Bitte nicht stören!

Das Hotel hat tatsächlich keine Bitte nicht stören Schilder.. Aber mehr dazu später…

In den letzten beiden Beiträgen habe ich die Müllthematik vergessen.

Zum einen weil Sie im ländlichen weniger präsent ist, zum anderen weil die anderen Eindrücke sie massiv überlagert haben.

In den meisten Supermärkten und anderen Geschäften bekommt man keine Plastiktüte mehr und Plastikstrohalme auch nur vereinzelt. Ich glaube es geht jedoch allen so, dass die Alternativen zum Plastikstrohalm gelinde gesagt Scheiße sind. Die Dinger aus Pappe lösen sich recht schnell auf und man hat ein komisches Gefühl im Mund, die Dinger aus Metall akzeptiere ich zu Hause, aber nicht unbedingt im Restaurant, weil sie einfach schwer hygienisch zu halten sind. Mit meinen Gedanken zu denen aus Reis und ähnlichem fang ich gar nicht erst an.

Die Woche hatten wir jedoch eine große Überraschung:

Sieht aus wie Plastik, fühlt sich an wie Plastik, ist aber keins. Es ist, grob gesagt, eine Mischung aus Papier und Wachs. Ich war tatsächlich schon beim 2. Mojito als wir es mitbekommen haben. Großartig!

Auch wenn Gusti sicher noch Ausflüge für 3 Monate für uns gehabt hätte – wir brauchten einen Tag Ruhe.

Wer jetzt denkt wir hätten endlich mal bis in die Puppen geschlafen und entspannt, der irrt.

Auf Bali gibt es, meist von der zugewanderten Gemeinde organisiert, Beach Clean Ups. Jeder schnappt sich einen Sack und los geht’s.

Auf manchen Ecken der Gili Inseln passiert das jeden Tag um 17 Uhr und wer nen vollen Sack Müll bringt. Der bekommt ein Bier. Fairer Deal!

Im Allgemeinen sagt man: wenn jeder Tourist 5 Stück Müll sammeln würde, dann gäbe es kein Problem.

Ganz so einfach ist es nicht und das wird auch nicht passieren, trotzdem wäre es etwas scheinheilig hier die ganze Zeit über Müll zu meckern, gleichzeitig außer Müllvermeidung (und Entsorgung im Mülleimer und nicht am Straßenrand) nichts zu tun.

Heute war der größte Clean Up day des Jahres und wegen der Hitze geht so etwas meist recht früh los.

Also hat unser Wecker um 6 geklingelt, wir haben uns aus den Federn gequält, haben uns die gekauften Handschuhe und Müllbeutel geschnappt und sind zum Strand.

Ein Großteil der Beteiligten kommen von Unternehmen und waren ganz sicher nicht freiwillig da, aber man sah neben Hilton, Toyota und Air Asia Mitarbeitern durchaus auch Menschen die einfach nur so kamen um mitzumachen.

2 ordentliche Müllsäcke, 50 Minuten, viel Schweiß (es waren zu Beginn bereits 29 Grad und die Sonne ging höher) später sind wir recht zufrieden zum Frühstück gegangen.

Beweisfotos haben wir nicht gemacht. Wir waren zu beschäftigt und am Ende einfach ziemlich kaputt.

Das Event fand auf ganz Bali statt – und auch wenn sicher noch genug Müll in den Straßen zu sehen ist, hat man doch einen großen Unterschied gemerkt.

Solltet ihr nach Bali kommen und ein Event statt finden, nehmt Teil. Es ist nur eine kurze Zeit eures Urlaubs und die Insel gibt einem genug, um auch etwas zurück zu geben.

Ja, ein Großteil des Problems ist das fehlende Bewusstsein in der Bevölkerung und das fehlende System zur Entsorgung. Gleichzeitig sind wir hier in der Dritten Welt und der Massentourismus bringt seine hässliche Kehrseite mit.

In den 90ern bin ich in Berlin im Prinzip jeden Tag in Hundehaufen getreten und den Müll getrennt hat auch kein Mensch. Die Teebeutel Szene aus Otto der Außerfriesische würde heute einen Shitstorm ohne gleichen auslösen.

Wenn man dann noch bedenkt dass ein Großteil des deutschen Recycling Mülls nach Asien verschifft wird, und dort auch gerne mal „verschwindet“, gibt es keinen Grund hochnäsig zu sein.

So, genug Moralapostel gespielt :).

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem herrlichen Besuch im Pool haben wir uns wieder lang gemacht und wollten noch etwas schlafen.

Plötzlich klopfte es an der Tür.

Ja, hm, kein Bitte nicht stören Schild… Nach einem Nervigen Erlebnis in Antwerpen vor ein paar Jahren habe ich mir angewöhnt, wenn möglich, abzuschließen. Also eigentlich kein Grund aufzuschließen….

Sah der plichtbewusste Mitarbeiter des Hotels nicht so… Er hat geklopft und gerufen bis ich die Nase voll hatte, so richtig schön wach war und ziemlich stinkig die Tür geöffnet habe.

Er hatte einen Zettel in der Hand den er ins Zimmer legen wollte. Das Restaurant ist heute Abend wegen einer Veranstaltung geschlossen (schade eigentlich). Das Ding einfach unter der Tür durchzuschieben war wohl nicht im Arbeitsauftrag inkludiert…

Also nochmal ab in den Pool, ein wenig gegrummelt und auf in die Mittagshitze zum Lieblingskaffeeladen und zum shoppen.

Köstlicher, kalt gebrühter (sagt man das so?) Espresso mit Milch und dem hier üblichen Sirup zum süßen.

Weiß wer wie dieser Sirup heißt? Ich muss mir unbedingt noch welchen mitnehmen… Das Zeug ist lecker! Meine bisherigen Fragen dazu konnte auch Gusti nicht beantworten. Er sagt es sei einfach Zucker…

Der Rest des Tages bestand im Prinzip aus einem langen Bummel, ein wenig Fastfood mit mega leckerem Milchshake, und ganz viel Sonne und Blick aufs Meer.

Da Regenzeit ist sah dieser Blick irgendwann auf einmal so aus und es wurde Zeit zum Hotel zurück zu wackeln:

Dauert meist zwischen 30 und 60 Minuten und ist, bis auf die hohe Luftfeuchtigkeit, sogar ganz angenehm.

Am Hotel ist inzwischen für den Abend aufgebaut, sieht nett aus. Ich vermute einen 30. Hochzeitstag, vielleicht stehen „30 years of friendship“ aber auch einfach für eine zünftige Bromance (Tim!)….

Also wieder ab in den Pool, das kühle nass genießen.. Ratet mal wer beim umziehen geklopft hat!?

Neben unserem Schokiteller muss ein 2. Schreiben überreicht werden: die Veranstaltung heute Abend hat auch Livemusik. Man entschuldigt sich. Keine Ahnung warum es dafür nun 2 Briefe braucht, aber Schoknehm ich immer und auf die Musik sind wir gespannt. Auf meiner To Do Liste sind eigene Bitte nicht stören Schilder.

Jetzt spielen wir Skip-Bo und morgen gehts ans eigentliche Ziel der Reise: Lombok.

2 Kommentare zu „Bitte nicht stören!

  1. Vielleicht öffnest du das nächste Mal einfach nackt….es klopft dann garantiert niemand mehr:)
    Toll, dass ihr mit Müll gesammelt habt. Hut ab!

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