen Zügen, vor allem diese tollen Menschen!
Danke, dass ihr dabei wart. Wir lesen uns im Juni …


















































































