Nein, nicht ganz. Es ist zwar wieder Ägypten geworden, aber diesmal sind Maria und Puschel dabei, und wir sind außerdem nicht in Hurghada, sondern etwas weiter südlich in Marsa Alam.
Der geneigte Leser wundert sich vielleicht, war doch mein letzter Bericht aus Ägypten nicht unbedingt von Begeisterung geprägt.
Das stimmte für den Zeitpunkt des Berichts, aber rückblickend betrachtet war ich doch positiv überrascht und habe mich in Hurghada wohl – und vor allem sicher – gefühlt. Es ist eben niemand frei von Vorurteilen.
Für uns stand nun die übliche Frage an: Wohin im Winter?
Vor Puschel war eigentlich immer klar, dass wir ins Warme wollen. Die letzten Jahre haben wir uns mit dem kleinen Duracell-Häschen aber noch nicht gewagt, lange zu fliegen. Das war bis vor Kurzem auch immer noch so, und deswegen ist es nicht Asien geworden. Wir waren uns aber recht sicher: Einen Flug von maximal sechs Stunden und ohne Umsteigen bekommen wir hin. Aber eben ins Warme.
Zu dieser Jahreszeit bleiben da eigentlich bloß die Emirate und Ägypten – und aufgrund des Preises ist es eben Ägypten geworden.
Der Fokus lag von Anfang an auf Marsa Alam. Es liegt weiter südlich als Hurghada und ist daher noch einmal zwei bis drei Grad wärmer. Aber es fehlt dann auch die Stadt mit ihren Möglichkeiten und kleinen Ausflügen. Hier gibt es nun wirklich nur die Resorts und absolut nichts drum herum. In 20 Minuten ist noch Port Ghalib, aber das soll eigentlich auch nur eine Touristenmeile sein.
Ausflüge mit Jeep und Quad fallen mit Puschel noch aus, genauso wie eine Tagesreise nach Luxor / Assuan. Puschel macht noch Mittagsschlaf, und das geben wir nicht auf, so lange wir nicht müssen.
Das hier ist also absolut nichts mit Kultur (abgesehen von dem kurzen Kontakt mit Beschäftigten im Tourismussektor), aber für uns gerade genau das, was wir brauchen. Einfach mal baumeln lassen und für Puschel hoffentlich ein paar andere Kinder. Nicht so wie im Familotel am Rennsteig, in dem wir letztes Jahr die einzigen Gäste waren.
Nach längerer Recherche war klar, dass es ein Hotel der JAZ-Kette sein soll, und die Wahl ist aufgrund der Bucht mit Schwimmstrand, guter Infrastruktur, nah am Airport, expliziter Auslegung auf Familien, eines Wasserrutschenparks und einigem anderem auf das JAZ Lamaya gefallen.
Von Fürstenberg ging es 20 Minuten früher als geplant los, und die Straßen waren am 01.01. wie leer gefegt, sodass wir nach etwa 80 Minuten Fahrt bei WeParking in der Nähe des Flughafens ankamen. Günstig, gut organisiert, freundlich. Und der Shuttle fährt direkt ans Terminal (bei MacParking und Co. oft weiter entfernt, und ein Parkplatz direkt am Flughafen war bedeutend teurer). Nur dass wir anstatt der angekündigten fünf Minuten dann fast 30 warten mussten, bis der Transfer losging, war ärgerlich. Aber wir hatten genug Zeit.
Dank Check-in-Automat und selbstständigem Aufgeben des Gepäcks ging es am Flughafen superfix. Die Sicherheitskontrolle war offensichtlich noch in bester Festlaune, und auch sonst hat alles wunderbar funktioniert. So langsam wird auch der BER zum Flughafen. Der Polizist an der Passkontrolle hat viel mit Puschel gescherzt, aber eeeecht lange zwischen meinem Pass und seinem System hin- und hergeschaut. Ich durfte aber durch.
Die EasyJet-Maschine war nicht mal halb voll und ist ebenfalls etwa 20 Minuten zu früh gestartet. Wenn’s läuft, dann läuft’s. Die Crew war gut drauf, die Lüfte ruhig, und auf fast fünf Stunden Flug waren die Anschnallzeichen nur einmal für ein paar Minuten über Rhodos an.
In Marsa Alam das Übliche für Ägypten: Wir waren gefühlt die Einzigen, die ihr Visum (aka Einreisesteuer) online gebucht hatten, und so konnten wir an den vielen Schlangen vorbei, und unser Gepäck kam auch sehr fix. An der Einreisekontrolle wurde wieder kein einziger Blick auf Mensch und Pass geworfen, Hauptsache, das Visum ist da, am nächsten Checkpoint dann der entsprechende Stempel. Wenn man das weiß und alles entsprechend bereithält, ist man da in fünf Minuten durch.
Wie in Hurghada wurde alles Gepäck noch einmal durchleuchtet. Ist im Prinzip aber auch nur ein Band, das an einem Herrn vorbeiläuft, der Candy Crush oder so spielt.
Draußen wartete schon unser vorab gebuchter Fahrer von Steven Taxi. Super freundlich, tolles Auto und echt entspannt. Wir haben nämlich am Auto mitbekommen, dass wir einen Rucksack bei der Durchleuchtung vergessen hatten.
Peter also wieder zum Terminal – rein geht’s nur mit Pass, äh Stempel (der ist das Einzige, was zählt), also wieder zum Auto, Pass geholt und schnell Kontrolle. Da lag unser Rucksack dann auch. In irgendeiner Ecke, hat keinen interessiert – zum Glück.
In der Zwischenzeit hatte unser Fahrer angefangen, mit Puschel Ball zu spielen (den durfte er sogar behalten), und dann ging es in unter 15 Minuten zum Hotel.
Der Check-in war ähnlich wie im letzten Jahr. Setzen Sie sich da hin, trinken Sie was, geben Sie uns die Pässe, danach noch irgendwelche Blätter ausfüllen, dann noch bezahlen, und dann geht’s zum Zimmer. Dauerte länger als der Flughafen, aber so ist das nun mal.
Gebucht hatten wir ein Familienzimmer mit Meerblick. Muss man sich so vorstellen: Flur, Klo, kleiner separater Raum mit Bett für Kinder, Behelfstür, eigentliches Zimmer, Balkon oder Terrasse.
Ich hatte vorab um ein Zimmer mit Doppelbett (keine getrennten) und im Erdgeschoss gebeten. Daher gab es dann Poolblick und nicht Meer, aber den Kleinen einfach von der Terrasse loslaufen zu lassen, ist Gold wert. Außerdem ist der Spielplatz keine 20 Meter entfernt, und der Kids Club ist auch dort. Und der Steg in die Bucht ist auch gleich ums Eck. Wir sind happy.
Das Hauptrestaurant wird in den Bewertungen gerne als Bahnhofshalle beschrieben. Ist was dran, aber es ist nett gemacht, das Essen ist vielfältig und lecker, und sämtliches Personal ist unaufdringlich freundlich – und wie Maria feststellte: Sie wirken, als meinten sie es sehr ehrlich.
Die erste Nacht war super, und wir haben den Vormittag an Pool und Strand verbracht. Puschel war ganz außer Rand und Band wegen der Korallen und Fische, die er vom Steg aus schon gesehen hat. Als die Muschel, die ich im seichten Wasser beim Strand gefunden habe, aber plötzlich kleine Greifzangen hatte, war ihm das nicht so geheuer.
Der erste Eindruck also: Hier sind wir richtig.




