Der Pharao hat zugeschlagen…

Zur Mittagszeit steht die Sonne auf unserer Terrasse, und die knallt ganz schön. Anderswo merkt man das aufgrund eines steten Windes vom Meer nicht, aber auf der Terrasse macht es von 12 bis 15 Uhr wirklich keinen Spaß.

Auf Marias Vorschlag hin sitze ich also gerade im Schatten an der Poolbar, genieße den Blick übers Resort, ein leichtes Lüftchen und krame zusammen, was die letzten Tage so passiert ist. Viel ist es ja nicht, deswegen auch erst jetzt ein Bericht, aber immerhin.

Ich fühle mich weiter am richtigen Ort, und Puschel flitzt zwischen Spielplatz, Pool, Meer und Animationsbühne hin und her. Die Animation ist glücklicherweise sehr zurückhaltend, und so gibt es hier keine Dauerbeschallung und kein ständiges Angequatschtwerden. Auch Strandverkäufer gibt es keine, und so kann man ganz in Ruhe vor sich hin gammeln.

Als wir das gestern am Strand taten, saß etwas abseits auf einem Mast ein Fischadler und verspeiste sein Mittag. Schönes Tier! Wir hatten die Handys nicht dabei und daher keine Bilder. Während ich ihn ganz fasziniert anstaunte, ist Maria lieber einen Schritt weiter gegangen. Nicht, dass der Fisch noch vom Mast fällt.
Puschel hat ihn nur kurz registriert und hat uns am Strand weiter Kuchen gebacken. Außerdem bringt er uns aus Sand ständig scharfe und salzige Sauce – das Essen scheint ihn zu beeindrucken (auch wenn er sich inzwischen auf Nudeln mit Tomatensauce von Bassem an der Nudelstation eingeschossen hat, der jedes Mal versucht, ihn zu ein paar Experimenten zu überreden. Er lässt es sich meist nicht nehmen, Puschel den Teller persönlich zu überreichen, und beide freuen sich offensichtlich, sich regelmäßig zu sehen).

Neben dem Hauptrestaurant gibt es Snackhütten am Strand und noch das Strandrestaurant – hier gibt es ziemlich gute Sandwiches und Burger, im Hauptrestaurant eher einen leicht arabischen Einschlag mit vielfältiger Auswahl, die wirklich ständig wechselt.
Was es überall gibt: ziemlich gute Pommes :-).

Wir sind im Normalfall im Hauptrestaurant, und unser Kellner Mahmmoud stellt inzwischen unsere Getränke entsprechend unserer Sitzordnung automatisch hin. Für Maria gerade seinen Spezialtee …

Natürlich wird Trinkgeld überall gerne gesehen, aber – entgegen der Erfahrung im letzten Jahr – wird das hier nicht offensiv forciert. Sehr angenehm.
In den Gesprächen mit Mahmmoud haben wir zumindest einen kleinen Einblick in die Lebensrealität der Mitarbeiter bekommen können. Sie wohnen in großen Wohnanlagen auf der anderen Straßenseite, arbeiten 12 Stunden am Tag für 45 Tage und haben dann 10 Tage frei. Mahmmoud fährt dann zu seiner Frau und seinem zwei Monate alten Sohn, die sechs Stunden entfernt leben.

Ab Abteilungsleiterebene dürfen die Familien dazukommen, und es gibt größere Wohnungen.

Ob die Zimmer im Wohnheim einzeln oder mehrfach belegt sind, habe ich nicht gefragt, das wäre mir etwas zu persönlich gewesen.

Puschel mag aus irgendeinem Grund gerade nicht wirklich mit anderen Kindern spielen und erst recht nicht in den Kids Club gehen. Kaum vorstellbar, wenn man ein paar Monate zurückblickt, aber Kinder entwickeln sich eben in unterschiedlichen Phasen. Am Pool und am Spielplatz lernen wir dennoch sehr nette andere Familien kennen, und das Fazit ist (Gott sei Dank): irgendwie überall dasselbe :-).

Gestern ist der Kids Club ins Restaurant umgezogen und hat (leckere) Pizza gemacht. Da hat sich Puschel dann doch erwärmen können und auch ein paar vorsichtige Spielversuche mit anderen gemacht.
Am liebsten natürlich Tauben jagen mit anderen Jungs.
Abends ging es dann zur Bühne, zur Mini-Disco, allerdings der von einem Nachbarhotel, weil es bei uns recht spät anfängt. So groß war der Zeitunterschied aber nicht, sodass wir heute wohl wieder bei uns sein werden. So kann der kleine Rabauke die Kinder wiedersehen, denen er am Tag vielleicht einen Eimer geklaut hat.

Am Samstag haben wir einen Ausflug nach Port Ghalib gemacht. Das ist der nächstgelegene Ort, und wir wollten mal was anderes sehen. Leider ist Port Ghalib ein Ort, der einzig als Startpunkt für Bootsausflüge, ein paar Hotels und viele Restaurants gebaut wurde – ein kleines Disneyland also und vergleichbar mit der Marina in Hurghada. Nett, wenn einem das Essen im Hotel nicht passt und um sich mal die Beine zu vertreten, aber absolut unnötig.

Am unnötigsten war unsere eigene Unvorsicht. Es gab einen Laden, der damit warb, Starbucks-Kaffee zu haben – und das, was im Hotel wirklich nicht so pralle ist, ist der Kaffee.
Irgendwann kamen wir auf die Idee, dass es vielleicht nicht so clever war, außerhalb des Hotels einen eisgekühlten Kaffee zu bestellen. Hat uns aber nicht davon abgehalten, ihn auszutrinken.
Das erwartbare Ergebnis kam dann am Sonntagmittag: Maria fühlte sich nicht gut und hat sich vermutlich etwas eingefangen. Wir sind aber schnell in die Apotheke und haben das entsprechende Mittel geholt, und der Montag war nur etwas schlapp, aber schon wieder viel besser. Heute ist sie wieder fit und konnte mit Puschel im Pool planschen. Puh. Glück gehabt!

Gerade suche ich nach einer Quad-Tour für mich und einem Glasbodenboot für uns alle für die nächsten Tage.
Trinken werden wir dann nur aus Flaschen :-).

Same procedure as last year…


Nein, nicht ganz. Es ist zwar wieder Ägypten geworden, aber diesmal sind Maria und Puschel dabei, und wir sind außerdem nicht in Hurghada, sondern etwas weiter südlich in Marsa Alam.

Der geneigte Leser wundert sich vielleicht, war doch mein letzter Bericht aus Ägypten nicht unbedingt von Begeisterung geprägt.

Das stimmte für den Zeitpunkt des Berichts, aber rückblickend betrachtet war ich doch positiv überrascht und habe mich in Hurghada wohl – und vor allem sicher – gefühlt. Es ist eben niemand frei von Vorurteilen.

Für uns stand nun die übliche Frage an: Wohin im Winter?

Vor Puschel war eigentlich immer klar, dass wir ins Warme wollen. Die letzten Jahre haben wir uns mit dem kleinen Duracell-Häschen aber noch nicht gewagt, lange zu fliegen. Das war bis vor Kurzem auch immer noch so, und deswegen ist es nicht Asien geworden. Wir waren uns aber recht sicher: Einen Flug von maximal sechs Stunden und ohne Umsteigen bekommen wir hin. Aber eben ins Warme.

Zu dieser Jahreszeit bleiben da eigentlich bloß die Emirate und Ägypten – und aufgrund des Preises ist es eben Ägypten geworden.

Der Fokus lag von Anfang an auf Marsa Alam. Es liegt weiter südlich als Hurghada und ist daher noch einmal zwei bis drei Grad wärmer. Aber es fehlt dann auch die Stadt mit ihren Möglichkeiten und kleinen Ausflügen. Hier gibt es nun wirklich nur die Resorts und absolut nichts drum herum. In 20 Minuten ist noch Port Ghalib, aber das soll eigentlich auch nur eine Touristenmeile sein.
Ausflüge mit Jeep und Quad fallen mit Puschel noch aus, genauso wie eine Tagesreise nach Luxor / Assuan. Puschel macht noch Mittagsschlaf, und das geben wir nicht auf, so lange wir nicht müssen.

Das hier ist also absolut nichts mit Kultur (abgesehen von dem kurzen Kontakt mit Beschäftigten im Tourismussektor), aber für uns gerade genau das, was wir brauchen. Einfach mal baumeln lassen und für Puschel hoffentlich ein paar andere Kinder. Nicht so wie im Familotel am Rennsteig, in dem wir letztes Jahr die einzigen Gäste waren.

Nach längerer Recherche war klar, dass es ein Hotel der JAZ-Kette sein soll, und die Wahl ist aufgrund der Bucht mit Schwimmstrand, guter Infrastruktur, nah am Airport, expliziter Auslegung auf Familien, eines Wasserrutschenparks und einigem anderem auf das JAZ Lamaya gefallen.

Von Fürstenberg ging es 20 Minuten früher als geplant los, und die Straßen waren am 01.01. wie leer gefegt, sodass wir nach etwa 80 Minuten Fahrt bei WeParking in der Nähe des Flughafens ankamen. Günstig, gut organisiert, freundlich. Und der Shuttle fährt direkt ans Terminal (bei MacParking und Co. oft weiter entfernt, und ein Parkplatz direkt am Flughafen war bedeutend teurer). Nur dass wir anstatt der angekündigten fünf Minuten dann fast 30 warten mussten, bis der Transfer losging, war ärgerlich. Aber wir hatten genug Zeit.

Dank Check-in-Automat und selbstständigem Aufgeben des Gepäcks ging es am Flughafen superfix. Die Sicherheitskontrolle war offensichtlich noch in bester Festlaune, und auch sonst hat alles wunderbar funktioniert. So langsam wird auch der BER zum Flughafen. Der Polizist an der Passkontrolle hat viel mit Puschel gescherzt, aber eeeecht lange zwischen meinem Pass und seinem System hin- und hergeschaut. Ich durfte aber durch.

Die EasyJet-Maschine war nicht mal halb voll und ist ebenfalls etwa 20 Minuten zu früh gestartet. Wenn’s läuft, dann läuft’s. Die Crew war gut drauf, die Lüfte ruhig, und auf fast fünf Stunden Flug waren die Anschnallzeichen nur einmal für ein paar Minuten über Rhodos an.

In Marsa Alam das Übliche für Ägypten: Wir waren gefühlt die Einzigen, die ihr Visum (aka Einreisesteuer) online gebucht hatten, und so konnten wir an den vielen Schlangen vorbei, und unser Gepäck kam auch sehr fix. An der Einreisekontrolle wurde wieder kein einziger Blick auf Mensch und Pass geworfen, Hauptsache, das Visum ist da, am nächsten Checkpoint dann der entsprechende Stempel. Wenn man das weiß und alles entsprechend bereithält, ist man da in fünf Minuten durch.

Wie in Hurghada wurde alles Gepäck noch einmal durchleuchtet. Ist im Prinzip aber auch nur ein Band, das an einem Herrn vorbeiläuft, der Candy Crush oder so spielt.

Draußen wartete schon unser vorab gebuchter Fahrer von Steven Taxi. Super freundlich, tolles Auto und echt entspannt. Wir haben nämlich am Auto mitbekommen, dass wir einen Rucksack bei der Durchleuchtung vergessen hatten.
Peter also wieder zum Terminal – rein geht’s nur mit Pass, äh Stempel (der ist das Einzige, was zählt), also wieder zum Auto, Pass geholt und schnell Kontrolle. Da lag unser Rucksack dann auch. In irgendeiner Ecke, hat keinen interessiert – zum Glück.

In der Zwischenzeit hatte unser Fahrer angefangen, mit Puschel Ball zu spielen (den durfte er sogar behalten), und dann ging es in unter 15 Minuten zum Hotel.

Der Check-in war ähnlich wie im letzten Jahr. Setzen Sie sich da hin, trinken Sie was, geben Sie uns die Pässe, danach noch irgendwelche Blätter ausfüllen, dann noch bezahlen, und dann geht’s zum Zimmer. Dauerte länger als der Flughafen, aber so ist das nun mal.

Gebucht hatten wir ein Familienzimmer mit Meerblick. Muss man sich so vorstellen: Flur, Klo, kleiner separater Raum mit Bett für Kinder, Behelfstür, eigentliches Zimmer, Balkon oder Terrasse.

Ich hatte vorab um ein Zimmer mit Doppelbett (keine getrennten) und im Erdgeschoss gebeten. Daher gab es dann Poolblick und nicht Meer, aber den Kleinen einfach von der Terrasse loslaufen zu lassen, ist Gold wert. Außerdem ist der Spielplatz keine 20 Meter entfernt, und der Kids Club ist auch dort. Und der Steg in die Bucht ist auch gleich ums Eck. Wir sind happy.

Das Hauptrestaurant wird in den Bewertungen gerne als Bahnhofshalle beschrieben. Ist was dran, aber es ist nett gemacht, das Essen ist vielfältig und lecker, und sämtliches Personal ist unaufdringlich freundlich – und wie Maria feststellte: Sie wirken, als meinten sie es sehr ehrlich.

Die erste Nacht war super, und wir haben den Vormittag an Pool und Strand verbracht. Puschel war ganz außer Rand und Band wegen der Korallen und Fische, die er vom Steg aus schon gesehen hat. Als die Muschel, die ich im seichten Wasser beim Strand gefunden habe, aber plötzlich kleine Greifzangen hatte, war ihm das nicht so geheuer.

Der erste Eindruck also: Hier sind wir richtig.

Bloß weg hier…

Also das Hotel war wirklich ’ne Shitshow – anders kann man das nicht beschreiben.

Puschel mochte ja die Animation und den Trubel, und wir mochten die direkte Strandlage, aber da hört’s dann auch auf.

Das Essen, anfangs noch genießbar, wurde gradlinig schlimmer. Natürlich kann man immer auch woanders essen gehen, aber das war eigentlich nicht der Sinn.

Irgendwann war alles nur noch irgendwas zwischen zäh und matschig, einzelne Geschmäcker – absolute Fehlanzeige.

Die „Kaffeemaschinen“ wurden wässriger, die Saftautomaten hatten nicht viel mit Saft zu tun, und sauberes Geschirr gab es grundsätzlich nicht.

Ich hab kein Problem damit, wenn mal was nicht passt, aber die Bude war schlimmer als der Bahnhofskiosk von Wanne-Eickel.

Und – was am Anfang gar nicht so auffiel – alles war dreckig. Nicht sofort auf den ersten Blick, doch von Tag zu Tag mehr, vor allem nach dem Sturm. Viele Dinge, die da rausgepült wurden, blieben einfach tagelang liegen. Und an allen Ecken und Enden schimmelte es bei genauerem Hinsehen.

Ich könnte jetzt noch weiter machen, aber lassen wir es gut sein. Grupotel – nein danke. TUI Blue – nein danke.

Puschel war glücklicherweise nur am Mittwoch fiebrig und ab Donnerstag wieder recht fit. Wir haben es trotzdem ruhig angehen lassen und nur einen kleinen Ausflug mit der Bimmelbahn durch Alcúdia gemacht – fand er ganz großartig! Ich wiederum war froh, den bereits ausgearbeiteten Landweg für die Heimreise nicht zu brauchen (Expressfähre Alcúdia–Barcelona in 3,5 Stunden, TGV nach Paris in 7 Stunden, dort übernachten, ICE nach Berlin in 8 Stunden).

Am Abend waren wir im Tobagan essen – ’ne Mischung aus Eisdiele, Bar, Grill, Outdoor-Chill-Lounge, Spielplatz und Wasserrutsche. Ziemlich cool, ziemlich nett, ziemlich lecker.

Dann wurde es Zeit für die Heimreise, und da unser Flug erst recht spät gehen sollte, das Wetter traumhaft war und wir alle wieder mehr oder minder fit waren (ich hatte mir am Mittwoch noch übel den Magen verdorben und Maria hatte letzte Woche ’ne olle Zahn-OP), haben wir uns noch Tickets für eine Bootstour geholt.

Während wir auf dem Steg auf unser Boot warteten, kam ein Feuerlöschflugzeug im Tiefflug über die Bucht. Wooooaaah!

Die Bootsfahrt an der Küste entlang war dann einfach sehr entspannend, auch wenn wir beim Stopp nicht ins Wasser gesprungen sind.

Nach einem leckeren Mittag in einem Strandlokal in Alcúdia ging es dann zum Flughafen.

Mallorca, wir kommen wieder – Puschel will auch unbedingt. Nur an unserer Auswahl der Unterkunft müssen wir echt noch arbeiten.

In diesem Sinne – schön, dass ihr wieder dabei wart! Wir lesen uns wieder. Im Januar.

Lustiges vom Strand…

Wie versprochen 🙂

Die ersten Kleckerburgen sind gebaut und Puschel will nen Eimer. Hat er bei anderen gesehen und meint, damit bauen wir bessere Burgen.

Zum Glück hat er nicht so richtig mitbekommen, wie etwas weiter ein Vater von seinen Kids eingebuddelt wurde.

Ins Meer will der Kleine gar nicht so sehr. Für Wasser lieber der Pool. Aber Kleckerburgen, ja, die könnte er den ganzen Tag bauen.

Und ab und zu auf den Steg, um dort nach Fischis zu schauen.

Gestern haben wir einen Ausflug zum Safari Park gemacht. Man kann dort wählen, ob man im eigenen Auto oder in einer Bimmelbahn (mit Gittern) fahren möchte. Da die komische Hintertür vom Auto Puschel nicht wirklich was sehen lässt, haben wir uns für die Bimmelbahn entschieden. Die ist zwar unbequem, aber auch ganz witzig.

Vor allem, wenn plötzlich die Affen an den Gittern hängen und dich angrinsen.

Am Ende gibt es noch einen etwas traditionelleren Tierpark.

Die gesamte Anlage wurde Anfang des Jahres durch neue Betreiber übernommen und man sieht, dass an allen Ecken und Enden was passiert – ich bin gespannt, wie es in 3 Jahren aussieht. Wir kommen definitiv wieder.

Puschel hat dann wieder die Abendanimation mit seiner Urlaubsfreundin genossen. Die beiden haben sich an Tag eins an der Bühne kennengelernt und sind seitdem, wenn sie sich sehen, unzertrennlich.

Ihre Eltern hatten das Ganze sehr genau im Auge, sie kann nämlich „manchmal etwas übergriffig werden“. Wir haben herzlich gelacht – da haben sich ja zwei gefunden. Geht tatsächlich manchmal recht wild zu, aber beide scheinen damit ganz glücklich zu sein.

Heute Nacht ist ein ordentlicher Sturm übers Hotel gefegt. Das war auch was Spannendes, aber inzwischen herrscht wieder Sonnenschein und gute Laune.

Also im Hotel. Bei Puschel nicht so. Der hat heut Nacht Fieber bekommen und ist völlig platt.

Mal schauen, Freitag soll eigentlich der Flieger nach Hause gehen…

Mallorca ist für mich…

Ein Café auf dem Marktplatz in Llucmajor. Tapas in Palma. Planschen in einer Cala. Ziegenfleisch vom Grill. Iberico-Schinken, frisch am Markt geschnitten. Orangensaft aus der Presse im Supermarkt. Und noch einiges mehr.

Warum ich gerade darauf komme? Maria hat gestern am Strand gesagt: „Das ist nicht unser Mallorca“ – und sie hatte vollkommen recht. Gemeint war nicht der Strand, sondern der All-Inclusive-Cluburlaub. Der hat nichts mit der Insel zu tun und ist absolut austauschbar.

Das ist an sich nichts Schlechtes, heißt aber eben auch, dass es nicht wirklich unsere Art von Urlaub ist. Wir haben es hauptsächlich wegen Puschel so gebucht – und er genießt es total. Trotzdem würden wir in Zukunft manches anders machen. So zumindest der aktuelle Stand – wir sind ja erst am dritten Tag.

Das Alcudia Pins ist eine recht kompakte Anlage, die vermutlich im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut wurde. Irgendwie macht hier nichts so richtig Sinn. Ich vermute, die Verantwortlichen drehen alle paar Monate mal eine Runde durchs Gelände und sehen (oder wollen sehen), dass „alles läuft“.

Der Pool ist wirklich schön, der direkte Strandzugang ebenfalls, und die Zimmer sind sehr geräumig und sauber. Gleichzeitig sind sie aber auch unpraktisch eingerichtet und – typisch spanisch – so gebaut, dass alle paar Monate irgendetwas kaputtgeht.

Liegen am Pool gibt es genug, allerdings auf Kosten der Bewegungsfreiheit. Ein klassisches Henne-Ei-Problem: Gibt es zu wenige Liegen, meckern die Leute. Gibt es zu wenig Platz, meckern sie genauso.

Die Bars sind irgendwie an den falschen Stellen platziert und häufig unterbesetzt. Der Kaffee aus dem Automaten verdient seinen Namen nicht, und das Essen ist zwar grundsätzlich gut, wiederholt sich aber nicht nur alle paar Tage, sondern jedes einzelne Mal. Kartoffeln gibt es mal im Ganzen, mal geschnitten. Und die Fleischbällchen bekommen ab und zu eine andere Sauce – das war’s dann auch schon.

Kurzum: Die Anlage hat Potenzial. Puschel ist es egal, ob die Animation auf Englisch läuft – er findet sie klasse. Aber Essen und Getränke würde ich mir beim nächsten Mal eher sparen.

Was vielleicht negativ klingt, ist einfach nur eine Zusammenfassung dessen, was mir gerade auf den Wecker geht. Morgen (oder so) gibt’s dann wieder Lustiges und Schönes vom Strand :-).

Auf nach Liver… äh, Alcudia….

Ich hab ein Briten-Hotel gebucht. Fällt nicht wirklich auf, da es fast alles Familien mit Kindern sind, aber witzig ist es schon.

Aber der Reihe nach.

Im Sommer waren wir mit dem Wohnwagen unterwegs (nein, ich schreib nicht über jeden Ausflug hier) und es war klar, dass ich einen kleinen Gegenpol will. Maria wollte explizit Playa de Muro, ich wollte ganz bestimmte Eigenschaften am Hotel und so sind wir eben hier gelandet – im Alcudia Pins im Norden Mallorcas.

Warum Playa de Muro? Hm… also erstmal, weil es ein langer, sehr langer, schöner Strand ist. Vor allem aber, weil er sehr lange sehr flach bleibt und nach unserem Mallorca-Urlaub 2023 klar war, dass wir genau diesen Strand für Puschel haben wollen, wenn wir das nächste Mal kommen. Und hier sind wir :-).

Beim Hotel wollten wir direkte Strandlage und auch keine kleine Straße oder Ähnliches dazwischen. Eine Ausrichtung auf Familien – Puschel liebt andere Kinder –, All Inclusive und mindestens ein Wohn- und ein Schlafzimmer.

Die Kombination ist gar nicht soooo einfach zu finden, aber hier sind wir. Dass hier hauptsächlich Briten rumhängen, war irgendwie vorher nicht ersichtlich, ist uns aber eigentlich auch egal. Und bisher macht der Kleine die Kinderanimation auch auf Englisch ganz gut mit.

Gestern klingelte der olle Wecker um 5 Uhr und so langsam kamen wir alle in die Gänge. Das Kind muss den Braten gerochen haben und stand 5:40 Uhr vor uns (wir wollten ihn eigentlich erst 05:45 Uhr wecken). Also sind wir doch tatsächlich um 06:10 Uhr los – und damit 5 Minuten vor Plan. Na sowas…

Es gab auf dem Weg absolut keinen Stau, wir haben uns sogar getraut, mitten durch Berlin zu fahren. Angelangt am Flughafen, fix auf unseren Parkplatz und ab ins Terminal. Dort zum Schalter gehoppelt und es waren tatsächlich nur 2 Leute vor uns – ging also auch die Nummer mit dem Gepäck schnell.

Die Sicherheitskontrolle zeigte Wartezeiten von 10 bis 15 Minuten, aber wir wurden an zwei Stellen mit Kind schon beim Anstellen abgepasst und an den Wartenden vorbeigeschleust. Unaufgeregt, superfreundlich und auch total selbstverständlich. Was zum Teufel ist denn am BER passiert?

Unser Flieger ging 10:30, hatte keine Verspätung und auch dort konnten wir – Puschel sei Dank – recht früh reinhopsen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Flughafen noch nie so einfach war.

Der Kleine kam ans Fenster, Maria in die Mitte und ich an den Gang. Die beiden waren so schön miteinander beschäftigt, da vergingen die etwas über 2,5 Stunden „wie im Flug“.

Angekommen in Palma mussten wir ein Weilchen aufs Gepäck warten, aber auch nicht soooo lang. Witzig war: Wir waren hinten am Flieger ausgestiegen und zu einem wartenden Bus gegangen, während der vordere Ausstieg per Gangway direkt am Terminal erledigt wurde. Der Vorteil? Der Bus fuhr direkt zur Gepäckhalle. Das ist in Palma eine ziemlich Strecke zu laufen!

Als Nächstes brauchten wir unseren Mietwagen. Wieder wurden wir sofort aus der Schlange geholt und – dank Kind – an die Pole Position gesetzt. Es ging dort zwar auch an sich schnell, aber ich war wieder verblüfft.

So langsam waren wir aber auch alle müde. Zu merken unter anderem daran, dass ich erst dachte, das Auto hätte nur 2 Türen (die sehen aber auch komisch aus) und es außerdem dann nur mit Hilfe anbekam (erstes Mal Hybrid, ich weiß aber immer noch nicht, was ich falsch gemacht hab. Mal gucken, wie ich es wieder ankriege, wenn wir Ausflüge machen wollen…).

Erzählungen aus Alcudia folgen in den nächsten Tagen :-).

Kuschlig ist anders…

Zumindest was das Wetter angeht.

Aber eigentlich haben wir Glück. Es waren zwar die ganze Zeig nur maximal 8 Grad und direkt an der Küste tierischer Wind, aber dafür hatten wir zumeist strahlenden Sonnenschein. Und dem Kind wars eh egal.

Nach dem Frühstück sind wir einmal quer durch den Wald zum Strand gelatscht. So n Bollerwagen ist für den ganzen Krempel, den man so dabei hat, zwar ganz praktisch, aber für den Wald muss ich da irgendwie nen Motor ran kriegen. Vor allem wenn’s länger bergauf geht …

Aber, wie gesagt, strahlender Sonnenschein. Also Ostsee, Strand, Sonne, Kind glücklich, was will man mehr?

Nach einem kleinen Picknick sind wir dann wieder in Richtung Ückeritz gelaufen. Diesmal an der Straße, Puschel wollte sein Laufrad ausfahren.

Weiter ging es nach Koserow zum Heringsfest. Aufgrund des Windes wurde das vom Strand zum Kurplatz verlegt. Deutlich weniger Wind, aber noch immer genug und viel Schatten. Also Sau kalt! Brrr… Aber immerhin: Puschel hat die ersten Shantys gehört und sehr eifrig geklatscht. Essen war da nicht so meins… gab fast nur Hering.

Am Nachmittag hat es uns dann zu einem Eisbecher auf der Seebrücke in Heringsdorf und dann wieder zu einem Spieleausflug zu Karls verschlagen.

Allgemeines Highlight war dann das Schwimmbad im Hotel. Läuft so unter der Nummer klein, aber fein. Es ist wirklich in kleinem Rahmen an alles gedacht und die Sauna ist auch gleich dran.

Ein Kinderbecken gibts nicht, war für uns in dem Fall aber kein Drama.

Heute war der Plan dann schnell gefasst: Auf in den Dino Park! Eigentlich wollte ich mit dem Mini mit dem Zug fahren. Das er darauf keinen Bock hat, hat er aber eindrucksvoll ausgedrückt. Ein andermal.

Der Dinopark auf Usedom ist der teuerste, in dem ich bisher war (also Germendorf, Rügen und Usedom), aber es lohnt sich tatsächlich. Viele lustige Ideen für die Kleinen umgesetzt und so ne Mischung zwischen ganz niedlich und lehrreich. N Dino Skelett im Buddelkasten hab ich bisher jedenfalls nirgendwo gesehen.

Auf dem Rückweg wollten wir im Restaurant Portofino im Hafen von Wolgast essen. Die Bewertungen waren nicht so berauschend, aber es gab auf nen Sonntag außerhalb der Saison auch nicht viele Alternativen.

Joah… Tür stand offen, Musik dudelte, war nur keiner da. Außer noch dem Dreck vom Vorabend und nem Restaurant in nem Zustand, das echt keine Lust auf mehr macht. Wir haben noch mal gerufen, sind dann aber lieber gegangen.

Als wir grad raus waren, tauchte noch jemand auf und schaute uns unmotiviert nach. Ich glaub, es war für alle Beteiligten besser so.

Das wars für dieses Wochenende. Schön das ihr „mit“ wart. Das nächste Mal lesen wir uns im Juni.

Inselfieber…

Neulich kam Puschel aus der Kita heim und erzählte, dass sein bester Freund fürs Wochenende an die Ostsee fährt. Gar keine schlechte Idee!

Ein wenig Recherche und 2 Wochen später sind wir also gestern Nachmittag nach Usedom gedüst.

Puschelchen macht das mit dem Autofahren inzwischen so richtig gut (so lang Spotify die richtigen Hörbücher ausspuckt) und so waren wir in gefühlt nullkommaeinbisschen in Ückeritz und haben beim „Das Hudewald“ eingecheckt.

Im Prinzip ne Anlage mit DDR Bungalows, die in den 90ern noch n neues Funktionshaus mit Rezeption, Restaurant und Pool bekommen hat, sowie 4 Appartement Häusern. In denen sind wir untergekommen und haben eine 3 Zimmer Wohnung.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber die Wohnung ist recht geräumig und supersauber. Wir fühlen uns wohl!

Nachdem Puschel den Spielplatz auseinandergenommen ausgiebig getestet hatte, ging es auf nach Koserow zu Karls. Papa (großer Karlsfan) brauchte auch nen Spielplatz.

Ich glaub, den kleinen kriegen wir auch zu dem Karlsfan erzogen.

Verschiedene Rutsch- Spiel und Essgelegenheiten später sind wir dann noch rüber an den Strand und haben Muscheln gesucht. Dank 18 Grad und Sonnenschein eine wirklich ganz perfekte Abendbeschäftigung.

Einer der Gründe fürs Hudewald war, ihr ahnt es, der Preis.

Nun, es hat eben den Charme der mittleren 90er und irgendwer muss bei der Deko auch in Asien an der falschen Ampel gestanden haben, aber sonst war bisher alles klasse. Wie würde also das Frühstück sein?

Großartig! Von verschiedenen frischen Brötchen und wirklich gut aussehenden Broten über Früchte, Käse, Süßes und Warmes war vom Standard bis zu einigen Überraschungen alles dabei. Plus Spielzimmer für die Kinder.

Also ging es gut gestärkt in den Tag. Den der versprach 6 Grad und Wind, aber mehr dazu morgen.

Auf nach Erfurt…

Erfurt? Ja, Erfurt.. später :).

Der Tag war bis zum späten Mittag geprägt von viel Sonnenschein und der für mich wunderschönen Landschaft des Languedoc.

Über Lyon ging es die Rhone entlang, vorbei an Weinbergen und alten Burgen weiter in Richtung Montpellier.

Unterwegs wandelte sich die Landschaft stark hin zu Zypressen und irgendwann auch Oliven.

Hinweg über den Canal Du Midi und gar nicht so weit vorbei an Carcassonne. Dieser Tag hat definitiv Lust auf mehr gemacht! Und erst die Raststätte!

Die was???

Ja, die Raststätte. Eingebettet in Schatten, sauber und fast ein wenig malerisch, gab es Mittag, wie man es sich von Frankreich eigentlich fast vorstellt. Frisch, vielfältig, lecker – und für ne Raststätte fast schon günstig.

Ich krieg gar nicht mehr zusammen, was es alles gab, aber stellt euch einfach ein Marché in richtig gut und absolut bezahlbar vor.

Je weiter südlich wir kamen, desto wärmer wurde es und gegen 15:30 war es 80 km vor Barcelona, Zeit für den letzten Stop.

Auf einem kleinen Landgut gab es so schöne Dinge wie Schinken, Käse, etwas Salami, Aioli und ein wenig Kalbsstew. Leeeecker! Und das bei inzwischen 22 Grad und strahlendem Sonnenschein.

Aber alles hat ein Ende und so sitze ich nun am Gate am Flughafen Barcelona und darf gleich in den Flieger hüpfen.

Weil die Firma morgen im schönen Taubertal neue Displays vorstellt, auf die ich mich schon sehr freue, fahre ich vom Flughafen nicht nach Hause, sondern weiter nach Erfurt. Dann bin ich morgen schon näher am lieblichen Taubertal.

Schön, das ihr dabei wart. Lesen wir uns nächstes Wochenende wieder?

Französisches Bier…

Kann ganz interessant sein.

Ich bin mir recht sicher, dass ich gestern Abend zum ersten Mal ein französisches Bier getrunken habe … und es war echt lecker. Tim hat es mit einem milden IPA verglichen, aber das greift irgendwie zu kurz. Da war irgendwie „mehr“ drin und das tat ihm gut.

Komm mir jetzt keiner mit dem Reinheitsgebot, ich bin nicht in Deutschland ;).

Die Bahn ist übrigens auch mal wieder ne Klasse für sich, … während meine genutzte Verbindung perfekt funktioniert hat, war ja meine eigentlich gebuchte schon weit vorher von ner Änderung betroffen.

Unterwegs hat sich die App gemeldet (die wusste ja nicht, dass ich nicht die vorgeschlagene Alternative nehme) und gleich an 2 Stellen mitgeteilt, dass die Anschlüsse nicht funktionieren.

Es bleibt dabei: Bahn nur wenn du keinen Termin hast, zu dem du gerne da wärst.

Aber für mich hat ja alles funktioniert und so hat Tim mich in Kassel eingesammelt. Auf ging in Richtung Lyon.

Während die Straßen in Deutschland noch recht voll waren, so änderte sich das Bild in Frankreich radikal und wir waren da fast allein auf der Straße. Aber da gilt 130 km/h und so bleib es auch dort für Tim dabei: Mit Peter im Auto heißt eben auch nicht fliehen zu können und Wege finden, den Redefluss zu überstehen 😉

Lieblingsfeature des Tages? Parfumspender fürs Auto and der Raststätte – gleich bei Luft und Saugerstation!

Übernachtung und Abendessen gibt’s im Meet Hotel Bourge en Bresse. Muss n alter Etap Schuppen sein, der mit vielen Ideen und ein wenig Sperrholz renoviert wurde. Man fragt sich ein wenig, ob das wirklich zu Accor gehört, ist aber ganz spannend, zweckmäßig und gemütlich. Und die Pizza war echt lecker.

So wie eben auch das Bier :).

Jetzt geht’s auf nach Barcelona. Für Tim auf die Fähre nach Mallorca, für mich in den Flieger nach Berlin. Ich meld mich sicher heut Abend noch mal.