Homeward Bound…

Dienstag, 12:30 Uhr (deutscher Zeit), nicht weit von Dublin

Die Nacht war interessant… morgens um 3:00 Uhr kam Hund Chewy und bellte mich ein wenig an. Erst habe ich das ganz gut ignorieren können, aber irgendwann wollte ich dann doch schlafen und bin aufgestanden und habe ihn in den Garten gelassen. Wird sicher nur kurz pinkeln und dann schnell wieder rein kommen, immerhin regnet es in Strömen.

Ja, äh, nein… sah er nicht so. Eher ist er tiefer in den Garten und damit außer Sicht gerannt. Uff.. also Klamotten anziehen, Lampe mitnehmen, Hund suchen. Hoffentlich wird er nicht gleich von nem Koyoten gefressen – oder ich.

Ein paar Minuten später waren wir dann wieder drin und ich konnte weiter schlafen. Bis 4:25 Uhr, da ging es wieder los. Diesmal habe ich einfach nur meine Tür zu gemacht. Irgendwann hat ihn wohl wer in der oberen Etage gehört und Megan hat ihn dann nochmal raus gelassen. Hat aber alles nicht geholfen, er hat später auf den Teppich gekackt. Hatte sich wohl den Magen verstimmt. Armer kleiner.

Der Rest des Tages bestand aus vielen Gesprächen und viel Lachen in der Küche und einem kleinen Abstecher zu nem Markt für Farm Bedarf, danach ging es allmählich zum Flughafen.

Im Flieger hatte ich den selben Platz gebucht, der neben mir blieb diesmal tatsächlich leer. Jackpot… dachte ich.

Auf der anderen Seite des Fliegers, ein paar Reihen weiter vorne, hustete eine Frau sich 30 Minuten lang halb zu Tode, irgendwann tauchte ihr Sitznachbar dann bei mir auf. Kann ich ganz gut verstehen und – im Gegensatz zu der Dame auf dem Hinflug – ist er total nett und achtet sehr darauf das wir uns in Ruhe lassen.

Irgendwann wurden die Fenster wieder Dunkel, die Lichter gedimmt und im Prinzip alle sind eingeschlafen.

Aber eben nicht alle. Ein kleines Mädchen mochte den ganzen Zirkus überhaupt nicht und war der Meinung es reiche jetzt langsam und sie möchte gehen. Die nächste halbe Stunde verbrachte sie damit ihrer Mutter dies in schillerndsten Tönen vor zu schreien. Irgendwann ging die Mutter mit ihr weiter nach vorne Richtung Business Class, aber von da kamen sie dann recht schnell wieder zurück und gingen nach hinten, in die Galley. Wo war mein Platz nochmal? Richtig, ganz hinten :-).

Naja, irgendwann war auch ihre Kraft erschöpft und wir haben alle noch ein Nickerchen gemacht.

Eben gab es Frühstück und in ein paar Minuten sollte der Landeanflug auf London beginnen.

Das war mal ein etwas anderer Wochenendtrip. Schön das ihr auch hier dabei wart.

Ein ruhiger Start in den Tag..

Sonntag, 12:00 Uhr, Snoqualmie

So könnte man das nennen. Oder die kiffen hier einfach zu viel… Machen sie angeblich nicht mehr so oft, aber sicher bin ich mir da nicht.

Die Brauerei hatte tatsächlich leckeres Bier und wir saßen mit Pizza draußen, bis sie zu gemacht hat, um dann im Haus noch etwas weiter zu quasseln und um Mitternacht auf Elainas Geburtstag anzustoßen.

Nach einer recht entspannten Nacht bin ich gegen 06:30 mit einem Hund auf der Brust aufgewacht und habe mich etwas abschlecken lassen. Die Katze wäre mir natürlich lieber gewesen, aber Hund Chewy ist auch ganz süß.

Das wir Deutschen unsere Eigenheiten haben, habe ich schon als Austauschschüler im Jahr 2000 gelernt. Wenn wir 17:00 Uhr irgendwo sein mussten, dann ist vor 17:10 sowieso kein Mensch los gefahren.

Heute treiben wir das ein wenig auf die Spitze. Irgendwer geht seit 7:00 Uhr immer mal wieder für ein Nickerchen ins Bett und wir reden inzwischen seit 5 Stunden über Frühstücksoptionen. Jetzt sind fast alle am Tisch und ich glaube wir könnten irgendwann wirklich los fahren (ich habe mir zwischendrin 2 Toasts genommen). Es bleibt spannend, ist aber auch irgendwie entspannend.

Oh, während ich gerade schreibe wird diskutiert ob die Hunde so lange komplett alleine gelassen werden. Normalerweise ist immer irgend jemand hier.

Ich habe um 10:00 Uhr das erste mal überlegt darüber zu schreiben. Mal gucken wann wir was entscheiden (also tatsächlich und es wirklich auch machen). Wenn ich wirklich Hunger hätte könnte ich einfach an den Kühlschrank, aber so ist das irgendwie auch spannend…

Sonntag, 17:00 Uhr, Snoqualmie

Um 13:42 sind wir dann tatsächlich los gefahren und es ging zum Golf Club ins Restaurant.

Eingebettet in saftig Grüne Berge und sehr natürlich angelegt, ist das allerdings kein Edel Schuppen wie man ihn vielleicht aus dem Fernsehen kennt, sondern einfach ein Ort an dem ganz normale Leute Golf spielen – und eben auch was essen. War nett, aber auch nichts was man empfehlen müsste.

Was an dieser ganzen Entschleunigung wirklich schön ist, ist die Zeit die wir in aller Ruhe und mit viel Lachen zusammen verbringen – wir haben uns immerhin fast 4 Jahre nicht gesehen.

Megan musste danach noch etwas in ihr Klassenzimmer bringen (sie ist Lehrerin) und ich habe in der Zeit das Problem mit ihrer interaktiven Tafel gefunden.

Danach hat die Familie ein kollektives Nickerchen gemacht und ich habe mit der Katze gespielt. Der Plan ist in 5 Minuten los zu fahren und bei Megan’s Freund Joey Tischtennis zu spielen (ich glaube der putzt, seit er heute mittag hörte das wir kommen wollen), also werde ich in etwa 15 Minuten mal schauen ob irgendwer schon so richtig Hosen anhat oder so.

Sonntag, 22:45 Uhr Snoqualmie

Hatte natürlich keiner, aber lange hat es dann nicht mehr gedauert. Bewaffnet mit Bier und Kuchen (vielleicht auch einer Waffe, so genau weiß man das hier immer nicht), sind wir dann ein paar Orte weiter nach Issaquah gefahren und haben Joey besucht. Cooler Typ!

Er hatte Käseplatten für uns vorbereitet und nach viel Gelächter und Oldies im Radio sind wir nach draußen in den Nieselregen gegangen und haben Tischtennis und Boccia gespielt. Soooo ernst werden die Regeln zum Thema Alkohol in der Öffentlichkeit hier nicht mehr genommen, das kenne ich noch anders. So lange es nicht zu offensichtlich und mitten auf der Straße passiert, ist es hier oben wohl ok.

Jetzt ist es für mich Zeit ins Bett zu huschen und mich nochmal gut auszuschlafen, bevor morgen am Abend der Flug heim geht. Ich glaube wir werden auch morgen einfach nur ganz entspannt den Tag verbringen und viel quatschen.

Mal kurz über‘n Teich…

Samstag, 18:05 Uhr, irgendwo südlich der Faröer

Wie viele von euch wissen war ich als 16 jähriger für ein Jahr in Kalifornien und habe nicht nur ne tolle Zeit gehabt, sondern auch ganz wundervolle Menschen kennengelernt – weniger eine Gastfamilie, mehr einfach einen Teil meiner Familie den ich noch nicht kannte.

Diese besteht aus den Eltern Noel und Elaina, sowie meinen „Geschwistern“ Megan und Adam. Megan haben einige von euch bei unserer Hochzeit kennengelernt.

Hier jetzt ins Detail zu gehen wie Megan und ich uns das Leben zur Hölle gemacht haben und wie ich mit Adam die Nächte im immer selben Café, mit den immer selben Leuten, im Kunst Distrik von Fresno verbracht habe, würde jetzt hier etwas den Rahmen sprengen. Ist ja auch ein Reiseblog.

Vor ein paar Jahren ist die ganze Bande in die Nähe von Seattle gezogen und hat sich zusammen ein altes, ein wenig baufälliges, Altersheim gekauft. Im Prinzip am Rand des süßen kleinen Ortes Snoqualmie, fast schon mitten im Wald.

Und wie ihr euch inzwischen Denken könnt, bin ich gerade auf dem Weg dahin.

Umständehalber leider alleine, aber der nächste gemeinsame Besuch kommt ganz bestimmt.

Warum ich so kurz vor dem Stichtag nochmal weg fliege und wie lange ich eigentlich bleibe? Elaina hat am Sonntag Geburtstag – den 70. – und wir fanden es eine schöne Idee sie zu überraschen.

So weiß also nur Megan das ich komme – und holt mich hoffentlich später am Flughafen ab.

Sie weiß nur das Maria nicht mitkommt weil wir, wie immer, zu viel um die Ohren haben. Den wahren Grund gibts dann morgen in einer kleinen Videokonferenz :-). Und dann versteht sie sicher auch warum ich bereits am Montag wieder nach Berlin fliege.

Der Wecker klingelte heute morgen etwas zu früh und so bin ich, noch ein wenig müde, um 08:08 Uhr in den Schienenersatzverkehr in Borgsdorf gestiegen. Etwas über eine Stunde später am Flughafen angekommen habe ich festgestellt: Das Ding ist inzwischen voller, aber noch immer hässlich und Dysfunktional.

Der Online Check In wollte nicht so richtig, der Schalter war vollkommen überfüllt und so ging es etwas ans Warten. Aber ich hatte Glück und nach 30 Minuten Wartezeit (etwa 1/3 der Passagiere vor mir war inzwischen durch) ging dann der Online Check In doch. Ich musste nur, weil USA Flug, in London nochmal einen British Airways Mitarbeiter suchen um meinen Pass kontrollieren zu lassen. War ne etwas vage Formulierung und ich war gespannt, aber hey, wenigstens nicht eine weitere Stunde anstehen um einzuchecken – Gepäck habe ich eh nicht dabei.

Pünktlich ging es um 12:20 Uhr los nach London und bis auf den Punkt das ich inmitten einer Horde 14 jähriger Amerikaner auf Europatournee saß ,war der Flug auch sehr entspannt.

In London angekommen bin ich im Prinzip gleich nach dem Aussteigen über einen Service Schalter gestolpert und konnte meinen Pass prüfen lassen. Also auf zum nächsten Gate und ab über den Teich.

Ich hatte bei der Wahl der Flüge die Möglichkeit mit KLM über Amsterdam, oder eben über London mit BA zu fliegen. Die Entscheidung für BA viel aufgrund des eingesetzten Boeing 787-9 Dreamliner. Die Kabinenluft wird hier nicht von den Turbinen gezapft, die Luftfeuchte ist bedeutend besser und der Luftdruck ebenso. Alles Dinge die den Flug angenehmer machen sollen und es, meiner Erfahrung nach, auch wirklich tun.

Ich sitze jetzt „ganz hinten links“. Da wird das Flugzeug nämlich etwas enger und sie kriegen nur 2 statt 3 Sitze rein gequetscht. Dafür hat einer der Sitze aber super viel Platz neben sich. Sehr praktisch und angenehm.

So, ich muss mal meinen Film weiter schauen.

Sonntag, 0:30 Uhr, hoch über Alberta

Huch, ich hab tatsächlich etwas geschlafen… also so etwa 4 Stunden…

Eigentlich kann ich in Flugzeugen nicht schlafen, aber der Platz und der Flieger waren wohl die richtige Wahl. Nur die Sitznachbarin nicht, die ist immer mal wieder etwas Rücksichtslos, aber die habe ich mir ja auch nicht ausgewählt.

Der Dreamliner hat größere Fenster als andere Flugzeuge und außerdem keine von den üblichen manuellen Blenden. Die Fenster werden stufenweise elektronisch abgedunkelt und behalten dabei ein wenig Transparenz, sehr angenehm.

Irgendwann im Laufe des Fluges werden normalerweise zentral alle Fenster abgedunkelt (man kann das selbst überschreiben, macht aber selten jemand auf Dauer), und in der Kabine die Lichter stark gedimmt. So entsteht ein künstlicher Nachtflug (meiner hier hätte sonst die ganze Zeit Sonne gehabt) und die Passagiere können besser schlafen. Coole Idee.

Meine Zeitangaben beruhten bisher auf Berlin. Wir landen in etwa 1 Stunde und dann werde ich zu lokaler Zeit übergehen.

Und in etwa 45 Minuten müsste vor meinem Fenster Mt. Rainer auftauchen, der Grund warum ich die linke Seite gewählt habe. Hat sich aber auch so schon gelohnt, die Küste Grönlands war ein fantastischer Ausblick.

Samstag, 19:10 Uhr, im Wald bei Snoqualmie

Ihr seht, ich mache eine kleine Zeitreise.

Mt. Rainier hat sich leider in den Wolken versteckt, aber auch so war der Landeanflug auf Seattle wieder einmal wunderschön.

Die Einreise ging recht schnell und nach einigem Hin und Her habe ich dann auch zu Megan gefunden, die mich abgeholt hat. Eigentlich sollte Noel dabei sein, aber im Auto hat sich Elaina versteckt und mich erschreckt. Eigentlich sollte es ja eine Überraschung sein, aber nachdem Elaina sich vor 3 Tagen in den Kopf gesetzt hat zu ihrem Geburtstag weg zu fahren, hat Megan uns verraten müssen.

Ein großes Hallo und kurze Autofahrt später machen wir uns jetzt fertig um ins lokale Brauhaus zu gehen. Yeehaw!

Ab nach Hause… Um 18:00

Es ist tatsächlich erst Mittag und ich werde den Post hier etwas später beenden, aber der Moment passt.

Ich sitze auf einer unserer Terrassen und schaue in das Grün der umliegenden Berge. Irgendwo kräht ein Hahn, die Vögel zwitschern, es weht ein angenehmer Wind und vor mir flattert ein Zitronenfalter entlang. Ihr merkt, ich mag es hier und ein wenig bleiben wäre noch schön.

Andererseits bin ich seit heute morgen etwas unruhig und freue mich sehr auf Fuchsi und zu Hause.

Wir wandeln, nach einem tollen Frühstück (danke Ray) und dem morgendlichen Sprung in den Pool, etwas durchs Haus, packen, räumen auf und genießen noch etwas, bevor Marco um 13:00 Uhr kommt um die Übergabe zu erledigen und den Strom abzurechnen (der Whirpool…).

Ich bleibe dabei, das Haus ist ein kleines Paradies. Die Betten sind nicht die bequemsten und Kinder sollten schwimmen und Treppen sicher alleine laufen können (sehr sicher), auch die Küche ist alt und unpraktisch. Aber all das macht eben auch den Charme, hier oben auf dem Berg, aus und ich stelle mir vor wie eine Familie (oder 2) den Urlaub hier verbringen und zum Mittag die Glocke an der Terrasse geläutet wird.

Villa Rosi, ich glaube ich komme wieder.

Während ihr den oberen Teil gelesen habt, haben wir das Haus übergeben und sind etwas mehr als 2 Stunden zum Flughafen gefahren. Ganz ehrlich: Gott sei Dank. Die Rate an Verkehrstoten in Italien ist etwa anderthalb mal so hoch wie die deutsche und nach 3 Tagen weiß ich mal wieder warum.

Sizilien ist, vom Verkehr mal abgesehen, eine wunderschöne Insel. Alle Arten von Grün lachen einen an und selbst die Flughafen Pizza, die ich grad kaufe, ist ziemlich lecker. Da die Wege allerdings bedeutend weiter sind und die Infrastruktur marode, kann sie Mallorca nicht schlagen.

Um 18 Uhr kommt unser Flieger und wir verabschieden uns hier um privat die letzten Männer Witze zu reißen.

Danke das ihr mit wart und bis bald.

Der Berg ruft! – um 05:45…

Okay, eigentlich war das nur der erste Wecker und wir sind um 6:00 Uhr aufgestanden.

Ray hat mir gestern tatsächlich nichts mehr zu essen gemacht und ich musste mich selbst versorgen.. könnt ihr euch das vorstellen? Hat funktioniert, geil wars aber nicht…

Heute morgen ging es natürlich zuerst kurz in den Pool und dann haben wir uns ein schnelles Frühstück gemacht – der Treffpunkt zu unserer Ätna Tour war 2 Stunden entfernt und wir wollten um 9 da sein.

Am Treffpunkt haben wir mit 4 anderen einen roten Landrover Defender bestiegen – für uns ging es hinten rein – ganz schön eng, aber Abenteuer sollen ja auch nicht immer unbedingt bequem sein :-). Auf ging es den Berg hoch – bis auf ungefähr 1500 Meter.

Der Ätna selbst ist etwa 3300 Meter hoch und wir haben also den Gipel nicht gesehen, dafür auf unserer Tour aber mehrere Calderen – der Vulkan ist eigentlich immer irgendwie aktiv und bildet bei jedem Ausbruch neue, was ihn im ganzen weniger gefährlich macht als einen stillen Vulkan der heftiger Ausbricht.

Der Vulkan ist seit 3 Tagen aktiver und es gibt kleinere Ausbrüche und Lavaströme an der Spitze. Wir wurden also von einer, sich stetig wechselnden, Rauchsäule begrüßt – was für uns den ganzen Tag ein immer neues Spektakel war.

Angefangen haben wir an der Lavagrenze eines alten Ausbruchs und dort wirklich toll erklärt bekommen wie Vulkane im allgemeinen und der Ätna im besonderen funktionieren. Auch allgemein war unser Guide (und Fahrer des Defender) Salvo ziemlich gut und wir fühlten uns wohl – bis auf das eingepfercht sein.

Von dort ging es weiter auf eine weite Ebene über alte Lavaströme und von Vulkanasche bedeckte Felder. Man stellt sich das immer wie Asche aus dem Ofen, oder von einem Brand vor, aber eigentlich ist das meiste ein feines Granulat – sehr spannend.

Die Wanderung führte über 3 alte Calderen und bot spektakuläre Aussichten – über unseren ständig neu aufgetragenen Sonnenschutz waren wir allerdings auch sehr froh. Sau gutes Wetter und absolut kein Schatten können eine sau blöde Mischung sein.

Weiter ging es in eine Lava Höhle. Diese entstehen wenn die obere Lavaschicht bereits erkaltet und „stehen geblieben“ ist, es aber darunter noch aktive Lavaströme gibt und wurden 400 Jahre lang zur Eisproduktion benutzt. Lava kann zu Basalt werden und isoliert unheimlich gut.

Zum Mittag ging es in ein Restaurant am Berg und es gab ein wenig was zu essen. Nicht großartig, aber ganz nett. Von dort ging es über kleine Dörfer und entlang unendlicher Weinreben an den Hügeln der umliegenden Dörfer vorbei. Der letzte Punkt auf der Tour sollte ein Besuch der Alcantara Schlucht sein, wo ein Fluss sich durch den Basalt geschmirgelt und eine tolle Oberfläche hinterlassen hat – fast ein wenig „anderweltlich“. Der Stop führte allerdings zu einem weit höher gelegenen Punkt, an dem man zwar einen Wasserfall bewundern konnte (oder ne Stromschnelle), aber nicht ins Wasser springen oder ähnliches – Schade eigentlich.

Von da aus ging es zurück zum Ausgangspunkt und wir sind zurück ins Haus gefahren.

Ein wundervoller Ausflug, aber die halbtagsvariante wäre die bessere Wahl gewesen.

Jetzt schauen wir das Pokal Finale, machen ein paar Burger auf dem Grill, und werden uns sicher im Pool noch den Staub des Tages abwaschen (der Whirpool ist auch schon warm).

Sonnenbrand um 08:56…

Gestern um 12:50 Uhr ging von Berlin ein Flieger nach Sizilien, der diese Namen trug: Basti, Chris, Ray und Peter.

Blog Männer Edition also.

Was als Korfu im April stattfinden sollte, war ein Trip an den Stiefel im Mai geworden und wir waren gespannt was uns erwartet.

Zuerst, ihr kennt es, der Mietwagen. Mit nur etwas mehr als 15 Minuten Wartezeit war ich dran und niemand versuchte uns eine Versicherung aufzuschwatzen. Stattdessen gab es, vom gebuchten Peugeot 208, ein Upgrade auf einen Cupra Formentor. Dezent debiles Lächeln meinerseits.

Die nächsten 20 Minuten (plus minus…) war es etwas ruckelig und ich musste mich an die, doch giftige, Abstimmung gewöhnen. Aber danach genossen wir vor allem die gute Federung auf den löchrigen Straßen.

Die Fahrt zur Unterkunft sollte 2,5 Stunden dauern (so lange wie der Flug) und wurde durch einen kurzen Stop im Gassengewirr von Messina dezent verlängert.

Rechtzeitig zum Anpfiff der Relegation erreichten wir die Villa Rosi in den Bergen der nördlichen Küste und wurden von Gastgeber Marco sehr herzlich in unserem Ferienhaus empfangen.

Das Haus ist tatsächlich das Ferienhaus der Familie und man spürt diese Nutzung an jeder Ecke.

Die Einrichtung aus den 60ern ist zwar nicht jedermanns Geschmack, passt aber einfach und ist zu großen Teilen in Schuss. Das Haus ist auf maximal 16 Personen ausgelegt und uns stehen tatsächlich alle 5 Zimmer, 4 Bäder, Küche, riesiges Wohnzimmer und 3 verschiedene Terrassen zur Verfügung.

Wenn man sich irgendwann mal orientiert hat, findet man Kicker, Tischtennisplatte, Whirlpool und Pool – mit fantastischem Blick auf die Thyrrhenische See und Liparische Inseln. Bei gutem Wetter sehen wir 4 Vulkane, inklusive des Stromboli.

Koch Ray hat uns mit einer Bolognese versorgt und irgendwann in der Nacht hat jeder sich in sein Zimmer zurück gezogen.

Früh am Morgen bin ich dann erstmal in den Pool gehopst. So langsam gewöhnt man sich daran.

Die anderen folgten und nicht viel später saßen wir in der Sonne und genossen einfach nur. Nach etwa 10 Minuten merkte ich, dass mein Shirt über die Plautze gerutscht war und ich nen Sonnenbrand hatte. That’s a first. 08:56 Uhr.

Maria kennt ihren kleinen Tollpatsch und hatte mir alles nötige eingepackt, der zarten Wanne geht’s also ganz gut.

Koch Ray zauberte uns ein tolles Frühstück und ein Anruf bei einem Freund in Berlin brachte die Kaffeemaschine in Gang (so n Mocka Ding für den Herd, hatte ich noch nie benutzt und wollte nen Kaffee bevor die anderen unten waren).

Bis zum Mittag hieß es: rein in den Pool, raus aus dem Pool und so weiter :).

Wir sind dann runter an den menschenleeren Strand gefahren (ist noch keine Saison) und waren im glasklaren Mittelmeer planschen und haben uns treiben lassen.

Einen Einkauf später (keine Kontaktlinsen Flüssigkeit in 3 Supermärkten – die meinten sowas gäbe es in der Apotheke, die meinte beim Optiker, der hatte zu), waren wir wieder zurück im Haus und fochten um Kicker und Tischtennis Rangfolge. Ray Tischtennis, Basti Kicker. Das folgende 2 gegen 2 Wasserballmatch musste unterbrochen werden, der Ball ist den Berg runter gerollt, aber Ray duckt sich am liebsten wenn ich werfe und Chris verzieht immer das Gesicht wenn ich ihn treffe.

Ich spring jetzt mal rein, da drinnen läuft wieder Fußball und vielleicht macht Ray wieder was zu essen.

Morgen geht es auf den Ätna, mal gucken wer von uns zuerst bibbert.

Therme Ahoi!

Wie erwartet und berichtet hatte es in der Nacht zu regnen begonnen und das zog sich dann auch bis in den frühen Abend hinein – also nichts mit Spaziergängen am See, oder auf dem Berg, sondern ab in die Therme.

Wir sind, weil spannender für die Minis, ins Pongau zur Therme Amadé gefahren. Etwas über 1 Stunde, aber im Salzkammergut gibt es einfach nichts adäquates für Kinder. Das zieht sich hier so ein wenig durch, lange war es einfach nur eine Rentnerdestination und die Kinder die kommen, werden halt auf den Wiesen und Höfen beschäftigt. Inzwischen sieht man aber einen Wandel. Mit Angeboten wie in Südtirol, oder teils auch Tirol, kann die Gegend aber noch nicht mithalten.

Die Therme Amadé hat ein Wellenbecken, ein Babybecken, ein Außenbecken (Solehaltig) und 2 Ruhebecken mit Sole. Im Prinzip ist für jeden etwas dabei und wer ein wenig um die Ecke schaut, der findet auch ein Sportbecken, hier sogar mir Kletterwand – ziemlich cool.

Maria und ich waren etwas früher da und sind erstmal in die Saunalandschaft gewatschelt und haben es uns da gut gehen lassen. Die Monchis hatten unterwegs zu viel genascht und so sind wir hinterher auch allein ins Restaurant der Therme. Das Angebot kann zwar nicht ganz mit Meran mithalten, ist aber dennoch riesig und von Carnivor bis Veganer werden im Prinzip alle glücklich. Die Ergebnisse dürft ihr unten bestaunen.

Zusätzlich zu den verschiedenen Becken gibt es auch noch 3 Rutschen. Alle recht schnell, alle recht spaßig, jedoch unterteil in „normal“, Reifenrutsche und Looping Rutsche.

Die Looping Rutsche startet mit einer Falltür. Wenn man, warum auch immer, den Looping nicht schafft, dann rutscht man automatisch wieder runter und es öffnet sich eine kleine Tür der Schande. Habe ich nur von außen gesehen als wir ankamen, ich selber hab Angst da stecken zu bleiben, das Ding sieht aus wir für nen 12 jährigen konzipiert, der nicht meine Vorliebe für ungesundes hat.

Auf dem Rückweg wurden wir mit ordentlich Platzregen belohnt, beim Abendessen (Maria hat uns, gemeinsam mit den Minis, ein großartiges Mango Huhn gezaubert) hat sich der Himmel jedoch wieder gelichtet und uns einen sonnigen letzten Abend am Mondsee beschert.

Nun ist es an der Zeit das letzte mal morgens in den Pool zu hüpfen und uns an die Heimreise zu machen. Schön das ihr wieder dabei wart, wir lesen uns in einer Woche.

Schwiegermutterfelsen…

Von unserer Unterkunft aus sehen wir, ziemlich dominant, den Schafberg. Allein durch seine Größe und Lage, direkt vor unserer Nase, ist er unser Fixpunkt. Gleich hinter dem Mondsee.

Wenn wir den Blick aber schweifen lassen, dann kommt in einiger Entfernung ein weiterer Berg. Die Drachenwand.

Auch „Größtes Schwiegermutterdenkmal der Welt“ genannt, ragt er direkt hinter einer saftigen Wiese über den Mondsee auf und ist ein sehr beliebter Kletterfelsen.

Die Monchis hatten beschlossen heute die Sommerrodelbahn nachzuholen (sie fanden sie gar nicht so schnell) und Ria hat für uns verschiedene Wanderwege heraus gesucht.

Umständehalber sind wir auf flachen Wegen geblieben und konnten bei St. Lorenz einen knapp 4 Km langen Rundweg mit Blick auf Felsen und See genießen. An Feldern vorbei (hier wird grad die Gülle ausgebracht, Yummy!), durch den kleinen Ort St. Lorenz und später am Felsen entlang, begleiteten uns Sonne, gute Laune und viel Erholung.

Der Einstieg in den Weg findet sich beim Gasthaus Drachenwand, in dem wir vor einigen Jahren großartig gegessen haben, bei dem auch ein Parkplatz mit „Bio-Parkautomat“ zu finden ist. Schaut euch einfach das Bild weiter unten an, es spricht für sich selbst.

Unterwegs liefen wir an einer alten Wassermühle, die seit 400 Jahren besteht, und einem alten Felsenkeller vorbei. Die Gegend bietet alle paar Momente neues zu entdecken!

Später ging es noch nach Oberwang, wo beim Gasthaus zum fidelen Bauern ein weiterer Rundweg startet. Hier mit leichten Höhenunterschieden, aber für Kinderwagen bestens ausgebaut, führt der Weg einmal um eine Bergseite und schildert auf 2 Kilometern anschaulich und verspielt das Leben am Mondsee über die letzten 300 Jahre. Gerade für Kinder gibt es tolle Erklärungen und Geschichte zum Anfassen. Alle paar hundert Meter finden sich wirklich schöne Naturspielplätze und im letzten Abschnitt geht der Weg dazu über, die Natur und Landwirtschaft der Umgebung näher zu bringen. Auch hier vieles zum Hören, Tasten und lesen.

Der Weg endet an einem kleinen Wasserspielplatz und wir werden definitiv wieder kommen.

Der Abend klang gemeinsam mit den anderen am Ufer des Mondsees bei Bier und Pizza aus, die Kinder sind derweil in den Eiskalten See gehopst und wir haben die letzten Sonnenstrahlen genossen.

Heute wird das Wetter regnerisch werden und es steht eine Therme auf dem Programm. Hoffentlich kommen nicht alle auf die Idee.

Gipfelstürmer…

Jaja, ich weiß, war gestern schon. Aber heute auch!

Nach meinem kleinen Planschabenteuer sind wir wieder zum Wolfgangsee gefahren, diesmal allerdings nur bis St. Gilgen. Auch ein schöner Ort am See, von dem wir aber nur einen kleinen Teil gesehen haben. Unser eigentliches Ziel war die Seilbahn zum Zwöflerhorn.

Teile der Monchis sind ein wenig Höhenängstlich und waren zum ersten mal in einer Gondel. Die Zwölferhornbahn fährt aber extrem ruhig und auch nicht zu hoch, insofern ein gutes erstes Erlebnis.

Oben angekommen ging es gleich weiter zum Gipfelkreuz, unterbrochen nur von der Aufmerksamkeit einer kleinen Katze an einer Hütte. Am Kreuz selbst bot sich wieder eine unglaublich schöne Aussicht auf das umliegende Gebiet.

Eigentlich wollten wir uns, trotz Seilbahn, in das Gipfelbuch schummeln, das ist jedoch seit 1978 verplombt. Die Idee hatte wohl schon wer vor uns.

Weiter ging es auf einen Kinderrundweg mit 12 Stationen, schönen Wegen und spannenden Blicken. Nach Station 4 haben wir uns aber entschieden umzudrehen und den Weg für einen nächsten Besuch aufzuheben. Kaum wer hatte vernünftige Schuhe an und die Minis bekamen langsam Hunger.

Während die Restaurants direkt an der Bergstation ja meist mit Hütten nicht mithalten können, war das am Zwölferhorn anders. Eine sehr angenehme Überraschung.

Die umliegenden Hütten waren noch in der Saisonvorbereitung, oder zu weit entfernt und wir wollten nicht erst ins Tal fahren und dort auch die Suche gehen. Das Restaurant an der Bergstation war also eher ein Kompromiss. Tatsächlich erwarteten uns dort jedoch toller Service und leckeres Essen. Kinderecke inklusive.

Beim essen konnten wir dann noch 3 Paraglider direkt über uns starten sehen. Was will man mehr?

Zurück in der Unterkunft habe ich dann erstmal ein schönes Schläfchen gehalten – muss auch mal sein und die ganze frische Luft macht einen ja fast fertig :-).

Am Nachmittag wollten wir zusammen zur Sommerrodelbahn, die Minis wollten aber lieber noch etwas mit Wasser spielen und so sind Maria und ich alleine dorthin.

Vor Ort wurde bei der Kasse gefragt ob man zum ersten mal da ist.

Natürlich nicht! Ich komme dahin seit ich ein kleines Kind bin und bin da vor ein paar Jahren auch mal aus der Bahn geknallt! Habe ich natürlich sofort kundgetan und das ich alles weiß.

Die Konsequenz war, das ich vergessen hatte das ich mir vorher einen Schlitten selbst holen muss und, als ich den dann hatte, ihn auch noch falsch herum in die Bahn gesetzt habe. Ganz großes Kino!

Zuerst geht es ein paar hundert Meter den Berg hoch und man kann das großartige Panorama ganz in Ruhe genießen, dann muss man sich für eine von 2 Bahnen entscheiden und ab geht die Post.

Wie oben schon erwähnt, ich bin da mal rausgefallen (OK… zweimal…), die Bahn kann also recht schnell werden.

Ria ist diesmal nicht gefahren, sehr zu meinem Leidwesen. Im Gegensatz zu mir genießt sie auf der Bahn immer die Entschleunigung und der Stau hinter ihr, wenn sie unten ankommt, ist immer ein tolles Fotomotiv.

Im Anschluss sind wir nach Schörfling am Attersee gefahren. Im Prinzip nur „ein See weiter“ und doch schon wieder eine ganz andere Welt. Am Seeschloss Kammer gab es einen Kaffee und einen extrem leckeren Eisbecher, bis es Zeit war zum Restaurant Zenz‘n Stubn zu Fahren.

Es liegt etwas oberhalb des Ortes, recht versteckt und wir eigentlich nur von Einheimischen frequentiert. Und das ist auch gut so, denn es ist so schon im Prinzip unmöglich ohne Reservierung einen Platz zu bekommen.

Die Empfehlung kam von Rias Bruder Micha, der ist nämlich auch gerade in der Nähe und wir haben uns zum Abendessen getroffen. Die Welt ist manchmal herrlich klein.

Einen hervorragenden Rehrücken und viel Gelächter später ging es zurück in die Unterkunft und fix ins Bett.

Heute hatte ich meine Runde planschen schon, jetzt gibt es gleich Frühstück und Ria bereitet den neuen Tag vor.

Über Tage…

Als Kind war ich jedes Jahr mit meinen Großeltern im Salzkammergut, teils auch mehrfach mit meiner Mutter, und so ist die Gegend voll schöner Erinnerungen für mich.

Eines der Rituale in dieser Zeit war die regelmäßige Fahrt an den Wolfgang See und nach St. Wolfgang – obwohl Orte wie Strobl und St. Gilgen ähnlich schön und teils viel weniger überlaufen sind.

Ihr ahnt es: für einen gelungenen Urlaub im Salzkammergut gehört für mich also eine Fahrt nach St. Wolfgang.

Basti war davon auch ganz begeistert und er sang den halben Tag vom Weißen Rössl vor sich hin, die Mädels freuten sich einfach so und die Kinder mögen es eh wenn es einfach nur irgendwo spannendes hingeht.

Wir sind zuerst durch den Umfahrungstunnel der Altstadt gefahren und haben bei der Bahnstation gehalten. Die Parkplätze da hinten sind meist leerer, liegen besser und sind günstiger. Außerdem sollte die räumliche Nähe später wichtig sein.

Vom Parkplatz sind wir in die Altstadt geschlendert, Basti hat „sein“ Lied an der Fassade des Weißen Rössl gefunden und ich, ich konnte in meinem Lieblingsrestaurant am Wasser sitzen und ein Schnitzel plus Kaiserschmarrn futtern. Wie viel schöner kann ein Tag sein?

Noch viel schöner tatsächlich! Mit vollen Bäuchen und etwas Sightseeing ging es zurück in Richtung Parkplatz und zur Talstation der Schafbergbahn. Für die Nerds unter uns: die steilste Bahn Österreichs. Im Normalfall mit Dieselloks an Zahnrad betrieben, einmal die Woche mit historischen Dampfloks von 18 hundert irgendwas.

Die Fahrt windet sich um den Berg und geht steil nach oben. Nach jeder Kurve sind neue Wunder zu entdecken. Seien es Naturhighlights am Berg, Paraglider neben einem, oder auch einfach nur die anderen Berge in der Entfernung und das Glitzern des Wolfgangsee.

Oben angekommen hatten wir 20 Minuten bis zur gebuchten Rückfahrt. Maria hat mit den Kindern eine kleine Eiswand bearbeitet, während die (halbwegs) Erwachsenen Monchis und ich noch etwas höher zur Hütte gespurtet sind, um auch über die andere Bergkante zu schauen und von dort aus Mondsee und unseren Alm Bauernhof zu bewundern.

Auf dem Weg zurück zur Bahn lag der Blick auf dem gewaltigen Massiv des Dachstein in der Ferne und insgesamt konnte man sich einfach nicht satt sehen.

Die kurze Aufenthaltszeit war unsere Entscheidung. Man kann da auch durchaus länger bleiben. Aber gerade im Vergleich mit den Südtiroler Bergstationen aus dem letzten Jahr, gibt es hier leider sehr wenig Angebote für Kinder auf den Bergen.

Glücklich und Zufrieden kamen wir zurück in unsere Unterkunft und haben Abends nur noch Kraft für ein kleines Gesellschaftsspiel und viel Gelächter gehabt. Heute habe ich so lange geschlafen, das ich viel zu spät mit dem Pool dran bin und eines der Mini Monchis schon meckert, ich solle endlich kommen.

Bis morgen!