Essen in Deutschland…

Der letzte Morgen im

Hotel Miaflor war schön langsam und entspannt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück ist das Kind für eine Stunde in den Kids Club gehüpft und wir haben in aller Ruhe gepackt, um dann dem

schönen Tirol Lebewohl zu sagen und uns auf den Weg nach Nürnberg zu machen.

Das Navi hatte für uns die Route über Vorarlberg gewählt und so ging es Tunnel für Tunnel (13km können echt langweilig sein) über Bregenz zurück nach Deutschland.

Eine kleine Stärkung später waren wir im Novina Hotel Südwestpark angekommen.

Freundliches Personal, sauber, geräumige Zimmer, leckeres Abendessen und großes Frühstücksbüffet. Was will man mehr?

Naja… das Kind fragte nach Pool und Kids Club… Aber sonst..

Wir sind nicht mehr in die Altstadt gefahren, sondern nach Marias Recherche auf einem tollen Spielplatz in einer Neubausiedlung um die Ecke gelandet und ich denke, das war für alle die beste Variante.

Am Morgen dann die große Überraschung für das kleine Murmeltier: wir fahren gar nicht direkt nach Hause, sondern erstmal in den Playmobil Funpark! Juhu!

Der Park wird gern als riesengroßer Spielplatz beschrieben und das zu Recht.

Wir hatten noch einen Gutschein und konnten so ein wenig am Eintritt sparen. Puh 😉

Im Park selbst finden sich fast alle Lieblingswelten der Kinder – mit großem Fokus natürlich auf Rittern und Piraten.

Für mich gibt’s natürlich keinen Weltraum…

Und während es eine Ansammlung wunderschöner Welten ist, so ist es leider an vielen Stellen sehr unübersichtlich und streckenweise gar ein wenig gefährlich. Manche Attraktionen stammen scheinbar aus den 60ern – als man noch fünf Kinder hatte und eins weniger nun auch kein so großes Problem.

Abseits davon finden sich wunderschöne Ideen, immer mal wieder ein Geheimgang und verschiedene Möglichkeiten, auch mit ganz normalem Playmobil zu spielen.

Vor allem im großen HOB Center am Ende des Parks, wo Häuser, Burgen und Schlösser eine schöne Kulisse für Spieleecken mit ganz, ganz viel Playmobil sind. 

Und während die Minis sich da austoben, können die Eltern schon mal das Mittag bestellen.

In genau der miserablen Auswahl und Qualität, die man in einem deutschen Themenpark so erwartet ;).

Schön, dass ihr wieder dabei wart! Wir brechen gleich auf nach Hause.

Natürlich lesen wir uns wieder – im Januar.

Der (Haus)Berg ruft…

Der letzte volle Tag in Österreich versprach mal wieder strahlenden Sonnenschein und unsere SummerCard war auch noch gültig. Was macht man also? Ab auf die Seilbahn direkt beim Hotel (na gut, 3 Minuten oder so mussten wir schon laufen).

Diesmal ging es nicht ganz so hoch, sondern „nur“ auf 1.800 m zum Sattelboden.

Oben angekommen bietet sich wieder ein einfach schöner Blick zum Tal und den verschiedenen Bergen und man kann sich kaum satt sehen.

Auch hier, natürlich, wieder ein Spielplatz, der einfach „mehr“ ist. Ein Barfußpfad führt ums Plateau. Start und Ziel werden mit einer kleinen Handseilbahn für die Schuhe verbunden.

Der Eulenweg ist ein Wanderweg für die allerkleinsten und oben gibt es außerdem einen kleinen Teich mit Floß, verschiedene Rutschen und Klettergerüste und eine Trampolinanlage.

Wie immer gepflegt und ohne Mehrkosten. Stark!

Dann ging es zu einem der Tageshighlights: die MountainCarts. Im Prinzip ein Dreirad für 42 Jahre alte Kinder.

Puschel ist mit mir in Richtung Tal gesaust, Maria uns hinterher. Unterwegs haben wir noch ein Handy einer anderen Familie gefunden, kurze Zeit später trafen wir die suchende Mutter.

Weiter ging es über die Schotterpiste und wir waren recht froh, dass die Räder einzeln gebremst wurden, das half, die Kiste in der Spur zu halten.

Bei der Talstation hat Puschel dann noch einen Lichtschach inspizieren müssen und dabei tatsächlich einen Frosch entdeckt, der sich hierhin verirrt hatte und so befreit werden konnte.

Im Anschluss ging es wieder nach Fiss und auf unseren „Ersten Berg“ des Urlaubs zur Möseralm.

Hier konnte der kleine Toben, mit der Murmalbahn spielen und einfach Spaß haben, bevor wir mit der Sommerrodelbahn wieder ins Tal geschossen sind und uns an der Talstation noch den Indoor-Spielplatz angeschaut haben. Auf dem Weg zurück zum Auto kamen wir am Skidepot vorbei. Zwischen den Schränken haben die tatsächlich eine 18-Loch-Minigolf-Anlage gebaut. Wer kommt auf sowas?

Ein paar Plantscher im Pool, ein wenig Entspannung in der Kindersauna und ein Abendessen später ist Puschel jetzt zur Disco im Kidsclub und wir bereiten uns seelisch auf den Abschied von diesem wundervollen Ort vor.

Morgen geht’s bis Nürnberg, da „in der Nähe“ haben wir Sonntag „noch was vor“.

Die haben hier ne U-Bahn…

Ne was? Ja, ne U-Bahn!

Nach dem tollen Abenteuer auf dem Gletscher ging es am Mittwoch für uns in den Untergrund.

Der Ort Serfaus ist an vielen Stellen autofrei und hat, um die Bewegung der Touristen von den am einen Rand gelegenen Parkplätzen zu den am anderen Rand gelegenen Seilbahnen zu steuern, seit 1985 die Dorfbahn Serfaus, die in den letzten Jahren in U-Bahn Serfaus umbenannt wurde. Samt entsprechend blauen Schildern.

Das Ganze ist an sich eine Standseilbahn, die jedoch unterirdisch verläuft, mehrere Stationen hat und auf Luftkissen fährt. Kostenlos. Ziemlich spannend für kleine und große Nerds und sicher ein kleines Highlight des Urlaubs.

An der Talstation haben wir dann wieder unsere Summer Cards gezückt und sind ab auf den Berg.

Maria wollte die Komperdell / Lazidbahn am liebsten gleich mehrfach fahren, so modern und angenehm gepolstert waren die Gondeln. 

Oben auf 2.350 m angekommen, gab es nicht nur einen schönen Ausblick, sondern für die Kinder auch einen Riesen Buddelkasten, in dem sie – mit bereitgestellten Werkzeugen – Fossilien ausgraben konnten. Die haben hier aber auch Ideen…

Wir sind dann wieder zur Zwischenstation Komperdell gefahren und von da aus den kurzen Weg zum Murmliwasser gelaufen. Das Murmliwasser ist ein riesiger Abenteuerspielplatz, bei dem sich alles um Murmeltiere dreht. Ein Gehege für eben diese entsteht gerade und passenderweise hatten wir am Vortag auch eins vom Auto aus gesehen, als wir zu Gletscher gefahren sind.

Alle Angebote am Murmliwasser aufzuzählen würde die Seite sprengen, aber von geheimen Tunneln mit Blick unter Wasser in den kleinen See, Gold schürfen, Edelsteinminen, Murmelbahnen, Flößen und den „normalen“ Spielgeräten war echt alles dabei.


Nur das gastronomische Angebot war enttäuschend. Fast schon so schlecht, man hätte meinen können, man sei in Deutschland.

Macht nichts – geht’s halt 30 Minuten zu Fuß bergab zur Erlebnisalm Hög und dem dortigen Restaurant. Meine Güte, das war zwar recht teuer, aber auch Sau lecker! Mit Blick auf einen See, Tretbooten, Floßrennstrecke, Kuhherden und auch hier wieder vielen Spiel- und Erholungsangeboten.

Hier wird so viel für Familien geboten, die Frage, im Leben nochmal irgendwo anders hinzufahren, stellt sich eigentlich fast kaum… also, so lange man nicht nochmal was anderes sehen will.

Aber ehrlich: die Preise sind alle günstig bis „im Rahmen“, die Leute freundlich, Natur und Kultur schön und man fühlt sich überall umsorgt. Besser geht’s mit Kind eigentlich nicht.

Auf unserem Weg kamen wir noch am Murmliweg vorbei, den haben wir allerdings links liegen gelassen – wir hatten Hunger.

An der Hög gibt es eigentlich noch eine Sommerrodelbahn. Die soll ebenfalls sehr gut sein, war bei unserem Besuch allerdings geschlossen.

Zurück im Hotel ging es für den kleinen Entdecker direkt in den Kids Club – immerhin stand ein Tierforscher-Ausflug an. Gemeinsam mit den Betreuern gingen einige der Kobolde mit Lupen bewaffnet um den Ort und berichteten hinterher von Spinnen, Schnecken und anderem spannenden Getier.

Der Besuch im Spaßbad des Hotels durfte natürlich gestern, wie heute, nicht fehlen.

Zuvor ging es für Puschel und Maria aber noch in den See neben dem Hotel. Für mich nicht, ich bin ja nicht verrückt.

Da uns heute ein paar Wolken ins Haus standen, haben wir entschieden, eine nicht allzu weit entfernt liegende „Abenteuerburg“ zu besuchen. Leider gab es allerdings eine nicht in den Navis liegende Baustelle und wir mussten feststellen, dass es ein Erreichen der Burg von der Umleitung (die über die Schweiz ging) sehr anstrengend gewesen wäre. Wir haben also entschieden, weiter nach Italien zu fahren und den Retschensee mit seinem Kirchturm von Altgraun zu besuchen. 

Als wir das letzte Mal da waren, war Puschel noch im Bäuchlein :-).

Zurück aus Italien ging es natürlich sofort in den Kids Club. Immerhin stand Verstecken auf dem Programm.

Das Kind wollte danach eigentlich direkt an den Pool, aber wir haben entschieden, dass heute noch etwas Bewegung fehlt und haben einen Kinderwanderweg in der Nähe abgewandert. Ganz nette Ideen, aber auch nicht überwältigend. Das Kind hatte mit dem Weg wirklich keine Probleme – und wir nur wenige :-).

So, ich muss mal in den Kidsclub, das Kind abholen. Da ist grad Bergentdecker-Abend. Nein, wir zwingen es nicht dazu, es will da – meist – völlig von allein hin.

Von Bahnen und Gletschern…

Am Sonntag sind wir, nach ausgiebigem Frühstück, nach Fiss gefahren und haben dort unsere „SummerCard“ zum Glühen gebracht. 

Muss man sich vorstellen, wie die Kurkarte in Deutschland. Nur in cool.

Je nach Region gibt es verschiedene Inklusivleistungen. Im Prinzip zumindest den öffentlichen Nahverkehr und Wander- oder Skibus, manchmal auch Bergbahnen.

Hier in der Region ist für die Bergbahnen ein kostenpflichtiger Zusatz nötig – die SummerCard Gold. Da sind dann für einen bestimmten Zeitraum eine Menge Bahnen und anderes mit drin und sie lohnt sich nach der 2. Fahrt (auf die wir allein am ersten Tag schon gekommen sind).

Angekommen in Fiss an der Talstation der Bergbahnen (es gibt 4, wovon 3 an selber Stelle sind), gab es erstmal eine große Überraschung: eine zentrale Kinderbetreuung für Urlauber. Wenn man also seine Brut mal loswerden will, aber keine Kinderbetreuung im Hotel (oder Oma und Opa) hat, dann kann man dorthin gehen. Hab ich so auch noch nicht gesehen, passt aber zum Rest in der Region. 

Es gibt sie in 2 Orten und sie sehen wunderschön aus. Ist in der SummerCard sogar noch enthalten.

Nein, wir haben unseren kleinen Kobold nicht abgegeben :-).

Wir sind mit der Schönjochbahn hoch auf den Berg und haben das Panorama genossen. Außerdem gab es oben „Kunst am Berg“, einen Wanderweg über den Kam mit verschiedenen Kunstwerken und auch Bildhauern und anderen Künstlern, die gerade dabei waren, neue Kunstwerke zu erschaffen und sich dabei über die Schulter schauen zu lassen.

Außerdem das „Kinder-Bergwerk“. Wer jetzt denkt „Ja, macht Sinn, kleine Kinderhände kommen besser an die Edelsteine“ – nein, war einfach ein Spielplatz in Form eines Bergwerks. Mit Lohren, Schienen, Tunneln und Rutschen. ZIEMLICH cool!

Weiter ging es für uns zur Mittelstation der Seilbahn und dort zur Möseralm spazieren. Im Prinzip ein riesiger Spielplatz.

Von Murmelbahnen, über Wasserspiele, Hüpfburgen, Spielplätzen und mehr war einfach alles dabei und die Eltern hatten schattige Plätze bei Almdudler und leckerem Mittagessen.

Zurück im Tal gibt es eine Seilbahn rüber nach Ladis – also eher parallel zum Berg anstatt nach oben. Die haben Puschel und Maria genommen und wir haben uns dann in Ladis an der Talstation getroffen und den dortigen Spielplatz in Augenschein genommen.

Ja, es gibt wirklich überall Spielplätze. Großartige, gepflegt und sauber und – was mir daheim oft fehlt – meist mit Sinn und Geschichte dahinter.

Ein beheiztes, sauberes Klo ist meist auch nicht weit.

Aber man muss ja noch ein bisschen das Hotel genießen. Also waren Maria und Puschel erst noch im eiskalten Badesee am Hotel, dann alle zusammen auf dem dortigen Spielplatz und Puschel am Ende, vor dem Abendessen im Kidsclub. So langsam wird’s Urlaub.

Am Montag war es dann Zeit für den Kaunertalgletscher – auch wieder in unserer SummerCard enthalten und eine ziemliche Naturgewalt.
Man fährt zuerst durch ein langgezogenes Tal, bis es etliche Serpentinen erst zu einem Stausee nach oben und dann bis an den Gletscher auf 2.500 m nach oben geht. Unterwegs kann man sich vor spektakulären Ausblicken gar nicht retten, sieht aber auch die Überreste von schweren Geröllawinen und bekommt einen kleinen Eindruck der unglaublichen Naturgewalten.

Oben am Gletscher gibt es, natürlich, eine Seilbahn bis fast nach ganz oben. Dort angekommen kann man, ähnlich der Zugspitze, die Landesgrenze übertreten. Nur eben nicht nach Deutschland, sondern nach Italien. Und bis in die Schweiz blicken kann man auch.

Beim Mittagessen an der Talstation (ja, da war ein Spielplatz) konnten wir dann noch die Gruppe Sportwagen (Ferrari, Porsche usw.) mit britischem Kennzeichen bewundern. Es waren bestimmt 20 Stück und der Kobold wurde eingeladen, in einen McLaren zu klettern, aber das war ihm dann doch nichts.

Was für ein spannender Tag!

Ein kurzer Abstecher in den Kids Club und ein langer ins Schwimmbad später und schon wurde es Zeit für ein erholsames Nickerchen – also fürs Kind. Da wir irgendwie nicht durchgesetzt haben, dass er in seinem eigenen Zimmer schläft, haben wir öfter mal nen Zeh in der Nase.

Was wir gestern gemacht haben und welche Abenteuer uns heute erwarten, erfahrt ihr morgen – oder so :-).

Der Lüfter ist (k)ein Problem…

Nach Neuschwanstein kam für uns eine längere Fahrt über den Fernpass in Österreich. Der war zwar recht voll, aber alles noch im entspannten Bereich.

Gegen 16:30 Uhr kamen wir dann im Miaflor in Ried an und waren sehr gespannt auf unser Hotel.

Nach der Erfahrung in Augsburg waren wir ein wenig ernüchtert und außerdem erstmal einfach froh, da zu sein.

Wie schön, dann unglaublich herzlich und persönlich begrüßt zu werden!

Das Hotel ist aus zwei älteren Häusern und mehreren Anbauten entstanden und auch zwei Tage später versuchen wir noch, uns zurechtzufinden (alles ziemlich durcheinander), aber wo auch immer man hinschaut – überall ist freundliches Personal, das stets sofort mit einem Lächeln im Gesicht zur Seite steht.

So auch kurz nach dem Check-In. Vor unserem Zimmer war eine Lüftung. 

Also ab zur Bar, einen kleinen Drink, kurz drüber nachgedacht und dann an der Rezeption gefragt, ob diese über Nacht an ist oder nur am Tag.

Ein Anruf bei Hausmeister Norbert ergab: nur am Tag, alles im grünen Bereich. Wir sollen aber jederzeit wiederkommen, falls sie uns doch zu sehr stört, wir finden eine Lösung.

Also, wieder ab zur Bar und Außenbereich (da ist direkt ein kleiner Spielplatz) und erstmal alles Sacken lassen.

Auch hier Personal, das einfach nur herzlich ist.

Plötzlich ist „unsere“ Rezeptionistin da. Norbert war nochmal schauen – es ist der Lüfter der hauseigenen Wäscherei. Und die wird definitiv die ganze Nacht waschen. Aber die gute Seele hatte auch gleich den Schlüssel zu einem neuen Zimmer dabei und einen Umzug später waren wir einfach nur happy.

Das Kind hat dann einen Besuch im Kids Club verlangt und war für 20 Minuten dort verschwunden, dann ging es zum Abendessen.

Wir haben hier Halbpension. Die Erwachsenen bekommen ein Wahlmenü, die Kinder ein Kinderbuffet. Schöne Lösung. Ausnahme war gestern Abend, also hatten alle ein Buffet. Das war wirklich lecker (sehr! Lecker). Vor allem der Nachtisch-Tisch :-).

Satt und glücklich haben wir die erste Nacht in Österreich verbracht.

Wir sind hier direkt am Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis. Und während es nun wirklich kein Wetter zum Ski fahren ist, haben wir den wunderschönen Sonntag bei Sonnenschein und teils 26 Grad dazu genutzt, die Gondel auf den Berg zu nehmen.

Wie fast überall im Alpenraum hat man auch hier die Berge „fit für den Sommer und Familien“ gemacht und oben wirklich wahnsinnig schöne Angebote.


Dazu mehr am Dienstag – oder so :-).

Die Sache mit dem Personal…

Scheint echt schwierig zu sein. Aber noch ist wohl nicht überall Hopfen und Malz verloren… 

Nun, lieber der Reihe nach :-).

Wie ihr euch denken könnt, sind wir im Urlaub. Wurde ja auch mal wieder Zeit. 

Diesmal ging es für uns nach Österreich. Genauer gesagt, nach Ried im Oberinntal. Ich hatte irgendwann im Frühjahr ein gutes Angebot für das Familienhotel Miaflor gesehen und zugeschlagen.

Mit Kind ist der Weg allerdings recht weit und so entschieden wir unterwegs einen Zwischenstopp zu machen. Fast so wie meine Großeltern, als sie in den 90ern mit mir ins Salzburger Land gefahren sind. Da haben wir immer in Tschechien halt gemacht – wir nun eben in Augsburg.

Wir hatten einen Ort gesucht, der schon weit entlang der Gesamtstrecke liegt, ein vernünftiges (und bezahlbares) Hotel hat und für den nächsten Tag noch ein kleines Erlebnis bietet. Zack, wir waren plötzlich in Augsburg.

Das Elaya Hotel war grundsätzlich auch nett. Gemeinschaftsküche, schönes Design, geräumiges Zimmer…. Wenns denn mal jemand richtig sauber machen würde. 

Gemeinschaftsbereiche, Zimmer, Frühstück: nichts war wirklich richtig dreckig. Aber eben auch nicht sauber. Das zog sich einfach komplett durch alles durch. Und während ich da nun wirklich pingelig bin, das war echt nervig. Naja.. zum Glück nur eine Nacht.

Wo ich allerdings pingelig bin (ich behaupte ja nein, aber meine liebe Frau sagt anderes), ist das Personal. Und das sitzt halt rum, quatscht miteinander, kriegt den Hintern für absolut nichts hoch und wenn es sich dann mal bequemt, einen anzuschauen und einzuchecken, dann wird es dabei auch nicht unbedingt freundlich.

N bisschen war’s wie bei der Sauberkeit im Haus. Wirklich unfreundlich war keiner. Aber eben auch nicht freundlich. Und nun mag ich den Job seit einiger Zeit nicht mehr machen, aber mir kräuselt sich bei sowas der kleine Zehnagel (und Maria meint, man würde es merken).

Trotzdem hatten wir eine gute Nacht, das Kind hat sich gefreut, bei uns schlafen zu dürfen (nicht, dass es kein eigenes Bett gehabt hätte, es macht aber viel mehr Spaß, morgens um 3 den großen Zeh in verschiedene Nasenlöcher zu versenken), und wir waren halbwegs fit für unser kleines Erlebnis:

Die Feuerwehr Erlebniswelt Augsburg!

Auch hier wieder: Ich hatte irgendwo ‘ nen Gutschein gefunden. Und so gingen wir, mehr oder minder als Erste, in die schöne und spannende Halle.

Von informativen Schautafeln und Exponaten zu allgemeiner Ausrüstung ging es über kleine Labyrinthe, dunkle Räume, Erdbeebensimulator und eine simulierte Leitstelle bis hin zum Flash Over Raum. 

Tolles Erlebnis für groß und klein und ganz besonders für Theo und mich. Und Maria hat aufgepasst, dass ihre beiden Grisus auch ja nichts verpassen.

Unserer weiteren Weg nach Ried führte uns an Füssen vorbei. Grund genug anzuhalten, 12 € für einen Parkplatz zu zahlen und die Hybrid-Kutsche zu nehmen.

Die WAS? 

Die Hybridkutsche. Vorne 2 Schlachtrösser (wirklich Riesenviecher), hinten ein Elektroantrieb zur Unterstützung. Dafür saßen aber auch 3 Europäer und 12 Asiaten drin. Also im Prinzip 8 Erwachsene.

Man fährt nicht ganz bis Neuschwanstein hoch, sondern muss noch etwa 500 Meter laufen und kommt dann zum Schloss.

Theo beginnt ja gerade erst mit Disney. Ob ers als Vorlage in den Filmen wiedererkennen wird?

Wir waren nicht im Schloss und auch nicht bei der Marienbrücke – wir hatten immerhin noch einiges an Weg vor uns – sondern hatten einfach nur den Fakt, dass wir eh da lang mussten für einen Stopp und ein wenig „auslüften“, genutzt.

Den Abstieg haben wir dann zu Fuß bewältigt. Unterwegs kann man den geteerten Weg sehr gut für den „Sommerweg“ verlassen und ist bedeutend schneller im Tal – und auch bedeutend ruhiger unterwegs. 

Dieser Weg endet direkt an Parkplatz 3. Praktisch, denn genau da stand unser Auto.

Weiter ging es nach Ried im Oberinntal in unser Hotel für die nächsten Tage. Dazu mehr morgen (oder so), aber eins vorab: Der Kontrast zum Personal in Augsburg könnte kaum größer sein.

Auf in die Wildnis…

Am Samstagmorgen war es so weit – es ging zur Safari.

Pünktlich um 05:00 Uhr sind wir zum wenige Kilometer entfernten Eingang des Pilanesberg-Nationalparks gefahren und haben dort unseren Safari-Guide getroffen. In aller Dunkelheit ging es los in den Park. Erst über noch irgendwie geteerte Straßen, dann über „andere“ Wege.

Man kann den Park auch mit eigenen Autos befahren. Ganz davon abgesehen, dass unsere Suzukis nicht unbedingt für die Anzahl an Passagieren ausgelegt sind, mit denen wir sie benutzen, wäre das wohl eine weniger gute Idee gewesen.

Der Nationalpark hat an sich eine recht runde Beschaffenheit mit 110 km Durchmesser, aber der Hauptteil spielt sich im Krater eines alten Vulkans mit 27 km Durchmesser ab. Entsprechend erhebt sich eine wunderschöne Landschaft mit Bergen, einem See und einer sehr diversen Natur. Der Sonnenaufgang im Park war malerisch, und es dauerte nicht lange, bis unser Adlerauge die ersten Giraffen entdeckt hat.

Weiter ging es vorbei an Impala-Herden, einigen Zebras und einer Nashornmama, die gemächlich mit ihrem „Kleinen“ über die Straße trottete.
Aber auf einmal kam Aufregung in den Park. Es war eine Löwenfamilie gesichtet worden – und während wir bis eben noch mehr oder minder allein waren, kamen plötzlich über 20 Autos zusammen, um die Löwen zu beobachten. Etwas kurios, aber zumindest strikt von den Wegen aus und immer vorsichtig den Tieren gegenüber.

Drei Löwinnen und ihre Kinder tauchten auf, ließen sich von den Menschen aber absolut nicht beeindrucken, sondern trotteten weiter ihres Weges. Ein sehr spannender Moment.

Nach einer Weile haben sich die verschiedenen Fahrzeuge wieder zerstreut (zum Glück), und wir waren wieder mehr oder minder allein.

Unterwegs wurde uns erklärt, welche Blätter wir benutzen sollen, wenn wir mal müssen, aber es ging dann zum einzigen Klo im Park. Auf dem zugehörigen Parkplatz wurde Kaffee mit Elefantenmilch und Amarula serviert. Als Frühstück gar nicht schlecht.

Weiter ging es zu den Flusspferden, zu weiteren Nashörnern und Zebras und vielem anderen. Eine wirklich überwältigende Erfahrung und für mich persönlich das Highlight der Reise.

Der restliche Tag bestand dann aus spätem Frühstück, Schläfchen, Massagen, dem Wasserrutschenpark des Hotels und der Poolbar.

Nun sitzen wir im Valley of Waves in Sun City.

Im Prinzip direkt neben dem Eingang des Nationalparks ist in den letzten 30 Jahren ein Luxusresort entstanden, das seinesgleichen sucht.

Es ist eine Ansammlung von Hotels, einem Golfplatz, allen möglichen „Spielplätzen für Erwachsene“ (von Wasserski bis Segway im Wald ist alles möglich) und beherbergt das abenteuerliche Valley of Waves. Eine Mischung aus Pools, Rutschen und Strand, direkt in einem riesigen tropischen Garten und gestaltet als versunkene Tempelanlage. Und einer Poolbar.

Unser Urlaub neigt sich dem Ende entgegen. In drei Stunden fahren wir zurück nach Johannesburg und nehmen unseren Flieger nach Hause.

Es war eine atemberaubende, beeindruckende und inspirierende Reise. Aber auch eine, die nachdenklich macht.
Nachdenklich zur Geschichte des Landes, nachdenklich zu unserer eigenen. Nachdenklich zur sozialen Spaltung vor Ort, zur Nutzung von Luxusangeboten, wenn zwei Kilometer weiter die nächste Wellblechsiedlung ist, aber auch nachdenklich zum eigenen Glück.

Ich bin dankbar für diese Erfahrung.

Es bleibt ein letztes Thema, über das wir reden müssen: die Sicherheit.

Südafrika hat eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt. Bei 33,7 Prozent Arbeitslosigkeit und extremen sozialen Unterschieden, aber auch einer chronisch unterbesetzten und unterfinanzierten Polizei eigentlich kein Wunder.

Häuser ohne Mauer und/oder Stachel- bzw. Elektrodraht sind nur selten zu finden. Ein Supermarkt ohne Sicherheitspersonal ist nicht vorstellbar, und (private) Kontrollen an allen Ecken sind Standard. Das ist ein trauriger Zustand, auch wenn vieles davon dem allgemeinen Sicherheitsgefühl dient.

Wir hatten für uns klar definierte Regeln:

  • Keine Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit
  • Soweto nicht ohne lokalen Guide
  • Kein einfaches Bummeln auf den Straßen, sondern Fahrten von A nach B
  • Verriegelte Autos
  • Kein Schmuck, keine Uhren usw.
  • Im Zweifel Rückfragen beim Personal unserer Unterkünfte

Wir haben uns, nach ein paar Tagen Ankommen und Gewöhnen, sehr sicher gefühlt und hatten nie eine unangenehme Begegnung, sondern nur die überwältigende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Südafrikaner.

Waren unsere Vorkehrungen übertrieben? Ich weiß es nicht, aber ich bin froh, dass wir uns daran gehalten haben.

Also: Wenn ihr hierher kommt, dann passt auf euch auf. Aber genießt in vollen Zügen, vor allem diese tollen Menschen!

Danke, dass ihr dabei wart. Wir lesen uns im Juni …

Dekadenz muss praktisch sein…

Wer mich lange genug kennt, hat diesen Satz mehr als einmal gehört.

Am Freitag haben wir ihn auf die Spitze getrieben.

Pünktlich um 07:00 Uhr war die Reisegruppe „Tunichtgut“ abfahrbereit in den Autos und ist wieder zum Flughafen gefahren.

Ganz ursprünglich war das so nicht geplant, sondern wir wollten bis Samstag in Johannesburg bleiben. Aber da wir im Laufe der Planung eine Unterkunft ändern mussten, kam ich auf den Gedanken, die Zeit in Johannesburg könnte etwas lang bemessen sein. Rückblickend betrachtet war sie das keinesfalls, aber einen Fehler haben wir mit der Änderung auch nicht gemacht.

Von Johannesburg ging es mit der südafrikanischen Airline Airlink (sehr zu empfehlen) auf den kurzen Flug nach Durban, wobei wir die Stadt aber links liegen ließen und ins 150 km entfernte Umtentweni fuhren, eine kleine Gemeinde am Indischen Ozean.

Angekommen in der Splash Rock Beach Front Villa waren wir etwas baff. Wir kannten die Bilder (naja … ich, der Rest hat eigentlich nicht so wirklich geschaut, wozu sie hier im Einzelnen zugestimmt haben), aber vor Ort befand sich ein Haus, das man einfach nicht wirklich mit Bildern erfassen kann. Ein Wohnzimmer groß wie eine Bahnhofshalle, eine Küche aus einer Kochshow, Möbel aus einem sehr teuren Katalog, eine komplett öffenbare Fensterfront zum tropischen Garten und zum Indischen Ozean, davor ein Infinity-Pool mit eingelassenem Whirlpool, ein Game Room und eine Sauna. Schöne Schlafzimmer und ein Masterbedroom mit riesiger Front zum Meer.

Alles in deutlich abgewohntem Zustand, aber dennoch unfassbar schön.

Es hat ungefähr fünf Minuten gedauert, bis alle ihre Badehosen anhatten und wir durch den Garten direkt zum Meer gerannt sind. Meilenweit niemand zu sehen, und die Häuser hinter den Gärten versteckt – es gab nur uns und das tosende Meer.

Es war der erste wolkige Tag der Reise, aber das war gar nicht so schlecht, 32 Grad reichten uns durchaus.

Gleichzeitig hieß das aber auch ordentlich Wellengang, und die im Haus befindlichen Surfbretter sind auch dort geblieben.

Am Abend ging es dann zum Pub die Straße runter. Die haben freitags Livemusik, und natürlich war der Laden voll und hat nicht unbedingt mit neun hungrigen Deutschen gerechnet. Aber in Südafrika ist man nicht nur unglaublich freundlich und neugierig (mehr als eine Person hat uns angesprochen, eine Dame saß auch plötzlich einfach mit am Tisch), sondern auch praktisch veranlagt. Neben dem Pub lag ein Spielplatz mit Picknickbänken. Also hat man uns einfach dorthin gesetzt und bedient.

Später konnten wir in den eigentlichen Außenbereich des Pubs umziehen und dort direkt die Livemusik genießen.

Der Samstagmorgen begann mit einem Bad im Meer zum Sonnenaufgang (einer hat von dort mit seinen Freudenschreien die anderen aus dem Bett geworfen) und erneut einer Abfahrt zum Flughafen um Punkt 07:00 Uhr, um zurück nach Johannesburg zu fliegen.

Der Pilot hatte angekündigt, dass es bei der Ankunft starke Winde geben würde; mit dem Durchstarten der Maschine zwei Meter über der Landebahn hatte aber keiner gerechnet. Der zweite Anlauf war dann erfolgreich.

Mit den Autos ging es, mit einem Abstecher an den Hartbeespoort-Damm, an den Rand des Pilanesberg-Nationalparks, etwas über zwei Stunden von Johannesburg entfernt, ins Sundown Country Estate. Hier haben wir drei Bungalows und einen tollen Abend an der Poolbar verbracht. Ob die Bedienung dort uns unterhalten hat oder wir sie, ist keinem so ganz klar.

Die Wiege der Menschheit…

Meine Güte, ich komme nicht hinterher. Wie ihr gemerkt habt, habe ich nicht jeden Tag geschrieben. Meist ist das ein Zeichen, dass einfach nicht allzu viel passiert ist – hier eher, dass ich erst einmal alles verarbeiten muss, was passiert ist, und dass ich auch die Gesellschaft der anderen genießen möchte – und dass so ein Beitrag eben nicht in fünf Minuten fertig ist (auch wenn er sich vielleicht manchmal so liest).

Am Donnerstag gab es einen längeren Ausflug zur „Wiege der Menschheit“.

Nun ist allgemeiner Konsens, dass die Menschheit – oder deren Vorläufer – nicht unbedingt an einem Ort allein entstanden ist, und vermutlich auch nicht genau hier. Aber nahe Johannesburg findet sich eine Gegend, in der einige der ältesten Vorläufer des Homo sapiens gefunden wurden – und das in großer Menge und erstaunlich gut erhalten. Und diese Gegend wurde eben „Wiege der Menschheit“ genannt, und einen der wichtigsten Orte hierfür kann man besichtigen: die Höhlen von Sterkfontein.

Das Erlebnis begann nicht erst vor Ort, sondern schon der Weg dorthin war spannend und unglaublich schön.

Wir haben Johannesburg in westlicher Richtung verlassen und passierten Luxusvillen am Berg mit eigenem Hubschrauberlandeplatz, während es davor von recht einfachen Behausungen wimmelte und nur einen Kilometer später der Weg von Blechhütten bestimmt wurde und die Gegend vor Leben nur so brummte.

Händler hatten ihre Stände am Straßenrand aufgebaut oder hielten ihre Waren einfach nur hoch, während viele Menschen eines der allgegenwärtigen Sammeltaxis anhielten – die wichtigste Form der Fortbewegung in Johannesburg.

Hierfür stellt man sich an den Straßenrand, hält seine Hand hoch, und die genaue Haltung der Finger und der Faust zeigt an, in welche Gegend man will.

Kurze Zeit später waren wir recht plötzlich raus aus der Stadt und in einer grünen Umgebung, die ein bisschen aussah wie das Auenland. Satt sehen konnte man sich daran nicht.

Das Besuchszentrum der Höhlen ist ein funktionaler Bau, der sich toll in die Landschaft einfügt, angesichts der Bedeutung des Ortes aber pures Understatement lebt.

Hier wurden wir von einem Guide abgeholt, der die ersten zwei Minuten wirkte wie ein Slumlord auf Crack. Alle Beteiligten waren eindeutig irritiert, aber es stellte sich heraus, dass dies seine „Masche“ war, um zu überraschen.

Und überrascht hat er – mit unglaublich einfachen Erklärungen komplizierter Forschung und einem sehr feinsinnigen Humor.

Die Funde begannen nicht in den Höhlen selbst, sondern auf den Abraumhalden. Denn die durch Wasser geformten Höhlen waren nicht nur Todesfallen für die ersten Menschen vor 3,5 Millionen Jahren, sondern auch ein Hort von Stalaktiten, welche für den Goldbergbau gebraucht wurden. Frühe Bergbauingenieure interessierten sich für nicht viel anderes – und so landete alles andere eben auf den Halden. Viele Jahre später wurden hier Skelette aus grauer Vorzeit entdeckt. Und dann auch in der Höhle selbst.

Nach der wirklich spannenden Tour wollten wir gerade zurückfahren, als ein Südafrikaner fragte, wo wir herkommen. Das ist hier supernormal und immer sehr, sehr herzlich.

Er war aus Hartbeespoort und meinte, wir sollten dort unbedingt hin. Ein kurzer Check der Karte ergab: Da gibt es eine Seilbahn, die wir schon öfter im Blick hatten. Na, auf zur Seilbahn!

Der Blick auf den Stausee und die malerische Umgebung war den Trip mehr als wert – die Pizza auf dem Gipfel auch!

Und am nächsten Tag sind wir nach Durban geflogen …

South Western Townships…

Na, wer weiß, um was es geht? Nein, Astrid, du darfst nicht mitspielen.

Aber bevor wir dazu kommen, müssen wir über ein anderes Thema reden.

„Apartheid (Aussprache: [aˈpaʁthaɪ̯t]) bezeichnet ein staatlich institutionalisiertes System der rassistischen Trennung und Diskriminierung, das von 1948 bis 1994 in Südafrika bestand. Es teilte die Bevölkerung nach ethnischen Kategorien ein und gewährte der weißen Minderheit umfassende politische, wirtschaftliche und soziale Privilegien, während die nicht-weiße Mehrheit systematisch entrechtet, segregiert und unterdrückt wurde.“

Am Mittwoch war ein Teil von uns im Apartheid Museum, und ich bin der Meinung, ein Urlaub in Johannesburg kann ohne einen Besuch dort kein Johannesburg-Urlaub sein.

Den kurzen, klinischen Abriss dazu habt ihr oben gelesen. Und auch wenn man dort war, kann man sich Leid und Unrecht dieser Zeit wohl nicht einmal ansatzweise vorstellen.

Das Apartheid Museum betrachtet vor allem die Sicht der nicht-weißen Bevölkerung und alles, was diese in dieser grauenvollen Zeit aushalten musste. Wieder, wie so oft, waren es Weiße, die sich als eine Art Herrenrasse gesehen haben und alles Nicht-Weiße unterdrückt und ausgebeutet haben. Schaut auf die Jahreszahlen. Bis 1994. Wie alt wart ihr da?
Sicher, den meisten ist der Begriff und auch ein grober Abriss der Geschichte geläufig, aber das Erlebnis im Museum bringt einem das doch noch einmal viel eindringlicher vor Augen.

Ohne zu sehr auf die Geschichte einzugehen – das würde hier den Rahmen sprengen – nur zwei „Kleinigkeiten“: Nachdem man sich ein Ticket gekauft hat, kommt man zum eigentlichen Eingang. Aber eigentlich sind es zwei. Einer für Weiße und einer für Nicht-Weiße. In diesem Augenblick wird man aufgefordert, auf sein Ticket zu schauen – die jeweilige Zuordnung wurde zufällig aufgedruckt.

In meinem Fall: weiß. Und nun steht man da und denkt nach. Noch bevor man das Museum überhaupt betritt.

Soll man nicht doch den Eingang für Nicht-Weiße nehmen? Nein. Denn niemand kann wählen, wann und von wem er geboren wird. Sich frei für einen Eingang zu entscheiden, würde eine Wahl bedeuten, die es vor 1994 nicht gab.

Südafrika zu erleben, ohne mit Nelson Mandela konfrontiert zu werden, ist zumindest in Johannesburg beinahe unmöglich – und so widmet sich ein großer Teil der Ausstellung seinem Leben und Wirken. Die schwarzen Südafrikaner verehren ihren Madiba auch heute noch glühend. Nicht nur als Bringer der Freiheit, sondern auch als Reformer für ein sozialeres und besseres Südafrika in seiner Zeit als Präsident.

Das erlebten wir auch immer wieder während unserer anschließenden Tour durch Soweto.

Die South Western Townships sind eine Agglomeration von 52 Townships und beherbergen über 3 Millionen Menschen.
Bei dem Begriff Township und vor allem Soweto denken wir meist an eine nie endende Zahl von Blechhütten und blankes Elend. So war es einst, und auch heute gibt es diese Bereiche, aber die allgemeine Realität könnte weiter davon entfernt kaum sein.

Entstanden als Lebensort der nicht-weißen Minenarbeiter und Arbeiter Johannesburgs, war es zum großen Teil genau das, was man sich eventuell vorstellt. Heute besteht es aus Unter-, Mittel- und Oberschicht. Und während die Unterschicht durchaus noch in den entsprechenden Hütten lebt und die Mittelschicht aus unserer (aber nicht ihrer) Sicht eventuell nicht so wahnsinnig viel besser, so ist der allergrößte Teil der Häuser aus Stein. Und es gibt auch hier Viertel, in denen reichere Menschen wohnen und wo auch ein eigener Pool keine Seltenheit ist.

In der Nähe unserer Stops wie dem Hector Pieterson Museum, dem Nelson Mandela Haus, der ehemaligen Residenz von Desmond Tutu und einer einfachen Bar gab es meist alles bunt gemischt. Immer wieder aber auch Restaurants, die vom Design und Zustand her genauso gut in New York oder London zu finden wären.

Unser – großartiger – Guide Mtunzi beschrieb das Leben in Soweto so: „Hustle, hustle, hustle“.

Frei übersetzt: Finde jede Art von Arbeit, sei kreativ, lass dich von absolut nichts unterkriegen.

Ich glaube, die wichtigste Sehenswürdigkeit für ihn war das Krankenhaus von Soweto. Es gilt als das siebtgrößte der Welt. Und darauf war er stolz.