Gemischte Gefühle

Eigentlich wollten wir ja gestern einen Ausflug in Lomboks Norden machen… Eigentlich.

Die Kommunikation mit dem uns empfohlenen Fahrer den wir ausgesucht haben gestaltete sich etwas schwieriger als gewohnt. Aber es muss ja nun auch nicht jeder immer sofort antworten wenn wir uns per WhatsApp melden. Da es Fahrer sind ist mir das sogar ganz lieb :).

Am Mittwoch Abend stellte sich heraus, dass der Donnerstag ein Missverständnis war und er keine Zeit hat. Wir haben kurz überlegt noch einen anderen anzuschreiben, haben uns dann aber für die ruhige Variante mit Massage im Hotel entschieden. Für das bisschen was wir wirklich sehen wollen bleibt noch genug Zeit.

Dienstags und Donnerstags gibt es morgens um 8 Yoga am Strand, zudem auch noch direkt vor unserem Zimmer.

Das haben wir Dienstag morgen schon gemacht, da waren wir 3 Gäste die daran teilgenommen haben.

In meiner Naivität dachte ich immer das sei zur Entspannung. Haha :).

Zumindest habe ich eine Ausrede den Fitness Raum nicht zu benutzen.

Gestern sind wir also wieder früh zum Yoga gedackelt und waren auch tatsächlich die einzigen. Ne Yoga Privat Stunde am Meer. Man kann den Tag schlimmer starten.

Gibt’s davon ein Video? Vielleicht… Werde ich das hier online stellen?

Ganz sicher nicht :).

Nach dem anschließenden Frühstück wollten wir eine Massage, es gab aber erst zum Abend Kapazitäten. Also haben wir den Tag mit Faulenzen, Karten spielen und Faulenzen verbracht und am Abend unsere Massage mehr als genossen und sind nach einem tollen Abendessen früh ins Bett gegangen um heute einen tollen Tag in Süd Lombok zu verbringen.

Der Fahrer war pünktlich da, es war nur nicht der den wir erwartet haben.

Er stellte sich als bester Freund vor und schon ging es los.

An sich kein Problem, aber es wäre nett gewesen uns das vorher zu sagen. Immerhin hatten wir einen Grund genau den Fahrer zu buchen und hätten so vorher die Gelegenheit gehabt zu überlegen ob wir das wollen.

In Verbindung mit einem etwas verstimmten Magen, schlechterem Englisch und den immernoch gewöhnungsbedürftigen „Verkehrsregeln“ war ich eine Weile stinkig und habe überlegt einfach abzubrechen. Das dezent irre Lachen des Fahrers hat nicht geholfen.

Dann aber kamen die ersten Stops und ich war versöhnt. Besonders beeindruckend war die archaische und traditionelle Lebensweise im Sasak Dorf Sasak Ende.

Es ist mit 31 Familien das kleinste dieser Dörfer das Touristen empfängt und hatte etwas sehr persönliches.

Die Unterkünfte sind jeweils Häuser aus Bambus und Stroh mit nur einem Raum. Frau und Kinder schlafen drinnen, die Männer davor. Das hat mit dem Prinzip des Hati Hati (übersetzt Achtung, als Warnung) zu tun. Die Kinder sollen manche Dinge nicht sehen. Für die Zweisamkeit von Mann und Frau gibt es festgelegte Zeiten zu denen die Kinder nicht da sind. Unter Männern wird das was dann passiert auch gern als Hati Hati beschrieben, nur mit anderer Betonung.

Das da oben sind die Matten auf denen geschlafen wird. Nicht ganz so wie bei uns im Hotel, wie der Guide treffend feststellte.

Viele Dörfer auf Lombok haben sich auf jeweils ein Handwerk spezialisiert und betreiben dieses als kooperative. So wie auch Sukara, das wir vorher besucht hatten.

Wir haben dort zwar etwas schönes kaufen können, aber Maria fehlte noch ein Sarong für den nächsten Indonesien Besuch. In Sasak Ende haben wir dann einen gefunden.

Regen zog auf und so haben wir Kuta Beach nur langsam passiert, sind aber nicht ausgestiegen. Verpasst haben wir glaub ich nichts. Netter Strand mit ein paar Ständen, leichter Hippie Vibe mit kreativen Restaurants und Unterkünften, sonst aber auch nichts.

Weiter ging es zum Wae Beach und leckerem essen am Waroeng (indonesische Garküche).

Das krönende Highlight des Tages war der Besuch im Dorf aus dem unser Guide kommt. Es besteht mehr oder minder aus den Familien seiner 55 Cousins und Cousinen und natürlich seinem Elternhaus.

Auch wenn sich das Gespräch über Sprachgrenzen hinweg schwierig gestaltete war es ein herzliches und warmes Erlebnis, das diesen Urlaub noch Eindrucksvoller werden lässt.

Der Kaffee wurde gestern roh von der Tante gebracht, seine Mutter hat ihn gestern geröstet und gestoßen.

Als sein Vater hörte das ich keinen Roller fahren kann, kam er aus dem Lachen nicht mehr raus.

Ein toller Einblick in eine nicht mehr ganz so fremde Welt.

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