Mal kurz über‘n Teich…

Samstag, 18:05 Uhr, irgendwo südlich der Faröer

Wie viele von euch wissen war ich als 16 jähriger für ein Jahr in Kalifornien und habe nicht nur ne tolle Zeit gehabt, sondern auch ganz wundervolle Menschen kennengelernt – weniger eine Gastfamilie, mehr einfach einen Teil meiner Familie den ich noch nicht kannte.

Diese besteht aus den Eltern Noel und Elaina, sowie meinen „Geschwistern“ Megan und Adam. Megan haben einige von euch bei unserer Hochzeit kennengelernt.

Hier jetzt ins Detail zu gehen wie Megan und ich uns das Leben zur Hölle gemacht haben und wie ich mit Adam die Nächte im immer selben Café, mit den immer selben Leuten, im Kunst Distrik von Fresno verbracht habe, würde jetzt hier etwas den Rahmen sprengen. Ist ja auch ein Reiseblog.

Vor ein paar Jahren ist die ganze Bande in die Nähe von Seattle gezogen und hat sich zusammen ein altes, ein wenig baufälliges, Altersheim gekauft. Im Prinzip am Rand des süßen kleinen Ortes Snoqualmie, fast schon mitten im Wald.

Und wie ihr euch inzwischen Denken könnt, bin ich gerade auf dem Weg dahin.

Umständehalber leider alleine, aber der nächste gemeinsame Besuch kommt ganz bestimmt.

Warum ich so kurz vor dem Stichtag nochmal weg fliege und wie lange ich eigentlich bleibe? Elaina hat am Sonntag Geburtstag – den 70. – und wir fanden es eine schöne Idee sie zu überraschen.

So weiß also nur Megan das ich komme – und holt mich hoffentlich später am Flughafen ab.

Sie weiß nur das Maria nicht mitkommt weil wir, wie immer, zu viel um die Ohren haben. Den wahren Grund gibts dann morgen in einer kleinen Videokonferenz :-). Und dann versteht sie sicher auch warum ich bereits am Montag wieder nach Berlin fliege.

Der Wecker klingelte heute morgen etwas zu früh und so bin ich, noch ein wenig müde, um 08:08 Uhr in den Schienenersatzverkehr in Borgsdorf gestiegen. Etwas über eine Stunde später am Flughafen angekommen habe ich festgestellt: Das Ding ist inzwischen voller, aber noch immer hässlich und Dysfunktional.

Der Online Check In wollte nicht so richtig, der Schalter war vollkommen überfüllt und so ging es etwas ans Warten. Aber ich hatte Glück und nach 30 Minuten Wartezeit (etwa 1/3 der Passagiere vor mir war inzwischen durch) ging dann der Online Check In doch. Ich musste nur, weil USA Flug, in London nochmal einen British Airways Mitarbeiter suchen um meinen Pass kontrollieren zu lassen. War ne etwas vage Formulierung und ich war gespannt, aber hey, wenigstens nicht eine weitere Stunde anstehen um einzuchecken – Gepäck habe ich eh nicht dabei.

Pünktlich ging es um 12:20 Uhr los nach London und bis auf den Punkt das ich inmitten einer Horde 14 jähriger Amerikaner auf Europatournee saß ,war der Flug auch sehr entspannt.

In London angekommen bin ich im Prinzip gleich nach dem Aussteigen über einen Service Schalter gestolpert und konnte meinen Pass prüfen lassen. Also auf zum nächsten Gate und ab über den Teich.

Ich hatte bei der Wahl der Flüge die Möglichkeit mit KLM über Amsterdam, oder eben über London mit BA zu fliegen. Die Entscheidung für BA viel aufgrund des eingesetzten Boeing 787-9 Dreamliner. Die Kabinenluft wird hier nicht von den Turbinen gezapft, die Luftfeuchte ist bedeutend besser und der Luftdruck ebenso. Alles Dinge die den Flug angenehmer machen sollen und es, meiner Erfahrung nach, auch wirklich tun.

Ich sitze jetzt „ganz hinten links“. Da wird das Flugzeug nämlich etwas enger und sie kriegen nur 2 statt 3 Sitze rein gequetscht. Dafür hat einer der Sitze aber super viel Platz neben sich. Sehr praktisch und angenehm.

So, ich muss mal meinen Film weiter schauen.

Sonntag, 0:30 Uhr, hoch über Alberta

Huch, ich hab tatsächlich etwas geschlafen… also so etwa 4 Stunden…

Eigentlich kann ich in Flugzeugen nicht schlafen, aber der Platz und der Flieger waren wohl die richtige Wahl. Nur die Sitznachbarin nicht, die ist immer mal wieder etwas Rücksichtslos, aber die habe ich mir ja auch nicht ausgewählt.

Der Dreamliner hat größere Fenster als andere Flugzeuge und außerdem keine von den üblichen manuellen Blenden. Die Fenster werden stufenweise elektronisch abgedunkelt und behalten dabei ein wenig Transparenz, sehr angenehm.

Irgendwann im Laufe des Fluges werden normalerweise zentral alle Fenster abgedunkelt (man kann das selbst überschreiben, macht aber selten jemand auf Dauer), und in der Kabine die Lichter stark gedimmt. So entsteht ein künstlicher Nachtflug (meiner hier hätte sonst die ganze Zeit Sonne gehabt) und die Passagiere können besser schlafen. Coole Idee.

Meine Zeitangaben beruhten bisher auf Berlin. Wir landen in etwa 1 Stunde und dann werde ich zu lokaler Zeit übergehen.

Und in etwa 45 Minuten müsste vor meinem Fenster Mt. Rainer auftauchen, der Grund warum ich die linke Seite gewählt habe. Hat sich aber auch so schon gelohnt, die Küste Grönlands war ein fantastischer Ausblick.

Samstag, 19:10 Uhr, im Wald bei Snoqualmie

Ihr seht, ich mache eine kleine Zeitreise.

Mt. Rainier hat sich leider in den Wolken versteckt, aber auch so war der Landeanflug auf Seattle wieder einmal wunderschön.

Die Einreise ging recht schnell und nach einigem Hin und Her habe ich dann auch zu Megan gefunden, die mich abgeholt hat. Eigentlich sollte Noel dabei sein, aber im Auto hat sich Elaina versteckt und mich erschreckt. Eigentlich sollte es ja eine Überraschung sein, aber nachdem Elaina sich vor 3 Tagen in den Kopf gesetzt hat zu ihrem Geburtstag weg zu fahren, hat Megan uns verraten müssen.

Ein großes Hallo und kurze Autofahrt später machen wir uns jetzt fertig um ins lokale Brauhaus zu gehen. Yeehaw!

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