Uff…

Uff? Ja, uff! Ganz großes Doppeluff – aber positiv!

Gestern habe ich damit geendet, euch mehr zu Johannesburg und unserem Privatkoch zu erzählen. Nun waren wir aber inzwischen außerdem im Apartheid Museum und in Soweto, und es fällt nicht leicht, alles „auf die Schnelle“ für einen selbst und auch hier zu verarbeiten. Verzeiht also, wenn ich etwas springe.

Beginnen wir bei den weiteren Eindrücken der Stadt und ihrer Geschichte.

Johannesburg ist 135 Jahre alt – im Prinzip ein Baby, aber verantwortlich für etwa 10 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des afrikanischen Kontinents.
Alles begann mit einem Goldrausch Ende der 1880er Jahre und entwickelte sich rasend schnell von einer einfachen Zeltstadt zu einem Zentrum mit über 100.000 Einwohnern. Fast forward nach heute: Hier leben über 5 Millionen Menschen.

Wie immer in solchen Szenarien gibt es enorme gesellschaftliche Unterschiede mit extrem reichen (Bentley, Lamborghini, Lotus? Kannste alles um die Ecke kaufen, und die Showrooms sind dezent größer als der gewöhnliche deutsche VW-Händler), aber auch extrem armen Gegenden. Diese liegen aber nicht etwa wahnsinnig weit auseinander, sondern nur ein paar Kilometer und haben nur einen „kleinen Puffer Mittelschicht“ zwischen sich.

Nun mischt sich noch die Vergangenheit der Apartheid mit ein. Schwarze (im weitesten Sinne) durften im Prinzip nur mit Genehmigung und zum Arbeiten in die Stadt. Sie hatten in den Townships um Johannesburg herum zu leben – vor allem im Süden der Stadt, wo sich mit 4 km die tiefste Mine der Welt befindet.
Während also die Weißen immer reicher wurden, wurden die Lebensbedingungen der schwarzen Bevölkerung immer prekärer, und es gab keine Aussicht, diesem Kreislauf zu entkommen.

Während es keine größeren natürlichen Wasservorkommen gibt und dieses über ein Leitungssystem über 300 km herangepumpt werden muss, ist es doch die grünste Stadt, die ich je gesehen habe. Man nennt sie auch den größten von Menschen gepflanzten Wald der Welt. Man kann, bis man an die Ränder der Stadt kommt oder im zu betonierten Zentrum ist, keinen Meter gehen, ohne die Vielfalt an Grün zu bewundern.

Mit dem Ende der Apartheid in den 90er Jahren haben viele Unternehmen ihre Zentralen in der Innenstadt verlassen und teils zugemauert. Corona hat dies nochmals beschleunigt. Heute werden diese Gebäude nach und nach als Wohnraum genutzt, und der Anblick vieler Bauten nach brutalistischem Vorbild, mit Gardinen und Wäsche verziert, fügt sich in das unglaublich diverse Bild dieser Stadt.

Ihr seht, es ist nicht ganz einfach, das in Worte zu fassen, und jeder Eindruck kann nur ein Versuch einer Annäherung sein. Aber eins ist sicher: Für mich ist es eine der spannendsten Städte, die ich je gesehen habe – und das, obwohl wir nur kurz hier sind und den allergrößten Teil nur von außen und für einen kurzen Moment sehen.

Zurück in der Unterkunft kam, wie berichtet, unser Privatkoch.

Ich hatte vorab etwas recherchiert, und wir waren uns einig, uns ein Grillbuffet zu gönnen.
Kurz gesagt: beste Idee überhaupt!

Franco und sein Mitarbeiter (auch Franco) waren unglaublich witzig und absolut großartig. Sie haben unsere Getränkeversorgung übernommen, das Grillhaus in Beschlag gelegt und ein wahnsinnig leckeres Abendessen zubereitet. Hinterher haben sie dann auch aufgeräumt und abgewaschen – außer uns die Bäuche vollzuschlagen, mussten wir absolut gar nichts machen.

Und die Bäuche vollschlagen können wir. Ihr seht ein paar Eindrücke weiter unten.

Und nun etwas, das ich normalerweise absolut nicht mache: Hier der Link zu Franco. Wenn ihr in Johannesburg seid oder nur erfahrt, dass jemand hinfliegt: Bucht ihn! Es ist ein Erlebnis, das sich kaum vergleichen lässt.

https://share.google/4LdytBp168x65qBa9

So. Ich bin platt. Apartheid Museum und Soweto machen wir morgen.

Welcome to JoBurg…

Jaahaaa … ich bin schon wieder im Urlaub. Und ja, ich habe mir hiermit etwas Zeit gelassen. Wahrscheinlich zu viel, um die letzten 48 Stunden auch nur ansatzweise gut abzubilden, aber schauen wir mal.

Die gesellige Herrenrunde ist diesmal in stark anderer Besetzung und etwas weiter weg. Die Planung ging dafür bedeutend einfacher als sonst. Einer ist leider vorher ausgefallen, und deswegen sind wir nun zu neunt. In Südafrika.

Wenn ich meine, dass die Planung einfach war, dann meine ich, dass die Jungs recht handzahm waren. Im Prinzip ist alles, was ihr in den nächsten Tagen lest, auf meinem Mist gewachsen, und die Jungs sagten eigentlich immer nur: geil, machen wir!

Es ging also am frühen Sonntagmittag zu den Flughäfen Frankfurt und Berlin, und wir trafen uns in Paris. Von dort ging es auf die Langstrecke nach Johannesburg. Air France umfliegt den afrikanischen Kontinent aufgrund fehlender Überflugrechte weitgehend, und der Flug dauerte 11,5 Stunden – so kamen wir zur besten Mittagszeit in Johannesburg an.

Dass in Frankfurt und Paris jeweils alle in den Flieger kamen, war nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit, aber wir haben es alle geschafft.

Am Flughafen haben wir uns unsere beiden Mietwagen geholt – zwei Suzuki Swift für neun Kerle. Aber größere Autos wären bedeutend teurer gewesen, und im Normalfall fahren wir nur kurze Strecken. Also: alle Taschen und Köfferchen einmal quer über alle verteilt, und ab geht’s in die nächste Mall für ein kleines Mittagessen und zum Einkaufen für unsere Villa.

Villa? Oh ja! Gleich mehr.

Zum Shoppen ging es zu Woolworths Food. Sicher nicht die günstigste Variante, aber eine wahnsinnig tolle Auswahl und Qualität (auch wenn wir uns dann eher für Wagyu statt Straußenburger entschieden haben).

Vom Parkdeck der Mall konnten wir die Villa schon sehen, und die Fahrer haben die Hügel von Johannesburg mit viel Schwung und Mühe mit den dezent untermotorisierten Fahrzeugen bewältigt.

Unsere Unterkunft liegt in einer Gated Community. Es gibt also weitläufig um das Viertel einen großen Zaun (wie fast überall hier, gerne auch mit Stacheldraht und Elektrozaun) und zu der Anlage zwei Zugänge mit Schlagbaum und Wachpersonal. Das ist aber sehr freundlich, hier ganz normal und eben Alltag.

Unsere eigene Anlage hat dann auf der Zufahrt auch noch einmal zwei Tore.

Die Villa „Views for Africa“ ist alt, leider an vielen Stellen ein wenig runtergekommen, und vieles funktioniert nicht. ABER sie liegt auf einem Hügel, der einen Teil dieser wahnsinnig grünen Stadt überblickt, hat morgens und mittags unglaublich viel Sonne und ist riesig. Und ich meine riesig! Allein Entrée, Esszimmer und Wohnzimmer umfassen sicher fast 100 qm. Dazu kommen fünf Gästezimmer, vier Bäder, ein Ankleidezimmer, ein Arbeitszimmer, ein eigener „Braai Room“ (wir würden sowas „Schloss fürs Grillen“ nennen) und ein Pool mit Aussicht. Wenn jetzt noch Gartenmöbel da wären … aber wir sind ja kreativ.

Der Montagnachmittag und -abend bestanden aus dem Genießen unserer Unterkunft, der Aussicht und der Getränkebestände. Die waren irgendwie doof kalkuliert, und wir mussten „etwas später“ noch Uber Eats bestellen. Aber auch das hat nach einigen Anlaufschwierigkeiten geklappt.

Um 05:38 Uhr morgens hörte ich es laut platschen. Der Erste im Bett war dann wohl auch der Erste im Pool.

Nach ein paar Schwimmübungen, vielen Witzen, die eher nach Nivea denn nach Niveau klangen, und einem kurzen Frühstück ging es zur Rosebank Mall und zu einer Stadtrundfahrt im Doppeldecker.

Während die meisten Ecken von Johannesburg aus Einfamilienhäusern und kleineren Ansammlungen bestehen, sind die einzelnen Zentren dann wieder riesig. Im Allgemeinen kann gesagt werden: im Süden Wellblech, im Norden Millionenvillen. Das ist nun sehr stark vereinfacht, kann aber als Faustregel herhalten. Allein die Mall ist wahnsinnig schön, locker und kreativ aufgebaut und bietet von hochwertig bis knapp darunter alles, was man braucht – und natürlich auch das, was man nicht braucht.

Im Doppeldecker drei Stunden durch die unterschiedlichsten Gebiete und unter praller Sonne bekommt man einen ersten Eindruck dieser pulsierenden Millionenstadt, die diverser und reicher an dramatischer Geschichte kaum sein könnte. Dazu mehr in den nächsten Tagen. Gerade ist Franco gekommen, unser Privatkoch fürs Grillbuffet heute Abend.

Die Sonnencreme ist alle…

Ein untrügliches Zeichen, dass sich der Urlaub dem Ende nähert.
Wir könnten zwar vor Ort neue kaufen, aber das machen wir dann doch lieber, wenn wir daheim sind. Es gibt hier zwar alles, was man braucht, aber nichts hat ein Preisschild, und natürlich zahlt man in den Touri-Shops am Resort gesalzene Preise (so auch für das Schnorchelset, das gerade kaputtgegangen ist; im Sommer gibt’s was Vernünftiges).

Außerdem ist Easyjet (und unseren Arbeitgebern) die Menge unserer Sonnencreme vermutlich weniger wichtig als uns. Und so heißt es morgen um 14:40 hiesiger Zeit Abflug Richtung Heimat.

Die letzten Tage haben wir ziemlich entspannt zwischen Strand, Spielplatz, Pool und Wasserpark verbracht. Puschel liebt es hier, und so langsam ist er mit allem warm geworden und öffnet sich auch dem Personal mit seinen ständigen Späßen. Ich glaube, er würde noch eine Weile bleiben, redet aber auch immer mehr von seinen Freunden zu Hause (also eigentlich sollen sie herkommen) und freut sich auch ein klein wenig auf die Heimat.

Zeit für ein Fazit.

Nach all den Enttäuschungen im letzten Jahr habe ich bis 7 Tage vor Abflug (das war die Stornofrist) immer wieder Hotels verglichen und war extrem unsicher, ob ich das Richtige gebucht habe. Das war völlig unbegründet. Sicher, manchmal nervt die Hellhörigkeit des Zimmers, der Strand ist kein feiner Sand, sondern eher Mikrosteinchen, und das Thema Lebensmittelhygiene macht außerhalb des Resorts auch keinen Spaß, aber wir sind hier sehr glücklich und erholt.

Das Resort hat wirklich alles, was wir brauchen. Die Lage an der geschützten Bucht, dem Steg und Riff, die Nähe zum Flughafen (ohne mehr als ab und zu mal ein Flugzeug zu hören), das unglaublich freundliche und jederzeit um einen bemühte Personal, die ständigen Spielereien mit den Kindern – das alles fügt sich zu einem wundervollen kleinen Ort. Kein Paradies, aber wundervoll genug, dass wir entschieden haben, die Gedanken an einen Asienurlaub zu verschieben und im nächsten Jahr zurückzukommen.

Wenn es kleine negative Dinge gibt, so ist es die eher lustlose Kinderanimation (ist eher ein kleines Nebenbei-Programm, das auch nur zu entspannt eingeschränkten Zeiten stattfindet). Da passiert es schon mal, dass eine Aktivität im Kids Club stattfinden soll, da aber außer den Damen, die es veranstalten, niemand drinnen ist, während auf dem Spielplatz direkt davor sieben Kinder sind. Man könnte jetzt auch rauskommen und die Kinder animieren, mitzumachen, anstatt drinnen auf sein Handy zu starren, aber das ist Meckern auf hohem Niveau, und wenn sie in der Interaktion mit den Kindern sind, dann auch sehr liebevoll.

Ich persönlich würde jederzeit wieder in ein Hotel der JAZ Gruppe reisen, mir nur die Lage ganz genau anschauen – die kann sehr unterschiedlich sein.
Das Lamaya und das Schwesterhotel Solaya direkt nebenan liegen für uns perfekt.

Schön, dass ihr dabei wart, wir lesen uns im Februar.

Dingdong Dugong…

Es ist früher Nachmittag, sonnig, 27 Grad und leichter Wind. Am Strand wird Boule gespielt, und das Resort hat gerade eine angenehm ruhige Atmosphäre.
Hat es eigentlich fast immer, aber gerade um die Mittagszeit gibt es nur an der Poolbar (ruhige) Musik, und alles ist etwas runtergefahren.
Perfekter Zeitpunkt, um einen Cappuccino zu trinken und ein paar Zeilen zu schreiben.

Den Mittwochvormittag haben wir im Aquapark begangen. Vom Zimmer, wie beschrieben, nur ein paar Minuten zu Fuß und, samt Getränken und Speiseangeboten, im All Inclusive enthalten. Es gibt einen schönen Kinderpool (leider allerdings ohne Verschattung) und 19 große Wasserrutschen (inzwischen habe ich 10 davon probiert).

Die Orientierung fällt anfangs etwas schwer. Es gibt zwar zig Hinweisschilder, was alles nicht erlaubt ist (jeweils sinnvoll und wird von den Bademeistern absolut strikt, aber freundlich eingehalten), aber es gibt vier verschiedene Arten von Rutschen, und keiner sagt dir, bevor du ganz oben bist, für welche Rutsche du was brauchst.

Sieben Rutschen finden sich über den Umkleiden – dort kann man einfach so rutschen.

Die anderen sind an einem großen Turm gegenüber, und dort brauchst du: Rutschmatten für vier der Rutschen, einen normalen Reifen für sieben weitere und einen Spezialreifen für die letzte. Ich war natürlich ohne alles oben angekommen und konnte erst mal wieder runterdackeln.

Das Klettern lohnt sich aber! Neben einer tollen Aussicht sind die Rutschen abwechslungsreich, teils sauschnell, aber vor allem habe ich mich bisher auf allen sehr sicher gefühlt.

Ria hat ja eigentlich, aus Gründen, internationales Wasserrutschenverbot. Aber das wurde für hier aufgehoben, und so sind wir in der Rutsche mit dem Spezialreifen zu dritt runtergesaust. Das war toll! Puschel mochte es, ist dann aber doch lieber wieder zum Kinderpool mit seinen kleinen Rutschen gehopst – wo er konsequent nur eine einzige nutzt.

Die große Überraschung kam, als er mit seinen Puffels in ein tieferes Becken ging: Er hat sich komplett eigenständig fortbewegt und will mit den Schwimmübungen gar nicht mehr aufhören. Er definiert sich gerade als Kegelrobbe, und wenn er gerade keine Lust hat, selbst zu schwimmen, heißt es: Eine Kegelrobbe braucht Hilfe!

Am Nachmittag ging es zur Quad-Tour. Im Transfer im Jeep saßen noch sieben andere Gäste vom Hotel mit drin. Einer ist immer mal wieder aufgewacht und hat nach Wodka gefragt. Die Jungs hatten Buggys gebucht. Ich hoffe einfach, er saß nur auf dem Beifahrersitz.

Am Ziel angekommen, ging es erst mal typisch chaotisch zu. Nicht ganz so schlimm wie damals in Hurghada, aber den Kopf schütteln kann man schon mal.

Bis alle zu ihren Gruppen gefunden haben, die Guides ihre handgeschriebenen Zettel fünfmal korrigiert und alle zehn Haftungsausschlüsse unterschrieben haben, dauert es eben eine Weile.

Dann wird noch eine Weile herumgesessen, und keiner weiß warum, und dann geht’s los. Natürlich erst mal zu den Kamelen. Das Kamelreiten ist für alle für fünf Minuten mit drin, aber diesmal haben zum Glück nur ein paar Damen das Angebot angenommen und alle meiner Kampfklasse dankend abgelehnt. Das Kamel war bestimmt erleichtert. Zwischendrin kam noch ein Junge mit einer Kreuzung aus Hase und Ziege vorbei, die man streicheln konnte, und ab ging es zu den Quads.

Auch hier wieder Chaos, bis alle endlich mal ihre Maschinen hatten, aber irgendwann war auch das erledigt. Es scheint, als wäre es Standard, dass ich überall auf der Welt eins mit Superprofil links und beinahe null Profil rechts bekomme, aber inzwischen bin ich ja daran gewöhnt. Die Möhren sind ungefähr in dem Zustand, den man sich vorstellt, hat aber alles geklappt.

Los ging es ganz gemächlich durch die Wüste. Im Gegensatz zu Hurghada war es leider nicht möglich, den Guide zu bestechen und separat schneller zu fahren, aber das Tempo wurde schrittweise erhöht, und zum Schluss konnte man die Geschwindigkeit auch kurzzeitig voll ausfahren. Was in Hurghada immer sofort unterbunden wurde, war hier kein Problem: überholen und zur Spitzengruppe fahren. So hatte jeder seinen Spaß in seinem Tempo, und es wurden immer wieder Pausen eingelegt, um die Gruppe zusammenzuhalten.

Die Gegend ist bedeutend hügeliger als Hurghada und die Tour damit bedeutend spannender, als einfach nur in der Wüste im Kreis zu fahren. Hindurch zwischen Felsen, Stops an Bäumen mitten im Nirgendwo, auf einem Hügel zum Sonnenaufgang hinter den Bergen und am Meer haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Mir hat’s einen Mordsspaß gemacht, und das Ende war dann auch gut organisiert, ganz ohne Verkaufsveranstaltung, und ich war schnell wieder im Hotel.

Puschel geht abends gern zur Kids Disco. Er bleibt zwar am Rand, aber er freut sich jedes Mal wie ein kleiner Wüstendrache, wenn wir hingehen.

Gestern ging es dann wieder nach Port Ghalib (nein, wir haben nichts getrunken!) auf die Seascope – ein etwas anderes Glasbodenboot.

Zuerst geht es etwa 15 Minuten lang aufs offene Meer in Richtung Marsa Mubarak. Dann hält das Boot, und es geht unter Deck. Eine große, klimatisierte Kammer mit riesigen Fenstern unter Wasser und Plätzen für alle Passagiere.

Zuerst haben wir über einem wahnsinnig schönen Riff mit toller Artenvielfalt gekreuzt und sogar einen Gitarrenhai gesehen, dann ging es weiter auf die Suche nach Schildkröten, die bald belohnt wurde.

Maria wollte unbedingt Dugongs sehen. Die Guides sagten gleich zu Anfang, dass die Chance dafür nur bei 50/50 liegt, aber bald wurde das zum Running Gag in unserem Teil des Boots.

Der Guide in unserem Teil des Boots war unglaublich aufmerksam und toll. Ja, ich weiß, Trinkgeld und so, aber ehrlich: Das hat er sich sowas von verdient. Er hat auf tolle Art und direkt auf alles hingewiesen, was sich bewegt und spannend ist (und auch, wenn man gerade dabei ist, was Tolles zu verpassen, weil es auf der anderen Seite stattfindet), hat sich irgendwann unser Handy geschnappt und tolle Fotos und Videos von und für uns gemacht und war dabei einfach lustig charmant.

Als wir noch ganz verzaubert von den Schildkröten waren, hat das Boot an einer Stelle gestoppt, ab der eine Weile außer Sand am Boden einfach nichts zu sehen war – bis plötzlich am Rand des Sichtbaren ein Dugong auftauchte und sanft unter dem Boot hindurchglitt. Das war nicht nur magisch, sondern aufgrund des Running Gags auch einfach eine tolle Stimmung an Bord.

Wir haben den Dugong eine Weile begleitet. Er hat irgendwann entschieden, zu aller Belustigung, mit einer Schildkröte „zu spielen“ und ist danach genauso natürlich entschwunden, wie er kam.

Danach ist das Boot wieder nach Port Ghalib zurückgekehrt, und wir waren glücklich.

Heute ist wieder der Wasserpark angesagt gewesen, und am Nachmittag werden wir das Kind am Strand wohl die Arche Noah ausbuddeln lassen, oder so.

Der Pharao hat zugeschlagen…

Zur Mittagszeit steht die Sonne auf unserer Terrasse, und die knallt ganz schön. Anderswo merkt man das aufgrund eines steten Windes vom Meer nicht, aber auf der Terrasse macht es von 12 bis 15 Uhr wirklich keinen Spaß.

Auf Marias Vorschlag hin sitze ich also gerade im Schatten an der Poolbar, genieße den Blick übers Resort, ein leichtes Lüftchen und krame zusammen, was die letzten Tage so passiert ist. Viel ist es ja nicht, deswegen auch erst jetzt ein Bericht, aber immerhin.

Ich fühle mich weiter am richtigen Ort, und Puschel flitzt zwischen Spielplatz, Pool, Meer und Animationsbühne hin und her. Die Animation ist glücklicherweise sehr zurückhaltend, und so gibt es hier keine Dauerbeschallung und kein ständiges Angequatschtwerden. Auch Strandverkäufer gibt es keine, und so kann man ganz in Ruhe vor sich hin gammeln.

Als wir das gestern am Strand taten, saß etwas abseits auf einem Mast ein Fischadler und verspeiste sein Mittag. Schönes Tier! Wir hatten die Handys nicht dabei und daher keine Bilder. Während ich ihn ganz fasziniert anstaunte, ist Maria lieber einen Schritt weiter gegangen. Nicht, dass der Fisch noch vom Mast fällt.
Puschel hat ihn nur kurz registriert und hat uns am Strand weiter Kuchen gebacken. Außerdem bringt er uns aus Sand ständig scharfe und salzige Sauce – das Essen scheint ihn zu beeindrucken (auch wenn er sich inzwischen auf Nudeln mit Tomatensauce von Bassem an der Nudelstation eingeschossen hat, der jedes Mal versucht, ihn zu ein paar Experimenten zu überreden. Er lässt es sich meist nicht nehmen, Puschel den Teller persönlich zu überreichen, und beide freuen sich offensichtlich, sich regelmäßig zu sehen).

Neben dem Hauptrestaurant gibt es Snackhütten am Strand und noch das Strandrestaurant – hier gibt es ziemlich gute Sandwiches und Burger, im Hauptrestaurant eher einen leicht arabischen Einschlag mit vielfältiger Auswahl, die wirklich ständig wechselt.
Was es überall gibt: ziemlich gute Pommes :-).

Wir sind im Normalfall im Hauptrestaurant, und unser Kellner Mahmmoud stellt inzwischen unsere Getränke entsprechend unserer Sitzordnung automatisch hin. Für Maria gerade seinen Spezialtee …

Natürlich wird Trinkgeld überall gerne gesehen, aber – entgegen der Erfahrung im letzten Jahr – wird das hier nicht offensiv forciert. Sehr angenehm.
In den Gesprächen mit Mahmmoud haben wir zumindest einen kleinen Einblick in die Lebensrealität der Mitarbeiter bekommen können. Sie wohnen in großen Wohnanlagen auf der anderen Straßenseite, arbeiten 12 Stunden am Tag für 45 Tage und haben dann 10 Tage frei. Mahmmoud fährt dann zu seiner Frau und seinem zwei Monate alten Sohn, die sechs Stunden entfernt leben.

Ab Abteilungsleiterebene dürfen die Familien dazukommen, und es gibt größere Wohnungen.

Ob die Zimmer im Wohnheim einzeln oder mehrfach belegt sind, habe ich nicht gefragt, das wäre mir etwas zu persönlich gewesen.

Puschel mag aus irgendeinem Grund gerade nicht wirklich mit anderen Kindern spielen und erst recht nicht in den Kids Club gehen. Kaum vorstellbar, wenn man ein paar Monate zurückblickt, aber Kinder entwickeln sich eben in unterschiedlichen Phasen. Am Pool und am Spielplatz lernen wir dennoch sehr nette andere Familien kennen, und das Fazit ist (Gott sei Dank): irgendwie überall dasselbe :-).

Gestern ist der Kids Club ins Restaurant umgezogen und hat (leckere) Pizza gemacht. Da hat sich Puschel dann doch erwärmen können und auch ein paar vorsichtige Spielversuche mit anderen gemacht.
Am liebsten natürlich Tauben jagen mit anderen Jungs.
Abends ging es dann zur Bühne, zur Mini-Disco, allerdings der von einem Nachbarhotel, weil es bei uns recht spät anfängt. So groß war der Zeitunterschied aber nicht, sodass wir heute wohl wieder bei uns sein werden. So kann der kleine Rabauke die Kinder wiedersehen, denen er am Tag vielleicht einen Eimer geklaut hat.

Am Samstag haben wir einen Ausflug nach Port Ghalib gemacht. Das ist der nächstgelegene Ort, und wir wollten mal was anderes sehen. Leider ist Port Ghalib ein Ort, der einzig als Startpunkt für Bootsausflüge, ein paar Hotels und viele Restaurants gebaut wurde – ein kleines Disneyland also und vergleichbar mit der Marina in Hurghada. Nett, wenn einem das Essen im Hotel nicht passt und um sich mal die Beine zu vertreten, aber absolut unnötig.

Am unnötigsten war unsere eigene Unvorsicht. Es gab einen Laden, der damit warb, Starbucks-Kaffee zu haben – und das, was im Hotel wirklich nicht so pralle ist, ist der Kaffee.
Irgendwann kamen wir auf die Idee, dass es vielleicht nicht so clever war, außerhalb des Hotels einen eisgekühlten Kaffee zu bestellen. Hat uns aber nicht davon abgehalten, ihn auszutrinken.
Das erwartbare Ergebnis kam dann am Sonntagmittag: Maria fühlte sich nicht gut und hat sich vermutlich etwas eingefangen. Wir sind aber schnell in die Apotheke und haben das entsprechende Mittel geholt, und der Montag war nur etwas schlapp, aber schon wieder viel besser. Heute ist sie wieder fit und konnte mit Puschel im Pool planschen. Puh. Glück gehabt!

Gerade suche ich nach einer Quad-Tour für mich und einem Glasbodenboot für uns alle für die nächsten Tage.
Trinken werden wir dann nur aus Flaschen :-).

Same procedure as last year…


Nein, nicht ganz. Es ist zwar wieder Ägypten geworden, aber diesmal sind Maria und Puschel dabei, und wir sind außerdem nicht in Hurghada, sondern etwas weiter südlich in Marsa Alam.

Der geneigte Leser wundert sich vielleicht, war doch mein letzter Bericht aus Ägypten nicht unbedingt von Begeisterung geprägt.

Das stimmte für den Zeitpunkt des Berichts, aber rückblickend betrachtet war ich doch positiv überrascht und habe mich in Hurghada wohl – und vor allem sicher – gefühlt. Es ist eben niemand frei von Vorurteilen.

Für uns stand nun die übliche Frage an: Wohin im Winter?

Vor Puschel war eigentlich immer klar, dass wir ins Warme wollen. Die letzten Jahre haben wir uns mit dem kleinen Duracell-Häschen aber noch nicht gewagt, lange zu fliegen. Das war bis vor Kurzem auch immer noch so, und deswegen ist es nicht Asien geworden. Wir waren uns aber recht sicher: Einen Flug von maximal sechs Stunden und ohne Umsteigen bekommen wir hin. Aber eben ins Warme.

Zu dieser Jahreszeit bleiben da eigentlich bloß die Emirate und Ägypten – und aufgrund des Preises ist es eben Ägypten geworden.

Der Fokus lag von Anfang an auf Marsa Alam. Es liegt weiter südlich als Hurghada und ist daher noch einmal zwei bis drei Grad wärmer. Aber es fehlt dann auch die Stadt mit ihren Möglichkeiten und kleinen Ausflügen. Hier gibt es nun wirklich nur die Resorts und absolut nichts drum herum. In 20 Minuten ist noch Port Ghalib, aber das soll eigentlich auch nur eine Touristenmeile sein.
Ausflüge mit Jeep und Quad fallen mit Puschel noch aus, genauso wie eine Tagesreise nach Luxor / Assuan. Puschel macht noch Mittagsschlaf, und das geben wir nicht auf, so lange wir nicht müssen.

Das hier ist also absolut nichts mit Kultur (abgesehen von dem kurzen Kontakt mit Beschäftigten im Tourismussektor), aber für uns gerade genau das, was wir brauchen. Einfach mal baumeln lassen und für Puschel hoffentlich ein paar andere Kinder. Nicht so wie im Familotel am Rennsteig, in dem wir letztes Jahr die einzigen Gäste waren.

Nach längerer Recherche war klar, dass es ein Hotel der JAZ-Kette sein soll, und die Wahl ist aufgrund der Bucht mit Schwimmstrand, guter Infrastruktur, nah am Airport, expliziter Auslegung auf Familien, eines Wasserrutschenparks und einigem anderem auf das JAZ Lamaya gefallen.

Von Fürstenberg ging es 20 Minuten früher als geplant los, und die Straßen waren am 01.01. wie leer gefegt, sodass wir nach etwa 80 Minuten Fahrt bei WeParking in der Nähe des Flughafens ankamen. Günstig, gut organisiert, freundlich. Und der Shuttle fährt direkt ans Terminal (bei MacParking und Co. oft weiter entfernt, und ein Parkplatz direkt am Flughafen war bedeutend teurer). Nur dass wir anstatt der angekündigten fünf Minuten dann fast 30 warten mussten, bis der Transfer losging, war ärgerlich. Aber wir hatten genug Zeit.

Dank Check-in-Automat und selbstständigem Aufgeben des Gepäcks ging es am Flughafen superfix. Die Sicherheitskontrolle war offensichtlich noch in bester Festlaune, und auch sonst hat alles wunderbar funktioniert. So langsam wird auch der BER zum Flughafen. Der Polizist an der Passkontrolle hat viel mit Puschel gescherzt, aber eeeecht lange zwischen meinem Pass und seinem System hin- und hergeschaut. Ich durfte aber durch.

Die EasyJet-Maschine war nicht mal halb voll und ist ebenfalls etwa 20 Minuten zu früh gestartet. Wenn’s läuft, dann läuft’s. Die Crew war gut drauf, die Lüfte ruhig, und auf fast fünf Stunden Flug waren die Anschnallzeichen nur einmal für ein paar Minuten über Rhodos an.

In Marsa Alam das Übliche für Ägypten: Wir waren gefühlt die Einzigen, die ihr Visum (aka Einreisesteuer) online gebucht hatten, und so konnten wir an den vielen Schlangen vorbei, und unser Gepäck kam auch sehr fix. An der Einreisekontrolle wurde wieder kein einziger Blick auf Mensch und Pass geworfen, Hauptsache, das Visum ist da, am nächsten Checkpoint dann der entsprechende Stempel. Wenn man das weiß und alles entsprechend bereithält, ist man da in fünf Minuten durch.

Wie in Hurghada wurde alles Gepäck noch einmal durchleuchtet. Ist im Prinzip aber auch nur ein Band, das an einem Herrn vorbeiläuft, der Candy Crush oder so spielt.

Draußen wartete schon unser vorab gebuchter Fahrer von Steven Taxi. Super freundlich, tolles Auto und echt entspannt. Wir haben nämlich am Auto mitbekommen, dass wir einen Rucksack bei der Durchleuchtung vergessen hatten.
Peter also wieder zum Terminal – rein geht’s nur mit Pass, äh Stempel (der ist das Einzige, was zählt), also wieder zum Auto, Pass geholt und schnell Kontrolle. Da lag unser Rucksack dann auch. In irgendeiner Ecke, hat keinen interessiert – zum Glück.

In der Zwischenzeit hatte unser Fahrer angefangen, mit Puschel Ball zu spielen (den durfte er sogar behalten), und dann ging es in unter 15 Minuten zum Hotel.

Der Check-in war ähnlich wie im letzten Jahr. Setzen Sie sich da hin, trinken Sie was, geben Sie uns die Pässe, danach noch irgendwelche Blätter ausfüllen, dann noch bezahlen, und dann geht’s zum Zimmer. Dauerte länger als der Flughafen, aber so ist das nun mal.

Gebucht hatten wir ein Familienzimmer mit Meerblick. Muss man sich so vorstellen: Flur, Klo, kleiner separater Raum mit Bett für Kinder, Behelfstür, eigentliches Zimmer, Balkon oder Terrasse.

Ich hatte vorab um ein Zimmer mit Doppelbett (keine getrennten) und im Erdgeschoss gebeten. Daher gab es dann Poolblick und nicht Meer, aber den Kleinen einfach von der Terrasse loslaufen zu lassen, ist Gold wert. Außerdem ist der Spielplatz keine 20 Meter entfernt, und der Kids Club ist auch dort. Und der Steg in die Bucht ist auch gleich ums Eck. Wir sind happy.

Das Hauptrestaurant wird in den Bewertungen gerne als Bahnhofshalle beschrieben. Ist was dran, aber es ist nett gemacht, das Essen ist vielfältig und lecker, und sämtliches Personal ist unaufdringlich freundlich – und wie Maria feststellte: Sie wirken, als meinten sie es sehr ehrlich.

Die erste Nacht war super, und wir haben den Vormittag an Pool und Strand verbracht. Puschel war ganz außer Rand und Band wegen der Korallen und Fische, die er vom Steg aus schon gesehen hat. Als die Muschel, die ich im seichten Wasser beim Strand gefunden habe, aber plötzlich kleine Greifzangen hatte, war ihm das nicht so geheuer.

Der erste Eindruck also: Hier sind wir richtig.

Bloß weg hier…

Also das Hotel war wirklich ’ne Shitshow – anders kann man das nicht beschreiben.

Puschel mochte ja die Animation und den Trubel, und wir mochten die direkte Strandlage, aber da hört’s dann auch auf.

Das Essen, anfangs noch genießbar, wurde gradlinig schlimmer. Natürlich kann man immer auch woanders essen gehen, aber das war eigentlich nicht der Sinn.

Irgendwann war alles nur noch irgendwas zwischen zäh und matschig, einzelne Geschmäcker – absolute Fehlanzeige.

Die „Kaffeemaschinen“ wurden wässriger, die Saftautomaten hatten nicht viel mit Saft zu tun, und sauberes Geschirr gab es grundsätzlich nicht.

Ich hab kein Problem damit, wenn mal was nicht passt, aber die Bude war schlimmer als der Bahnhofskiosk von Wanne-Eickel.

Und – was am Anfang gar nicht so auffiel – alles war dreckig. Nicht sofort auf den ersten Blick, doch von Tag zu Tag mehr, vor allem nach dem Sturm. Viele Dinge, die da rausgepült wurden, blieben einfach tagelang liegen. Und an allen Ecken und Enden schimmelte es bei genauerem Hinsehen.

Ich könnte jetzt noch weiter machen, aber lassen wir es gut sein. Grupotel – nein danke. TUI Blue – nein danke.

Puschel war glücklicherweise nur am Mittwoch fiebrig und ab Donnerstag wieder recht fit. Wir haben es trotzdem ruhig angehen lassen und nur einen kleinen Ausflug mit der Bimmelbahn durch Alcúdia gemacht – fand er ganz großartig! Ich wiederum war froh, den bereits ausgearbeiteten Landweg für die Heimreise nicht zu brauchen (Expressfähre Alcúdia–Barcelona in 3,5 Stunden, TGV nach Paris in 7 Stunden, dort übernachten, ICE nach Berlin in 8 Stunden).

Am Abend waren wir im Tobagan essen – ’ne Mischung aus Eisdiele, Bar, Grill, Outdoor-Chill-Lounge, Spielplatz und Wasserrutsche. Ziemlich cool, ziemlich nett, ziemlich lecker.

Dann wurde es Zeit für die Heimreise, und da unser Flug erst recht spät gehen sollte, das Wetter traumhaft war und wir alle wieder mehr oder minder fit waren (ich hatte mir am Mittwoch noch übel den Magen verdorben und Maria hatte letzte Woche ’ne olle Zahn-OP), haben wir uns noch Tickets für eine Bootstour geholt.

Während wir auf dem Steg auf unser Boot warteten, kam ein Feuerlöschflugzeug im Tiefflug über die Bucht. Wooooaaah!

Die Bootsfahrt an der Küste entlang war dann einfach sehr entspannend, auch wenn wir beim Stopp nicht ins Wasser gesprungen sind.

Nach einem leckeren Mittag in einem Strandlokal in Alcúdia ging es dann zum Flughafen.

Mallorca, wir kommen wieder – Puschel will auch unbedingt. Nur an unserer Auswahl der Unterkunft müssen wir echt noch arbeiten.

In diesem Sinne – schön, dass ihr wieder dabei wart! Wir lesen uns wieder. Im Januar.

Lustiges vom Strand…

Wie versprochen 🙂

Die ersten Kleckerburgen sind gebaut und Puschel will nen Eimer. Hat er bei anderen gesehen und meint, damit bauen wir bessere Burgen.

Zum Glück hat er nicht so richtig mitbekommen, wie etwas weiter ein Vater von seinen Kids eingebuddelt wurde.

Ins Meer will der Kleine gar nicht so sehr. Für Wasser lieber der Pool. Aber Kleckerburgen, ja, die könnte er den ganzen Tag bauen.

Und ab und zu auf den Steg, um dort nach Fischis zu schauen.

Gestern haben wir einen Ausflug zum Safari Park gemacht. Man kann dort wählen, ob man im eigenen Auto oder in einer Bimmelbahn (mit Gittern) fahren möchte. Da die komische Hintertür vom Auto Puschel nicht wirklich was sehen lässt, haben wir uns für die Bimmelbahn entschieden. Die ist zwar unbequem, aber auch ganz witzig.

Vor allem, wenn plötzlich die Affen an den Gittern hängen und dich angrinsen.

Am Ende gibt es noch einen etwas traditionelleren Tierpark.

Die gesamte Anlage wurde Anfang des Jahres durch neue Betreiber übernommen und man sieht, dass an allen Ecken und Enden was passiert – ich bin gespannt, wie es in 3 Jahren aussieht. Wir kommen definitiv wieder.

Puschel hat dann wieder die Abendanimation mit seiner Urlaubsfreundin genossen. Die beiden haben sich an Tag eins an der Bühne kennengelernt und sind seitdem, wenn sie sich sehen, unzertrennlich.

Ihre Eltern hatten das Ganze sehr genau im Auge, sie kann nämlich „manchmal etwas übergriffig werden“. Wir haben herzlich gelacht – da haben sich ja zwei gefunden. Geht tatsächlich manchmal recht wild zu, aber beide scheinen damit ganz glücklich zu sein.

Heute Nacht ist ein ordentlicher Sturm übers Hotel gefegt. Das war auch was Spannendes, aber inzwischen herrscht wieder Sonnenschein und gute Laune.

Also im Hotel. Bei Puschel nicht so. Der hat heut Nacht Fieber bekommen und ist völlig platt.

Mal schauen, Freitag soll eigentlich der Flieger nach Hause gehen…

Mallorca ist für mich…

Ein Café auf dem Marktplatz in Llucmajor. Tapas in Palma. Planschen in einer Cala. Ziegenfleisch vom Grill. Iberico-Schinken, frisch am Markt geschnitten. Orangensaft aus der Presse im Supermarkt. Und noch einiges mehr.

Warum ich gerade darauf komme? Maria hat gestern am Strand gesagt: „Das ist nicht unser Mallorca“ – und sie hatte vollkommen recht. Gemeint war nicht der Strand, sondern der All-Inclusive-Cluburlaub. Der hat nichts mit der Insel zu tun und ist absolut austauschbar.

Das ist an sich nichts Schlechtes, heißt aber eben auch, dass es nicht wirklich unsere Art von Urlaub ist. Wir haben es hauptsächlich wegen Puschel so gebucht – und er genießt es total. Trotzdem würden wir in Zukunft manches anders machen. So zumindest der aktuelle Stand – wir sind ja erst am dritten Tag.

Das Alcudia Pins ist eine recht kompakte Anlage, die vermutlich im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut wurde. Irgendwie macht hier nichts so richtig Sinn. Ich vermute, die Verantwortlichen drehen alle paar Monate mal eine Runde durchs Gelände und sehen (oder wollen sehen), dass „alles läuft“.

Der Pool ist wirklich schön, der direkte Strandzugang ebenfalls, und die Zimmer sind sehr geräumig und sauber. Gleichzeitig sind sie aber auch unpraktisch eingerichtet und – typisch spanisch – so gebaut, dass alle paar Monate irgendetwas kaputtgeht.

Liegen am Pool gibt es genug, allerdings auf Kosten der Bewegungsfreiheit. Ein klassisches Henne-Ei-Problem: Gibt es zu wenige Liegen, meckern die Leute. Gibt es zu wenig Platz, meckern sie genauso.

Die Bars sind irgendwie an den falschen Stellen platziert und häufig unterbesetzt. Der Kaffee aus dem Automaten verdient seinen Namen nicht, und das Essen ist zwar grundsätzlich gut, wiederholt sich aber nicht nur alle paar Tage, sondern jedes einzelne Mal. Kartoffeln gibt es mal im Ganzen, mal geschnitten. Und die Fleischbällchen bekommen ab und zu eine andere Sauce – das war’s dann auch schon.

Kurzum: Die Anlage hat Potenzial. Puschel ist es egal, ob die Animation auf Englisch läuft – er findet sie klasse. Aber Essen und Getränke würde ich mir beim nächsten Mal eher sparen.

Was vielleicht negativ klingt, ist einfach nur eine Zusammenfassung dessen, was mir gerade auf den Wecker geht. Morgen (oder so) gibt’s dann wieder Lustiges und Schönes vom Strand :-).

Auf nach Liver… äh, Alcudia….

Ich hab ein Briten-Hotel gebucht. Fällt nicht wirklich auf, da es fast alles Familien mit Kindern sind, aber witzig ist es schon.

Aber der Reihe nach.

Im Sommer waren wir mit dem Wohnwagen unterwegs (nein, ich schreib nicht über jeden Ausflug hier) und es war klar, dass ich einen kleinen Gegenpol will. Maria wollte explizit Playa de Muro, ich wollte ganz bestimmte Eigenschaften am Hotel und so sind wir eben hier gelandet – im Alcudia Pins im Norden Mallorcas.

Warum Playa de Muro? Hm… also erstmal, weil es ein langer, sehr langer, schöner Strand ist. Vor allem aber, weil er sehr lange sehr flach bleibt und nach unserem Mallorca-Urlaub 2023 klar war, dass wir genau diesen Strand für Puschel haben wollen, wenn wir das nächste Mal kommen. Und hier sind wir :-).

Beim Hotel wollten wir direkte Strandlage und auch keine kleine Straße oder Ähnliches dazwischen. Eine Ausrichtung auf Familien – Puschel liebt andere Kinder –, All Inclusive und mindestens ein Wohn- und ein Schlafzimmer.

Die Kombination ist gar nicht soooo einfach zu finden, aber hier sind wir. Dass hier hauptsächlich Briten rumhängen, war irgendwie vorher nicht ersichtlich, ist uns aber eigentlich auch egal. Und bisher macht der Kleine die Kinderanimation auch auf Englisch ganz gut mit.

Gestern klingelte der olle Wecker um 5 Uhr und so langsam kamen wir alle in die Gänge. Das Kind muss den Braten gerochen haben und stand 5:40 Uhr vor uns (wir wollten ihn eigentlich erst 05:45 Uhr wecken). Also sind wir doch tatsächlich um 06:10 Uhr los – und damit 5 Minuten vor Plan. Na sowas…

Es gab auf dem Weg absolut keinen Stau, wir haben uns sogar getraut, mitten durch Berlin zu fahren. Angelangt am Flughafen, fix auf unseren Parkplatz und ab ins Terminal. Dort zum Schalter gehoppelt und es waren tatsächlich nur 2 Leute vor uns – ging also auch die Nummer mit dem Gepäck schnell.

Die Sicherheitskontrolle zeigte Wartezeiten von 10 bis 15 Minuten, aber wir wurden an zwei Stellen mit Kind schon beim Anstellen abgepasst und an den Wartenden vorbeigeschleust. Unaufgeregt, superfreundlich und auch total selbstverständlich. Was zum Teufel ist denn am BER passiert?

Unser Flieger ging 10:30, hatte keine Verspätung und auch dort konnten wir – Puschel sei Dank – recht früh reinhopsen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Flughafen noch nie so einfach war.

Der Kleine kam ans Fenster, Maria in die Mitte und ich an den Gang. Die beiden waren so schön miteinander beschäftigt, da vergingen die etwas über 2,5 Stunden „wie im Flug“.

Angekommen in Palma mussten wir ein Weilchen aufs Gepäck warten, aber auch nicht soooo lang. Witzig war: Wir waren hinten am Flieger ausgestiegen und zu einem wartenden Bus gegangen, während der vordere Ausstieg per Gangway direkt am Terminal erledigt wurde. Der Vorteil? Der Bus fuhr direkt zur Gepäckhalle. Das ist in Palma eine ziemlich Strecke zu laufen!

Als Nächstes brauchten wir unseren Mietwagen. Wieder wurden wir sofort aus der Schlange geholt und – dank Kind – an die Pole Position gesetzt. Es ging dort zwar auch an sich schnell, aber ich war wieder verblüfft.

So langsam waren wir aber auch alle müde. Zu merken unter anderem daran, dass ich erst dachte, das Auto hätte nur 2 Türen (die sehen aber auch komisch aus) und es außerdem dann nur mit Hilfe anbekam (erstes Mal Hybrid, ich weiß aber immer noch nicht, was ich falsch gemacht hab. Mal gucken, wie ich es wieder ankriege, wenn wir Ausflüge machen wollen…).

Erzählungen aus Alcudia folgen in den nächsten Tagen :-).