Eigentlich wollten wir grad fix in einen Supermarkt und danach irgendwo Abendessen, aber wie das zur Regenzeit so ist: es fing plötzlich tierisch an zu regnen. Geht auch wieder vorbei..
Dafür hab ich Zeit von unserem Tag mit Gusti zu erzählen.
Für heute haben wir uns vorgenommen Natur und Kultur zu entdecken und haben uns dafür wieder einen Fahrer gebucht.
Gusti ist 26 und macht den Job seit 8 Jahren. Er kommt ursprünglich aus dem Norden Balis und hat noch keine Kinder da er mit seiner Freundin nicht verheiratet ist. Das hätte in Bali noch immer, mehr oder minder, dasselbe zur Folge wie bei uns vor gar nicht sooooo langer Zeit: von der Familie verstoßen und Kind auch gleich gebrandmarkt. Komplizierter wird das Ganze nochmal durch den Glauben an die Wiedergeburt: man muss wissen, wer sein Vater ist um zu wissen, wer man sein könnte.
Selbiges gilt übrigens auch, wenn man die falsche Kaste heiratet.
Wir hatten uns eine Tour zurecht gelegt und Gusti hat sie, sehr charmant und dezent, in eine gute zeitliche Reihenfolge gebracht und örtlich teils abgeändert.
Der Vorteil: wir haben jeden Ort genau dann verlassen wenn die größeren Touristenströme kamen und an manchen Orten die nicht ganz so komerzialisierte Variante genießen dürfen. Das hat man sehr gespürt und der Tag war ein wahnsinnig toller Einblick in balinseische Kultur und natürlich auch Natur.
Wenn ihr irgendwann auf Bali seid und Gusti buchen wollt, gebt gerne Bescheid.

Ja, ich trag mal wieder nen Rock..
Zuerst ging es zum Wasserfall Tegenungan. Gegen ein geringes Entgelt kommt man in ein schön angelegtes Areal und hinunter zum Wasserfall, davor darf man auch baden. Umkleiden sind inklusive und es gibt auch noch einen schön angelegten Pool.

Nach einem kleinen Eiscafe (unser Bali Suchtmittel) ging es weiter zu den Tegalangan Reisterrassen. Wer möchte kann dort Zipline und Schaukel nutzen, wir sind einfach nur durch die Terrassen gewandert und haben uns den Reisanbau und seine Bedeutung für Bali erklären lassen.

Auf zum eigentlichen Ziel des Tages: Mount und Lake Batur am Kintamani Vulkan.
Wenn man nur auf den, aktiven, Mount Batur schaut denkt man den Vulkan zu sehen. Dieser ist aber nur der 700 Meter hohe Kegel des eigentlich viel größeren Kintamani Vulkans und sitzt in mitten von dessen Caldera. Auch hier zählt man ein moderates Eintrittsgeld um am Rand der Caldera mit wunderschönem Blick eines der vielen Restaurants wählen zu können. Gusti hat uns recht eindeutig gesagt, dass unsere Restaurantwahl die falsche war und wir wurden nicht enttäuscht.

Auf den Berg gibt es geführte Wanderungen zum Sonnenaufgang. Nichts für uns :).
Danach ging es wieder zu einer Kaffeeverkostung – Gusti hatte inzwischen unser vollstes Vertrauen und musste uns nicht dazu überreden. Auch das sollte sich lohnen – das Erlebnis war na sich dasselbe wie bei der vorherigen, aber eben doch um Welten besser. Das betraf nicht nur den Kaffee, sondern das gesamte Bild.

OK, Tee gab’s da auch. Ja, wir haben welchen gekauft :).
Nun auf zum Tempel Pura Tirta Empul.
Long Story short: ein lokaler, böser König kämpfte gegen den Gott Indra und vergifteten dessen Soldaten. Indra schuf daher eine Heilquelle und seitdem (Indra hat natürlich gewonnen) werden die Quellen genutzt um darin zu baden und alles schlechte aus dem Körper zu entfernen.
So lang sie einige Regeln beachten sind Touristen herzlich willkommen teilzunehmen.
Das war überhaupt sehr auffällig – bis auf Frauen die Ihre Menstruation haben ist alles hier sehr inklusiv und wenn man sich als Fremdkörper fühlt dann liegt das an einem selbst und definitiv nicht an den Balinesen.



Der letzte Stopp war dann Goa Gajah – oder auch Elefantentempel – dies war der Meditationsort eines anderen Königs. Kleiner und doch sehr beeindruckend. Vor allem weil er wohl in einer doch sehr stickigen Höhle meditiert hat.

Inzwischen sind wir an einem kleinen Foodmarket angekommen, essen ganz klassisch Pizza und Burger und rennen dann ins Bett. Um 4 Uhr morgens kommt nämlich Gusti wieder um uns abzuholen. Wohin? Erfahrt ihr morgen 🙂




Maria vor dem Wasserfall sieht toll aus! Aber Gusti zusammen mit Euch in traditioneller Kleidung ist auch sehenswert!
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