Balkonien mal anders…

Der Mittwoch war für uns mal ein sehr ruhiger Tag. Er begann mit ein wenig Regen und viel rumliegen und mit Puschel spielen.

Am Nachmittag sind wir dann einfach noch ein bisschen von Obertraun den Ostuferweg spazieren gewesen bis zum Bahnhof Hallstatt. Ganz witzige Geschichte: Der Bahnhof Hallstatt liegt Hallstatt gegenüber, auf der anderen Seite des Sees. Von da aus nimmt man dann einfach noch ein Boot.

Der Ostuferweg gilt als einer der schönsten Wanderwege im Salzkammergut. Wir vermuten der Teil den die meinen fängt nach dem Bahnhof an…

Der Donnerstag sollte dann wieder einen Berg und auch etwas Familie bereit halten.

Wir sind am Vormittag nach Ramsau aufgebrochen, in Richtung Dachstein Südwand. Dort angekommen (der letzte Teil der Straße hat ne eigene Maut von 20 €, kriegt man aber erstattet, wenn man die Seilbahn nutzt), haben wir uns Tickets für die Bergbahn geholt. Als wir zur Gondel wollten, wurden wir freundlich – und euphorisch – vom Personal gefragt, ob wir zum Balkon wollen. Hmmm.. Balkon. Joah, kann man machen, Gondel fährt erst in 5 Minuten und wenn die so euphorisch sind, dann ist da bestimmt ne gute Aussicht auf den Berg.

Ja, die Aussicht ist phantastisch! Nur eben anders… „Balkon“ bezeichnet in diesem Fall das Dach der Gondel. Da oben drauf sind ein paar dicke Gitter und dann stehst du da, während das Ding den Berg hochfährt. Großartige Aussicht, aber auch ganz schön gewöhnungsbedürftig… Hut festhalten :-). Puschel hat das wunderbar mitgemacht :-).

Oben angekommen haben wir uns erstmal orientiert und hinüber zum Krippenstein geschaut, auf dem wir ja vor ein paar Tagen waren (habt ihr es gemerkt? Diesmal haben wir den Kinderwagen nicht mitgenommen). Dann sind wir durch den Schnee am Gletscher gestapft und zu einer Hängebrücke, samt „Brücke ins nichts“ gegangen. Mir hat die Hängebrücke gereicht, Ria ist da etwas abenteuerlustiger. Unterwegs mussten wir immer mal wieder warten, ne Gruppe von 13 jährigen hat sich benommen wie ne Gruppe von 5 Jährigen.

Danach ging es in den Eispalast – hier wurde eine Höhle ins Eis gegraben und dort kleine Kunstwerke aus Eis ausgestellt. Kann man machen und ist eh ein Kombiticket mit der Brücke, aber so spannend ist es dann auch nicht. Dann lieber die richtigen Eishöhlen der Gegend.

Aber hey, Puschel hatte seine erste Hängebrücke und seine erste Höhle. Er hat zwar die ganze Zeit geschlafen, aber er war dabei.

Wir sind dann wieder zu Bergstation gewatschelt, denn da kam unsere Verabredung an. Rias Bruder Micha war auch gerade wieder in Österreich. Ihr erinnert euch vielleicht, wir hatten uns im Mai hier getroffen und sind inzwischen recht sicher uns dieses Jahr öfter im Ausland zu treffen, als zu Hause.

Ein recht gutes (Schweine-) Schnitzel und viel Kuscheln mit Onkel Micha für Puschel später, ging es wieder hinunter ins Tal. Für Ria und Micha wieder auf „Balkonien“, für Puschel und mich unten in der Bahn. Noch mehr Aufregung brauchte ich nicht.

Lustigerweise bekommen die Leute immer sehr spät mit das ich „da was im Beutel“ habe und ab ungefähr der Hälfte der Fahrt gab es ein großes Hallo seitens der anderen Mitfahrer für den Kleinen. Nicht wenige waren überzeugt das 10 Wochen schon fast zu spät ist um das Kind an Bergtouren zu gewöhnen und schwören außerdem das das Kind dann mindestens 100 Jahre alt wird. Kurz gesagt: ein kinderliebes Völkchen das sich einfach freut den Kleinen zu bemerken. Der Druck hat ihm bei der Talfahrt kurz zu schaffen gemacht, aber das war ganz schnell wieder vorbei.

Zurück in der Unterkunft sind wir dann alle recht schnell ins Bett gefallen und sitzen nun nach einem sehr späten Frühstück an der Tagesplanung. Es sieht nach ein wenig Wäsche, ein wenig schwimmen, ein wenig Shoppen und vielleicht heute Abend nach dem Kamin aus.

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