Puscheliges Österreich

Und plötzlich waren wir zu dritt.

Schon bevor Puschel da war stand die Frage im Raum: wo fahren wir als erstes mit ihm hin? Und wann?

Lui sagte dazu mal: Lasst euch einfach Zeit bis es sich richtig anfühlt und dann bucht was, findet sich schon alles. Ja, da hatte sie recht. Danke Lui!

Ich bin ja normalerweise mehr so der „in anderthalb Jahren ist Urlaub, wir sollten jetzt aber wirklich langsam was buchen“ Typ, aber derzeit ist alles ein wenig „anders“ und wir mussten erst sehen wen wir da bekommen und auch selbst erstmal mit ihm ankommen. Sind wir noch nicht so ganz, aber gleichzeitig mussten wir auch einfach mal raus.

Da ich nur eine Woche Urlaub habe und wir mit einem beinahe 10 Wochen alten Kind auch keine weiten Strecken fahren wollten, lag das deutsche Mittelgebirge sehr nahe (oder ähnliches), aber als wir uns vor etwa 14 Tagen entschlossen haben es tatsächlich zu wagen in den Urlaub zu fahren, da waren einfach keine Angebote zu finden die ihr Geld wert gewesen wären und unseren, gefühlten, derzeitigen Bedürfnissen gerecht werden würden. Man könnte auch sagen: die Angebote waren schlecht und teuer.

Die Lösung: dann fahren wir eben doch weiter. Auf nach Österreich.

Gleichzeitig bot das wieder die Möglichkeit bei guten Freunden in Mistelgau zu halten, Zeit mit Ihnen zu verbringen (wie immer zu wenig) und Ihnen den kleinen Zwerg vorzustellen. Das Wetter belohnte uns am Sonntag morgen dann noch mit wundervollem Sonnenschein bei einer kleinen Wanderung den Hausberg hoch, bevor es weiter an unser eigentliches Ziel Obertraun in Österreich ging.

Puschel hat die Fahrt wunderbar mitgemacht und die Stillpausen waren auch merklich kürzer als sie noch vor 3 Wochen gewesen wären. Nur im Auto wickeln ist manchmal echt eng :-).

Gestern Abend kamen wir also in unserer Ferienwohnung an, haben das nötigste Ausgepackt und sind sehr früh ins Bett gefallen.

Damit Maria noch etwas schlafen kann sind Puschel und ich heute morgen los gestiefelt um beim lokalen Bäcker Brötchen zu holen. Süßer kleiner Ort, alles lag noch in einem wunderschönen Nebel und um 7:00 Uhr waren auch erst etwa 20 Asiatische Touristen aus ihrem Bus gefallen (ich vermute die wollten zu einer der Höhlen der Gegend und waren einfach zu früh da). Kurz vorm Bäcker habe ich festgestellt das Puschel an einem Fuß nur noch seine Socke und nicht mehr sein wärmendes Schühchen trägt. Also ging es (Bepackt mit leckeren Brötchen und Lebkuchen) auf dem selben Weg zurück, vorbei am Bahnhof, hinunter zum See und immer dort entlang – und nicht wie geplant bei den Kühen auf dem Rundweg vorbei. Das Schühchen haben wir dabei leider nicht gefunden, dafür aber einen sehr schönen Blick auf den See erhascht. Zurück in der Unterkunft konnten wir dann fröhlich Mami wecken und auch das Schühchen finden. Was man gar nicht angezogen hat, kann man nämlich auch nicht wirklich verlieren.

Das Wetter zeigte sich heute von seiner besten Seite und der Wetterbericht ist recht unstet. Anstatt alle 5 gerade sein zu lassen haben wir uns also entschieden zur 40 Minuten entfernten Seilbahn zu wandern (merke: starte beim nächsten mal Komoot und lass dir nur asphaltierte Wege und unter 25 % Steigung anzeigen wenn du mit dem Kinderwagen unterwegs bist) und zum Krippenstein hoch zu fahren.

Die Seilbahn ist hier in 3 Abschnitte geteilt und wir wollten an das Ende des 2.. Während beim ersten noch alle mitreisenden in der Gondel ganz verzaubert von unserem kleinen Puschel waren, so herrschte im 2. Teil dann eher betretenes Schweigen, das Kind hatte entschieden sich vorzustellen. Laut, deutlich und ausdauernd.

Also eigentlich hatte er einfach nur Hunger. Hatten wir irgendwie auch und so haben wir bei der Bergstation erstmal alle 3 was zu essen bekommen. Das Restaurant da oben kann man tatsächlich empfehlen, ist bei Bergstationen ja nicht unbedingt immer so.

Netter Nebeneffekt auf den mich Maria später hinwies: wir waren tatsächlich das erste mal zu dritt im Restaurant.

Das eigentliche Highlight am Krippenstein (neben den unterschiedlichen Höhlen die wir erstmal nicht mit Kleinkind machen möchten), sind die 5 Finger. Eine Aussichtsplattform auf 5 Glieder aufgeteilt mit herrlichem Blick über Obertraun, Hallstatt und noch viel weiter. Auch den Schaffberg, auf dem wir ja im Mai erst waren, konnten wir von dort sehen. Einfach ein toller Ausblick und viel frische Luft. Nur die Sache mit dem Kinderwagen und den Wegen.. am lustigsten waren die Momente wo der Wagen wieder an irgend nem Stein hängen blieb und nen ordentlichen Ruck in 40 Grad Winkel brauchte um weiterzukommen. Nein Leute, da ist kein Kind drin.. das Trage ich in ner Trage am Bauch. Ja, das ist ein Kind. Nein, ich bin nicht komisch fett :-).

Zurück an der Talstation gab es Kaffee, Kuchen und wieder ne Stillpause (das 2. mal im Restaurant, wenn man es so nennen will) und ab zurück ins Tal, noch ein wenig Nahrungsmittel kaufen.

Nun sind wir zurück in unserer Unterkunft, das Kind pupst fröhlich vor sich hin und Maria wird gleich in die Schwimmhalle gehen. Die Sauna schalten wir auch gleich an, vom ständigen kinddurchdiegegendgeschleppe hat sie nen ordentlichen Muskelkater.

Mal gucken was wir morgen so treiben…

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