Zur Mittagszeit steht die Sonne auf unserer Terrasse, und die knallt ganz schön. Anderswo merkt man das aufgrund eines steten Windes vom Meer nicht, aber auf der Terrasse macht es von 12 bis 15 Uhr wirklich keinen Spaß.
Auf Marias Vorschlag hin sitze ich also gerade im Schatten an der Poolbar, genieße den Blick übers Resort, ein leichtes Lüftchen und krame zusammen, was die letzten Tage so passiert ist. Viel ist es ja nicht, deswegen auch erst jetzt ein Bericht, aber immerhin.
Ich fühle mich weiter am richtigen Ort, und Puschel flitzt zwischen Spielplatz, Pool, Meer und Animationsbühne hin und her. Die Animation ist glücklicherweise sehr zurückhaltend, und so gibt es hier keine Dauerbeschallung und kein ständiges Angequatschtwerden. Auch Strandverkäufer gibt es keine, und so kann man ganz in Ruhe vor sich hin gammeln.
Als wir das gestern am Strand taten, saß etwas abseits auf einem Mast ein Fischadler und verspeiste sein Mittag. Schönes Tier! Wir hatten die Handys nicht dabei und daher keine Bilder. Während ich ihn ganz fasziniert anstaunte, ist Maria lieber einen Schritt weiter gegangen. Nicht, dass der Fisch noch vom Mast fällt.
Puschel hat ihn nur kurz registriert und hat uns am Strand weiter Kuchen gebacken. Außerdem bringt er uns aus Sand ständig scharfe und salzige Sauce – das Essen scheint ihn zu beeindrucken (auch wenn er sich inzwischen auf Nudeln mit Tomatensauce von Bassem an der Nudelstation eingeschossen hat, der jedes Mal versucht, ihn zu ein paar Experimenten zu überreden. Er lässt es sich meist nicht nehmen, Puschel den Teller persönlich zu überreichen, und beide freuen sich offensichtlich, sich regelmäßig zu sehen).
Neben dem Hauptrestaurant gibt es Snackhütten am Strand und noch das Strandrestaurant – hier gibt es ziemlich gute Sandwiches und Burger, im Hauptrestaurant eher einen leicht arabischen Einschlag mit vielfältiger Auswahl, die wirklich ständig wechselt.
Was es überall gibt: ziemlich gute Pommes :-).
Wir sind im Normalfall im Hauptrestaurant, und unser Kellner Mahmmoud stellt inzwischen unsere Getränke entsprechend unserer Sitzordnung automatisch hin. Für Maria gerade seinen Spezialtee …
Natürlich wird Trinkgeld überall gerne gesehen, aber – entgegen der Erfahrung im letzten Jahr – wird das hier nicht offensiv forciert. Sehr angenehm.
In den Gesprächen mit Mahmmoud haben wir zumindest einen kleinen Einblick in die Lebensrealität der Mitarbeiter bekommen können. Sie wohnen in großen Wohnanlagen auf der anderen Straßenseite, arbeiten 12 Stunden am Tag für 45 Tage und haben dann 10 Tage frei. Mahmmoud fährt dann zu seiner Frau und seinem zwei Monate alten Sohn, die sechs Stunden entfernt leben.
Ab Abteilungsleiterebene dürfen die Familien dazukommen, und es gibt größere Wohnungen.
Ob die Zimmer im Wohnheim einzeln oder mehrfach belegt sind, habe ich nicht gefragt, das wäre mir etwas zu persönlich gewesen.
Puschel mag aus irgendeinem Grund gerade nicht wirklich mit anderen Kindern spielen und erst recht nicht in den Kids Club gehen. Kaum vorstellbar, wenn man ein paar Monate zurückblickt, aber Kinder entwickeln sich eben in unterschiedlichen Phasen. Am Pool und am Spielplatz lernen wir dennoch sehr nette andere Familien kennen, und das Fazit ist (Gott sei Dank): irgendwie überall dasselbe :-).
Gestern ist der Kids Club ins Restaurant umgezogen und hat (leckere) Pizza gemacht. Da hat sich Puschel dann doch erwärmen können und auch ein paar vorsichtige Spielversuche mit anderen gemacht.
Am liebsten natürlich Tauben jagen mit anderen Jungs.
Abends ging es dann zur Bühne, zur Mini-Disco, allerdings der von einem Nachbarhotel, weil es bei uns recht spät anfängt. So groß war der Zeitunterschied aber nicht, sodass wir heute wohl wieder bei uns sein werden. So kann der kleine Rabauke die Kinder wiedersehen, denen er am Tag vielleicht einen Eimer geklaut hat.
Am Samstag haben wir einen Ausflug nach Port Ghalib gemacht. Das ist der nächstgelegene Ort, und wir wollten mal was anderes sehen. Leider ist Port Ghalib ein Ort, der einzig als Startpunkt für Bootsausflüge, ein paar Hotels und viele Restaurants gebaut wurde – ein kleines Disneyland also und vergleichbar mit der Marina in Hurghada. Nett, wenn einem das Essen im Hotel nicht passt und um sich mal die Beine zu vertreten, aber absolut unnötig.
Am unnötigsten war unsere eigene Unvorsicht. Es gab einen Laden, der damit warb, Starbucks-Kaffee zu haben – und das, was im Hotel wirklich nicht so pralle ist, ist der Kaffee.
Irgendwann kamen wir auf die Idee, dass es vielleicht nicht so clever war, außerhalb des Hotels einen eisgekühlten Kaffee zu bestellen. Hat uns aber nicht davon abgehalten, ihn auszutrinken.
Das erwartbare Ergebnis kam dann am Sonntagmittag: Maria fühlte sich nicht gut und hat sich vermutlich etwas eingefangen. Wir sind aber schnell in die Apotheke und haben das entsprechende Mittel geholt, und der Montag war nur etwas schlapp, aber schon wieder viel besser. Heute ist sie wieder fit und konnte mit Puschel im Pool planschen. Puh. Glück gehabt!
Gerade suche ich nach einer Quad-Tour für mich und einem Glasbodenboot für uns alle für die nächsten Tage.
Trinken werden wir dann nur aus Flaschen :-).
















































