Der Herbst ist da…

Und das Kind freut sich wie Bolle. Aber von vorne (oder Sonntag).

Die Wetteraussichten für den Urlaub waren trübe und irgendwie haben wir nicht an die Sonnencreme gedacht. Und während es hier an sich wirklich alles gibt, Sonnencreme haben sie nicht da. Blöd an einem sehr sonnigen Sonntag, an dem hier nicht wirklich was zum einkaufen geöffnet ist.

Der Plan war, einen entspannten Vormittag im Hotel zu verbringen (na gut, das Kind ist hier nie wirklich entspannt, sondern rast von Highlight zu Highlight) und am Nachmittag auf den höchsten Berg der DDR zu fahren.

Wie Peter aber so ist, hat er nach dem Frühstück gesagt, das wir jetzt auf eine kleine Abenteuertour gehen. Immerhin sollte gleich die Fichtelbergbahn im Ort ankommen und das Kind liebt 4 Dinge: Feuerwehr, Essen, Motorräder und eben Eisenbahnen. In der Reihenfolge.

Also auf Komoot schnell nach dem kürzesten Weg ins Zentrum mit ein wenig Ausblick geschaut, Bollerwagen geschnappt und losging es.

„Ist das wirklich der Weg“? Fragte Maria.

„Also laut Komoot schon, guck mal, da ist ein Trampelpfad“. Sagte Peter.

Ja, war auch so. Nur das der Trampelpfad irgendwann ziemlich steil und ziemlich verwildert wurde, die Sonne brannte, wir nur Wasser für das Kind und schon mal gar keine Sonnencreme dabei hatten. Ganz großartig.

Wir hatten bei unserem kleinen Abenteuer hinunter zum Bahnhof echt tolle Ausblicke aber irgendwann gabs echt miese Laune. Du latschst ja auch nicht den Trampelpfad wieder hoch, wenn du endlich unten an der Straße angekommen bist.

Das ich dann den an sich kürzeren Weg unter der Eisenbahnbrücke durch, der aber am Ende mehr Steigungen hatte eingeschlagen habe, hat die Stimmung nicht unbedingt verbessert.

Aber irgendwann waren wir dann am Bahnhof. Es dampfte und zischte und das Kind war glücklich.

Als sich dann herausstellte, dass in 10 Minuten ein Bus direkt zum Hotel fährt, war auch Maria wieder happy und der Ausflug galt dann irgendwie doch noch als gelungen.

Nach dem Mittagsschlaf sind wir dann zur Talstation der Seilbahn gefahren und haben uns nach oben auf den Fichtelberg begeben. Es ist schon über das 10 Jahre her, dass wir gemeinsam oben waren und irgendwie hatten wir das ganze idyllischer in Erinnerung. Aber vielleicht waren wir inzwischen auch einfach zu oft in Österreich und Südtirol, um den Gipfel hier noch zu schätzen.

Es war einfach alles ein bisschen lieblos, ungepflegt, chaotisch und dreckig.

ABER: es war der letzte schöne Tag und so konnte Puschel oben noch gefühlte 50 Motorräder aller Art bestaunen. Kind happy, alle happy.

Den Rückweg haben Puschel und Maria mit der Seilbahn bewältig, ich hab mich in ein Schienensystem mit ein paar Windungen einklinken lassen und bin an dem wieder ins Tal gesaust. An sich ne tolle Sache, aber irgendwie war mir dann teils doch etwas mulmig zumute.

Zurück im Hotel ging es dann in die Spielscheune, auch bekannt als „mehr, mehr, mehr“. Hier ist für die Kids klettern, Toben, rutschen und vollkommen durchdrehen angesagt, für die Eltern gibt es Kaffee und Kuchen – oder was auch immer, wie eine Großmutter bescheinigte, die sich das ein oder andere Bier genehmigte, während der Enkel durch die Halle geflitzt ist.

Puschel jedenfalls hat da drin einen Riesenspaß und nach einiger Zeit muss man ihn dann mehr raus zwingen, um ihn mal kurz zu Atem kommen zu lassen.

Am Montagmorgen gab es dann ein noch glücklicheres Kind. Als er aufwachte, war endlich der Herbst da – draußen regnete es, es war diesig und außerdem kalt. Was eine Freude!

Warum Freude? Na, weil Maria ihm 3 Tage lang erzählt hat, dass der Herbst kommt und wie toll das ist. Nun rennt Puschel also hier durchs Hotel und freut sich diebisch, wenn er nur genügend Wind und Regen findet.

Da es ein Familotel ist, gibts hier auch Kinderbetreuung. Auf die hatte ich ihn seit einer Weile vorbereitet und er freute sich schon „die andere Kita“ kennenzulernen. So in etwa war dann auch das abgeben: Kaum angekommen ist er losgedüst, meine Verabschiedung hat er im Prinzip ignoriert und als wir ihn 2 Stunden später wieder abgeholt haben, hat er sich zwar gefreut, aber am tollsten fand er, das er am nächsten Tag wieder kommen darf.

Der Nachmittag lief dann irgendwo zwischen Spielscheune, Außentrampolin und Tubing Bahn hin und her – nur für das Stockbrot machen am Lagerfeuer machen konnte er sich nicht begeistern.

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