Die Hochzeit…

Na, nun ist es so weit, ihr kriegt endlich was zur Hochzeit und dem Hauptgrund der Reise zu lesen.

Aber eins nach dem anderen.

Gegen Mittag sind wir zu den Mädels gefahren. Rechtzeitig für ein paar wahnsinnig leckere Snacks und Champagner. Jessicas Salon befindet sich im Untergeschoss eines wahnsinnig schönen Hauses mit wundervollem Blick auf die umliegenden Appalachen. Irgendwie scheint sich dieser Blick so aufs Gemüt auszuwirken, das alleine bei ihr zu sein schon die Laune noch ein wenig weiter hob.

Megan hatte für einheitliche Pyjamas für die Mädels gesorgt und ich war gleich noch etwas glücklicher, an diesem Teil nur so kurz teilzunehmen und keinen eigenen erhalten zu haben :-).

Nach etwa einer Stunde vor Ort haben wir uns wieder auf zum Mittagessen gemacht und Maria ist mal wieder Maria: Es gab wieder mein heiß geliebtes Teriyaki Huhn. Das muss Liebe sein!

Wir hatten dann noch etwas Zeit, uns im Hotel auszuruhen und fertigzumachen, bevor ein enger Freund von Megan (Sorin, ursprünglich aus Rumänien, seit 24 Jahren in den USA und heute Vice President First Responders bei AT&T, ein unglaublich angenehmer Mensch) uns abgeholt und zu einem anderen Hotel gebracht hat.

Die Salish Lodge liegt direkt an den Wasserfällen, die eine der Hauptattraktionen der Gegend sind und gilt als das beste Hotel am Platz. Hier hat uns Cameron, ein anderer enger Freund von Megan, bereits erwartet. In den letzten Tagen haben wir schon viel Zeit mit Cameron (kommt ursprünglich aus Wales und ist Chelsea Fan – niemand ist perfekt – aber war auch schon 2-mal in der Försterei und hat mich mit EISERN begrüßt), seiner Frau Nathalie (die Trauzeugin) und deren Tochter verbracht.

Wir hatten noch etwas über eine Stunde Zeit und das bot genug Raum für den ein oder anderen Cocktail / Longdrink, bevor uns Sorin dann per Autopilot im Tesla zur Hochzeit gebracht hat. Seine Frau Carla fuhr gleichzeitig Joey und Megan hin.

Die Scheune war inzwischen ein wundervolles Sammelsurium an Ideen, Kleinigkeiten aus den Epochen und viel Liebe geworden. Es ist unglaublich, was man mit genug Inspiration mit kleinen Mitteln erreichen kann und manchmal wünschte ich, ich wäre nicht so ein grober Klotz, wenn es um solche Dinge geht. Aber man kann auch nicht alles können :-).

Die Gäste trudelten ein, Maria hatte Usher im Ohr und hat geholfen, jeden zu seinem Platz zu bringen und dann wurde es Zeit für die Zeremonie.

Wie schon erwähnt sind hier mehr als Trauzeugin und -zeuge involviert und so durfte ich an der Seite von Megans Bruder Adam, mit dem ich in der Jugend sehr, sehr viel schöne Zeit verbracht habe, in die Reihe der engsten Freunde aufrücken und ganz nah dabei sein. Ein tolles Erlebnis, für das ich sehr dankbar bin.

Nun waren wir also alle da. Die Gäste, der Freund, der Megan und Joey trauen sollte, ein sichtlich aufgeregter Joey, die Sonne und hinter uns der schöne Mount Si. Fehlte nur noch die Braut. Die kam dann in einem Kleid, das einfach nur Megan schrie, an der Seite ihrer Eltern zu uns und das Lachen und die Freude des Brautpaars überstrahlte alles andere.

In den Staaten muss kein Standesbeamter für die Trauung anwesend sein. Den Papierkram erledigst du vorher und die eigentliche Zeremonie kann jeder vornehmen, der einen kleinen Onlinekurs mit kurzem Test abgelegt hat. So kommt es, dass es meist Freunde und Verwandte sind, die diesen Teil übernehmen. Und so auch hier, es handelte sich um einen engen Freund und Kollegen der beiden. Eine wirklich schöne Option, die das Ganze noch ein wenig intimer und persönlicher macht. Später haben wir erfahren, dass 6 Paare anwesend waren, die Joey getraut hat.

Die Reden und Gelübde waren wunderschön und haben das gemeinsame Lachen der beiden unterstrichen, aber auch die liebevolle Art beider mit sich und der Welt umzugehen, man war schon sehr verzaubert und mehr als einer war froh, die von Megan bestickten Taschentücher mit „get your shit together“ dabei zu haben.

Im Anschluss gab es eine gute Runde Champagner, viel Früchte und Käse aus der Region und etwas später – nach wieder sehr rührendenden und „nahen“ Reden Pizza aus dem Holzofen. Auch etwas anders als vielleicht gewohnt, aber wahnsinnig lecker und wieder einfach locker.

Es gab keine Sitzordnung und während ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie – einige habe ich 23 Jahre nicht gesehen – verbringen konnte, haben wir uns doch entschieden, gemeinsam einen Tisch mit Sorin, Carla, Sophia, Nathalie und Cameron zu suchen. Megans Freundin Abby, die dabei war, als alle hier vor 2 Jahren erfahren haben, dass Maria mit Puschel schwanger ist, kam auch noch dazu.

Der DJ hat sich alle Mühe gegeben und wurde mit einer tanzenden Menge belohnt. Manches kannten wir, manches haben wir noch nie gehört und nen Linedance auf ner Hochzeit (ist immerhin doch eher ne kleine Gemeinde) haben wir auch noch nie gesehen.

Amerikanische Hochzeiten enden etwas früher und so haben wir die Party gegen 22:00 Uhr mit lokalem Bier, einem letzten Blick auf Mount Si und viel Freude ausklingen lassen.

Das Brautpaar ist dann noch mit Freunden in die Lieblingskaraoke Bar gezogen, aber wir haben uns für Hotel und Bett entschieden und werden nun so langsam in Richtung Downtown Snoqualmie aufbrechen, ein paar Fotos des lokalen Museumszuges machen, ein Outlet durchstöbern und später noch etwas an einem See spazieren gehen, bevor es morgen heißt: Wale voraus.

Ein Kommentar zu „Die Hochzeit…

  1. Vielen lieben Dank für diese sehr unterhaltsamen Blogs! Und wow! Nicht nur das Hochzeitspaar strahlt mit der Sonne um die Wette. Ihr seht toll aus 🙂

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