Na, wer weiß, um was es geht? Nein, Astrid, du darfst nicht mitspielen.
Aber bevor wir dazu kommen, müssen wir über ein anderes Thema reden.
„Apartheid (Aussprache: [aˈpaʁthaɪ̯t]) bezeichnet ein staatlich institutionalisiertes System der rassistischen Trennung und Diskriminierung, das von 1948 bis 1994 in Südafrika bestand. Es teilte die Bevölkerung nach ethnischen Kategorien ein und gewährte der weißen Minderheit umfassende politische, wirtschaftliche und soziale Privilegien, während die nicht-weiße Mehrheit systematisch entrechtet, segregiert und unterdrückt wurde.“
Am Mittwoch war ein Teil von uns im Apartheid Museum, und ich bin der Meinung, ein Urlaub in Johannesburg kann ohne einen Besuch dort kein Johannesburg-Urlaub sein.
Den kurzen, klinischen Abriss dazu habt ihr oben gelesen. Und auch wenn man dort war, kann man sich Leid und Unrecht dieser Zeit wohl nicht einmal ansatzweise vorstellen.
Das Apartheid Museum betrachtet vor allem die Sicht der nicht-weißen Bevölkerung und alles, was diese in dieser grauenvollen Zeit aushalten musste. Wieder, wie so oft, waren es Weiße, die sich als eine Art Herrenrasse gesehen haben und alles Nicht-Weiße unterdrückt und ausgebeutet haben. Schaut auf die Jahreszahlen. Bis 1994. Wie alt wart ihr da?
Sicher, den meisten ist der Begriff und auch ein grober Abriss der Geschichte geläufig, aber das Erlebnis im Museum bringt einem das doch noch einmal viel eindringlicher vor Augen.
Ohne zu sehr auf die Geschichte einzugehen – das würde hier den Rahmen sprengen – nur zwei „Kleinigkeiten“: Nachdem man sich ein Ticket gekauft hat, kommt man zum eigentlichen Eingang. Aber eigentlich sind es zwei. Einer für Weiße und einer für Nicht-Weiße. In diesem Augenblick wird man aufgefordert, auf sein Ticket zu schauen – die jeweilige Zuordnung wurde zufällig aufgedruckt.
In meinem Fall: weiß. Und nun steht man da und denkt nach. Noch bevor man das Museum überhaupt betritt.
Soll man nicht doch den Eingang für Nicht-Weiße nehmen? Nein. Denn niemand kann wählen, wann und von wem er geboren wird. Sich frei für einen Eingang zu entscheiden, würde eine Wahl bedeuten, die es vor 1994 nicht gab.
Südafrika zu erleben, ohne mit Nelson Mandela konfrontiert zu werden, ist zumindest in Johannesburg beinahe unmöglich – und so widmet sich ein großer Teil der Ausstellung seinem Leben und Wirken. Die schwarzen Südafrikaner verehren ihren Madiba auch heute noch glühend. Nicht nur als Bringer der Freiheit, sondern auch als Reformer für ein sozialeres und besseres Südafrika in seiner Zeit als Präsident.
Das erlebten wir auch immer wieder während unserer anschließenden Tour durch Soweto.
Die South Western Townships sind eine Agglomeration von 52 Townships und beherbergen über 3 Millionen Menschen.
Bei dem Begriff Township und vor allem Soweto denken wir meist an eine nie endende Zahl von Blechhütten und blankes Elend. So war es einst, und auch heute gibt es diese Bereiche, aber die allgemeine Realität könnte weiter davon entfernt kaum sein.
Entstanden als Lebensort der nicht-weißen Minenarbeiter und Arbeiter Johannesburgs, war es zum großen Teil genau das, was man sich eventuell vorstellt. Heute besteht es aus Unter-, Mittel- und Oberschicht. Und während die Unterschicht durchaus noch in den entsprechenden Hütten lebt und die Mittelschicht aus unserer (aber nicht ihrer) Sicht eventuell nicht so wahnsinnig viel besser, so ist der allergrößte Teil der Häuser aus Stein. Und es gibt auch hier Viertel, in denen reichere Menschen wohnen und wo auch ein eigener Pool keine Seltenheit ist.
In der Nähe unserer Stops wie dem Hector Pieterson Museum, dem Nelson Mandela Haus, der ehemaligen Residenz von Desmond Tutu und einer einfachen Bar gab es meist alles bunt gemischt. Immer wieder aber auch Restaurants, die vom Design und Zustand her genauso gut in New York oder London zu finden wären.
Unser – großartiger – Guide Mtunzi beschrieb das Leben in Soweto so: „Hustle, hustle, hustle“.
Frei übersetzt: Finde jede Art von Arbeit, sei kreativ, lass dich von absolut nichts unterkriegen.
Ich glaube, die wichtigste Sehenswürdigkeit für ihn war das Krankenhaus von Soweto. Es gilt als das siebtgrößte der Welt. Und darauf war er stolz.







