Uff? Ja, uff! Ganz großes Doppeluff – aber positiv!
Gestern habe ich damit geendet, euch mehr zu Johannesburg und unserem Privatkoch zu erzählen. Nun waren wir aber inzwischen außerdem im Apartheid Museum und in Soweto, und es fällt nicht leicht, alles „auf die Schnelle“ für einen selbst und auch hier zu verarbeiten. Verzeiht also, wenn ich etwas springe.
Beginnen wir bei den weiteren Eindrücken der Stadt und ihrer Geschichte.
Johannesburg ist 135 Jahre alt – im Prinzip ein Baby, aber verantwortlich für etwa 10 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des afrikanischen Kontinents.
Alles begann mit einem Goldrausch Ende der 1880er Jahre und entwickelte sich rasend schnell von einer einfachen Zeltstadt zu einem Zentrum mit über 100.000 Einwohnern. Fast forward nach heute: Hier leben über 5 Millionen Menschen.
Wie immer in solchen Szenarien gibt es enorme gesellschaftliche Unterschiede mit extrem reichen (Bentley, Lamborghini, Lotus? Kannste alles um die Ecke kaufen, und die Showrooms sind dezent größer als der gewöhnliche deutsche VW-Händler), aber auch extrem armen Gegenden. Diese liegen aber nicht etwa wahnsinnig weit auseinander, sondern nur ein paar Kilometer und haben nur einen „kleinen Puffer Mittelschicht“ zwischen sich.
Nun mischt sich noch die Vergangenheit der Apartheid mit ein. Schwarze (im weitesten Sinne) durften im Prinzip nur mit Genehmigung und zum Arbeiten in die Stadt. Sie hatten in den Townships um Johannesburg herum zu leben – vor allem im Süden der Stadt, wo sich mit 4 km die tiefste Mine der Welt befindet.
Während also die Weißen immer reicher wurden, wurden die Lebensbedingungen der schwarzen Bevölkerung immer prekärer, und es gab keine Aussicht, diesem Kreislauf zu entkommen.
Während es keine größeren natürlichen Wasservorkommen gibt und dieses über ein Leitungssystem über 300 km herangepumpt werden muss, ist es doch die grünste Stadt, die ich je gesehen habe. Man nennt sie auch den größten von Menschen gepflanzten Wald der Welt. Man kann, bis man an die Ränder der Stadt kommt oder im zu betonierten Zentrum ist, keinen Meter gehen, ohne die Vielfalt an Grün zu bewundern.
Mit dem Ende der Apartheid in den 90er Jahren haben viele Unternehmen ihre Zentralen in der Innenstadt verlassen und teils zugemauert. Corona hat dies nochmals beschleunigt. Heute werden diese Gebäude nach und nach als Wohnraum genutzt, und der Anblick vieler Bauten nach brutalistischem Vorbild, mit Gardinen und Wäsche verziert, fügt sich in das unglaublich diverse Bild dieser Stadt.
Ihr seht, es ist nicht ganz einfach, das in Worte zu fassen, und jeder Eindruck kann nur ein Versuch einer Annäherung sein. Aber eins ist sicher: Für mich ist es eine der spannendsten Städte, die ich je gesehen habe – und das, obwohl wir nur kurz hier sind und den allergrößten Teil nur von außen und für einen kurzen Moment sehen.
Zurück in der Unterkunft kam, wie berichtet, unser Privatkoch.
Ich hatte vorab etwas recherchiert, und wir waren uns einig, uns ein Grillbuffet zu gönnen.
Kurz gesagt: beste Idee überhaupt!
Franco und sein Mitarbeiter (auch Franco) waren unglaublich witzig und absolut großartig. Sie haben unsere Getränkeversorgung übernommen, das Grillhaus in Beschlag gelegt und ein wahnsinnig leckeres Abendessen zubereitet. Hinterher haben sie dann auch aufgeräumt und abgewaschen – außer uns die Bäuche vollzuschlagen, mussten wir absolut gar nichts machen.
Und die Bäuche vollschlagen können wir. Ihr seht ein paar Eindrücke weiter unten.
Und nun etwas, das ich normalerweise absolut nicht mache: Hier der Link zu Franco. Wenn ihr in Johannesburg seid oder nur erfahrt, dass jemand hinfliegt: Bucht ihn! Es ist ein Erlebnis, das sich kaum vergleichen lässt.
https://share.google/4LdytBp168x65qBa9
So. Ich bin platt. Apartheid Museum und Soweto machen wir morgen.
















