Wir sind seit 4 Tagen im Jeeva Klui Resort auf Lombok.
Und eigentlich haben wir seitdem nichts gemacht.
Der Plan war immer: Bali Abenteuer, Lombok Entspannung. Das es so gut funktioniert hätte ich nicht gedacht.
Gestern haben wir das Resort für ein paar Stunden verlassen und waren in der Inselhauptstadt Mataram. Uns war aber weder danach einen lokalen Markt zu besuchen, noch durch die Strassen zu schlendern und so sind wir tatsächlich nur Einkaufen gefahren.

Matarm lud aber ehrlich gesagt auch nicht wirklich zum Anhalten ein. Wenn man sagt Lombok sei Bali vor 20 Jahren, so schließt dies die bereits erwähnte dritte Welt mit ein und die Stadt ist eine mehr oder minder lose Sammlung von Betonruinen und Hütten aus allem was gerade da war.
Leben hier, noch viel mehr als auf Bali, ist eben hauptsächlich harte Arbeit mit einfachsten Mitteln.
Auf dem Rückweg haben wir noch in Senggigi angehalten. Der Ort erstreckt sich, alles in allem, über 10 Kilometer an Lomboks Westküste und gilt, neben Kuta (es gibt auch auf Lombok einen Ort der so heisst) als das touristische Zentrum.
Die Regenzeit auf Lombok ist deutlich intensiver als auf Bali – es ist fast den ganzen Tag bewölkt und die Schauer kommen regelmäßiger – und so herrscht hier absolute Ruhe. Ausserhalb des Resorts sind fast keine Touristen zu sehen. So ist eben auch das auf Touristen ausgelegte Senggigi wie ausgestorben.

Wer da ist, sind natürlich die Einheimischen. Interessant ist auch hier wieder die Arbeit in der Gemeinschaft zu sehen. Sicher gibt es auch hier starke Anfeindungen untereinander, aber niemand versucht die Touristen von einem fremden Stand oder Restaurant zu seinem eigenen zu locken. Es wird viel mehr vermittelt falls der eine Stand nicht das gewünschte Souvenir hat und es ist nicht ungewöhnlich von ein und der selben Person begleitet zu werden und am Ende einfach irgendwo das zu bezahlen was man an den verschiedenen Ständen mitgenommen hat.

Ähnlich ist es mit den Touren – es gibt zwar verschiedene Anbieter, aber am Ende haben alle wieder irgendwie miteinander zu tun und das Geld bleibt in der viel beschworenen „local community“.

Wir deutschen bezeichnen so etwas gerne als Mafia und warnen in unzähligen Reiseforen davor. Sicher gibt es schwarze Schafe und man sollte genauer hinschauen. Am Ende sollte man es jedoch ins Verhältniss setzen und bedenken das man, im Vergleich, als Europäer unermesslich reich ist.
Aber wie das so ist: bei den Transfer Preisen schaue ich genauer hin und buche ein Taxi per App. Die Preisunterschiede zu den lokalen Anbietern sind mir dann doch zu heftig.
Uns wurden von verschiedenen Freunden die bereits hier waren Guides und morgen machen wir den ersten Ausflug mit einem von ihnen.
Ich habe in den letzten Tagen aus 2 Gründen nicht geschrieben. Erstens gab es einfach nicht wirklich was zu berichten, Zweitens ist das Resort die pure Entspannung und das „runterkommen“ hat mich auch ein wenig davon abgehalten.
Jetzt sitze ich mit einem Kaffee auf unserer Terrasse und schaue auf die Wellen die sich am Hausriff vor dem Resort brechen. Am Horizont ist der Mount Agung auf Bali zu sehen.

Einzig meine erhofften malerischen Sonnenuntergänge würde ich, Wolken sei dank, nur in der Hauptsaison bekommen.

Das Resort nimmt einen Teil eines fast buchtartigen Strandes ein, der auf beiden Seiten von Felsen begrenzt wird und nicht mehr als ein paar hundert Meter lang ist. Wir haben das letzte Haus an einer der felsigen Seiten und auch wenn es insgesamt fast 40 Zimmer gibt fühlen wir uns die meiste Zeit als wären wir alleine hier (dem ist nicht so, am Pool sind viele Familien mit Kindern).

Herein kommt man wieder durch eine Rezeption die nur für einzelne Gäste ausgelegt ist und geht dann durch die sehr grüne und toll gepflegte Anlage zu geräumigen Villen und Zimmern. Auch hier gäbe es Einheiten mit eigenem Pool, mit war aber der Meerblick wichtiger.

Unsere Tage verbringen wir abwechselnd auf der Terrasse, im Zimmer, im Meer und Maria auch im kleinen Fitness Raum und angeschlossenem Erwachsenen Pool. Eine Sauna gibt es auch, aber bei dem Wetter braucht man die glaub ich seltener.
Das Spa wollen wir täglich probieren, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen… schlafen, Afternoon Tea im wirklich tollen Restaurant, Frühstück, oder Schnorcheln.

Ich habe im Leben zweimal probiert zu schnorcheln – und bin kläglich gescheitert. Hier kann man sich eine Ausrüstung ausleihen und ins Meer springen.
Kaum waren wir am Strand war einer der Sicherheitsleute bei uns, um uns über das Meer und die Strömungen aufzuklären.
Als er mitbekam das ich ein wenig Angst vor dem Schnorcheln habe, hat er mir erklärt was ich tun soll und ist geblieben bis er sicher war das ich es, mit ein wenig Übung , genießen werde und er mich nicht retten muss.
Heute habe ich es zum ersten mal bis zum Anfang des Riffs geschafft.
Warum nun also Seele?
Nun, zum einen weil es nunmal der Name ist, zum anderen weil man diese hier fühlt . Und das nicht nur wegen der tollen Zimmer, oder der Dusche im freien.


Egal wo man gerade ist, wenn man möchte ist sofort ein Mitarbeiter da und erfüllt jeden Wunsch. Dies allerdings sehr dezent und nie aufdringlich. Man hat ein wenig das Gefühl in die Familie aufgenommen zu werden und das die Fragen zum Tag, oder einem selbst, ehrlich sind.
Spätestens wenn schon wieder ein Mitarbeiter, den man noch nie gesehen hat, auf einen zukommt, mit Namen anspricht und dabei gleich ein paar Brocken deutsch einwirft hört man irgendwann auf sich zu wundern und beginnt zu geniessen.
