Die Schlagsahne ist alle…

Ja, echt. Heute Morgen war die Schlagsahne für die Waffeln alle. Der Karamellsirup auch und außerdem war es kalt und ein wenig neblig. Zeit heimzufliegen und Puschel zu knuddeln!

Aber: first things first! Die Waltour.

Es gab 3 Möglichkeiten für Sonntag (bestimmt mehr, aber ich hab Maria nicht so wirklich zu Wort kommen lassen): Ein Rundflug über Seattle mit dem Wasserflugzeug, eine Walbeobachtungstour von Anacortes im Norden von Seattle (etwa 90 Minuten Fahrt) oder eine direkt von Seattle aus.
Anacortes wäre zwar günstiger gewesen, aber auch nicht so wesentlich, das sich die bedeutend längere Fahrt gelohnt hätte.

Also sind wir gegen 08:00 Uhr nach Seattle aufgebrochen und sind ein wenig am Hafen schlendern gewesen, bevor wir dann auf unser Boot gehopst sind.

Kurz nach dem Ablegen haben wir uns superleckere Cinnamon Rolls geholt und freuten uns auf etwa eine Stunde Fahrt an den Inseln entlang bis zum Wal Gebiet, als plötzlich das Boot in ein starkes Bremsmanöver ging. So waren noch nicht mal 10 Minuten vergangen und wir hatten die erste Gruppe Orcas entdeckt.

Die Gruppe bestand aus 6 Tieren und wir haben sie in größerer Entfernung für etwa 40 Minuten begleitet. Zusammen mit der wunderschönen Küste und dem alten Vulkan Mount Rainier im Hintergrund eine unglaublich tolle Tour. Gerade als wir abdrehten, um noch ein paar andere Inseln zu besuchen, tauchten 2 Delfine auf. Wie magisch! Aber nun schnell weg ihr Kleinen, die Orcas haben Hunger!

Etwa 30 Minuten später haben wir die nächste Gruppe Orcas getroffen. Diesmal 8 Tiere und noch ein wenig aktiver als die erste. Einfach toll!

Nach einiger Zeit hat sich das Boot auf den Rückweg gemacht. Bevor es nach eta dreieinhalb Stunden wieder in Seattle anlegte, war gefühlt die Hälfte der Passagiere eingeschlafen. Sonne, Wale und Seegang machen eben auch schön schläfrig.

Am Abend gab es dann in Snoqualmie noch einmal Grillen mit der Familie und viele schöne Gespräche mit den Verwandten aus aller Welt (es waren Cousins und Cousinen aus England und Dubai angereist), einen großen Hirsch im Garten und dann auch einen langen, aber schönen Abschied von den meisten.

Heute (Montag) haben wir uns noch einmal mit Nathalie und Cameron in Seattle zum Mittag getroffen und uns sehr gefreut, das Megan und Joey auch dazu kamen. Cameron hatte bereits am Mittwoch erwähnt, dass er bereits in der alten Försterei war. Das er aber heute ein entsprechendes Basecap dabei hatte, war dann doch ne Überraschung.

Während Seattle bei unserem letzten gemeinsamen Besuch in 2018 von Obdachlosen quasi überlaufen war, so hatten wir gestern fast gar keine gesehen. Die anderen meinten darauf angesprochen, das vermutlich einfach die Ecken sich geändert haben, man scheucht sie heute hierhin und morgen dorthin, das Drogenproblem aber immer schlimmer werde und inzwischen auch der Heroin Konsum auf offener Straße völlig normal sei. Unvorstellbar für ein Land, das bis vor ein paar Jahren noch Menschen fürs Kiffen hinter Gitter geschickt hat – und dies in manchen Bundesstaaten auch noch tut.

Heute haben wir bedeutend mehr Obdachlose gesehen, wenn auch die Menge und das öffentliche Elend in keiner Weise an 2018 heranreichte. Die Krönung war jedoch tatsächlich das Spritzen von Heroin direkt neben uns und ich frage mich, ob man diesen Problemen je Herr werden wird.

Der Plan ist zur WM 2026 gemeinsam mit Puschel wieder zu kommen und außerhalb der großen Städte fühle ich mich wohl und sicher. In Seattle übernachten oder mehr als die absoluten Touristenhighlights besuchen werden wir mit ihm aber sicher nicht.

Versteht mich nicht falsch, der kurze Urlaub hier war toll und ich freue mich wirklich sehr wieder zu kommen. Zur Wahrheit gehört aber eben auch das es ein sehr kaputtes Land ist, das Fragezeichen hinterlässt.

Wir sitzen jetzt am Gate und in einer Stunde ist Boarding. Wir freuen uns, bald wieder daheim zu sein und auch das ihr hier wieder zahlreich mitgefiebert habt. Danke dafür!

Im September geht es mit Puschel nach Oberwiesenthal. Ob wir uns dann wieder lesen weiß ich noch nicht, es kann aber gut sein :-).

Ach, Micha: DL80

Klapperschlangen!?

Ihr könnt euch inzwischen in etwa vorstellen, was es zum Frühstück gab. Ich muss echt mal fragen welche Fertigmischung das Hotel für die Waffeln nutzt, die Dinger sind nämlich echt lecker (und wir haben ein superduper Waffeleisen zu Hause).

Frisch gestärkt sind wir in die „Innenstadt“ von Snoqualmie aufgebrochen – im Prinzip einfach ein paar Hundert Meter älterer Häuser mit süßen Geschäften sowie einer alten Eisenbahn, die als Museumszug genutzt wird.

Dieses Wochenende hat man einen Wagen dran gespannt, der aussieht wie Thomas die Lokomotive und alle Fahrten sind mit glücklichen Kindern ausgebucht, aber sehr süß zu sehen. Er kam nur immer grad, wenn wir irgendwas anderes gemacht haben und kamen nicht wirklich zu einem guten Foto.

Weiter ging es nach North Bend, dem Nachbarort und dem dortigen Outlet. Klein, aber mit allem, was man braucht und echt guten Preisen.

In den letzten Jahren sind so ziemlich alle Preise in den Staaten explodiert (bedeutend stärker als bei uns) und so war das mal eine nette Abwechslung.

Maria hatte dann eine kleine Wanderung am Rattlesnake Lake heraus gesucht, aber ich wollte vorher noch zum Snoqualmie Pass, der lokalen Wintersportregion. Ich hatte gehofft, dort mit der Seilbahn zu fahren und ganz ohne einen riesigen Berg hochlatschen zu müssen, ein tolles Panorama zu haben.

„Peter, hast du geschaut, was da genau angeboten wird und wo?“.

„Nee, aber da wird ja wohl was sein.“.

Äh.. Nein.

Also mal wieder ne halbe Stunde Fahrt umsonst, weil Peter vorher nicht mal 5 Minuten googeln kann.
Es gibt durchaus Seilbahnen. Die gehen für etwa 200 Meter das deutsche Äquivalent des Idiotenhügels hoch und sind im Sommer nicht wirklich in Betrieb. Die, die in Betrieb war, brachte auch nur ein paar Dirtbiker auf ihre Piste.

Also wieder ins Auto und ab zum See.

Hier sind Sommerferien und das Seeufer war überlaufen mit Familien, die den halben Hausstand dabei hatten. Pavillon mit aufblasbarer Couch war mein persönliches Highlight, aber der ein oder andere (mobile) Weber Grill war auch zu sehen.

Alle schienen viel Spaß zu haben und der wundervoll klare See mit Bergen im Hintergrund war einfach magisch.

Ums Ufer rum waren immer wieder kleine Pfade runter ans Wasser und so haben auch wir irgendwann unsere eigene kleine Privatbucht gefunden und sind ins kühle Wasser gesprungen. Der Name Rattlesnake Lake hat aber eher was historisches. KlapperSchlangen gibt es nicht.

Danach haben wir uns einfach ins Hotel Zimmer fallen gelassen und ein wenig fern gesehen, bevor wir auf Megans Empfehlung zur Brauerei gegenüber vom Hotel sind.

Das Bier war grauenvoll, also meins, aber die Pizza vom Food Truck war die beste, die wir je hatten.

Jetzt sitzen wir in Seattle am Pier und warten auf den Start unserer Waltour, bevor wir uns heute Abend zum letzten Mal zum Grillen mit der Familie treffen.

Die Hochzeit…

Na, nun ist es so weit, ihr kriegt endlich was zur Hochzeit und dem Hauptgrund der Reise zu lesen.

Aber eins nach dem anderen.

Gegen Mittag sind wir zu den Mädels gefahren. Rechtzeitig für ein paar wahnsinnig leckere Snacks und Champagner. Jessicas Salon befindet sich im Untergeschoss eines wahnsinnig schönen Hauses mit wundervollem Blick auf die umliegenden Appalachen. Irgendwie scheint sich dieser Blick so aufs Gemüt auszuwirken, das alleine bei ihr zu sein schon die Laune noch ein wenig weiter hob.

Megan hatte für einheitliche Pyjamas für die Mädels gesorgt und ich war gleich noch etwas glücklicher, an diesem Teil nur so kurz teilzunehmen und keinen eigenen erhalten zu haben :-).

Nach etwa einer Stunde vor Ort haben wir uns wieder auf zum Mittagessen gemacht und Maria ist mal wieder Maria: Es gab wieder mein heiß geliebtes Teriyaki Huhn. Das muss Liebe sein!

Wir hatten dann noch etwas Zeit, uns im Hotel auszuruhen und fertigzumachen, bevor ein enger Freund von Megan (Sorin, ursprünglich aus Rumänien, seit 24 Jahren in den USA und heute Vice President First Responders bei AT&T, ein unglaublich angenehmer Mensch) uns abgeholt und zu einem anderen Hotel gebracht hat.

Die Salish Lodge liegt direkt an den Wasserfällen, die eine der Hauptattraktionen der Gegend sind und gilt als das beste Hotel am Platz. Hier hat uns Cameron, ein anderer enger Freund von Megan, bereits erwartet. In den letzten Tagen haben wir schon viel Zeit mit Cameron (kommt ursprünglich aus Wales und ist Chelsea Fan – niemand ist perfekt – aber war auch schon 2-mal in der Försterei und hat mich mit EISERN begrüßt), seiner Frau Nathalie (die Trauzeugin) und deren Tochter verbracht.

Wir hatten noch etwas über eine Stunde Zeit und das bot genug Raum für den ein oder anderen Cocktail / Longdrink, bevor uns Sorin dann per Autopilot im Tesla zur Hochzeit gebracht hat. Seine Frau Carla fuhr gleichzeitig Joey und Megan hin.

Die Scheune war inzwischen ein wundervolles Sammelsurium an Ideen, Kleinigkeiten aus den Epochen und viel Liebe geworden. Es ist unglaublich, was man mit genug Inspiration mit kleinen Mitteln erreichen kann und manchmal wünschte ich, ich wäre nicht so ein grober Klotz, wenn es um solche Dinge geht. Aber man kann auch nicht alles können :-).

Die Gäste trudelten ein, Maria hatte Usher im Ohr und hat geholfen, jeden zu seinem Platz zu bringen und dann wurde es Zeit für die Zeremonie.

Wie schon erwähnt sind hier mehr als Trauzeugin und -zeuge involviert und so durfte ich an der Seite von Megans Bruder Adam, mit dem ich in der Jugend sehr, sehr viel schöne Zeit verbracht habe, in die Reihe der engsten Freunde aufrücken und ganz nah dabei sein. Ein tolles Erlebnis, für das ich sehr dankbar bin.

Nun waren wir also alle da. Die Gäste, der Freund, der Megan und Joey trauen sollte, ein sichtlich aufgeregter Joey, die Sonne und hinter uns der schöne Mount Si. Fehlte nur noch die Braut. Die kam dann in einem Kleid, das einfach nur Megan schrie, an der Seite ihrer Eltern zu uns und das Lachen und die Freude des Brautpaars überstrahlte alles andere.

In den Staaten muss kein Standesbeamter für die Trauung anwesend sein. Den Papierkram erledigst du vorher und die eigentliche Zeremonie kann jeder vornehmen, der einen kleinen Onlinekurs mit kurzem Test abgelegt hat. So kommt es, dass es meist Freunde und Verwandte sind, die diesen Teil übernehmen. Und so auch hier, es handelte sich um einen engen Freund und Kollegen der beiden. Eine wirklich schöne Option, die das Ganze noch ein wenig intimer und persönlicher macht. Später haben wir erfahren, dass 6 Paare anwesend waren, die Joey getraut hat.

Die Reden und Gelübde waren wunderschön und haben das gemeinsame Lachen der beiden unterstrichen, aber auch die liebevolle Art beider mit sich und der Welt umzugehen, man war schon sehr verzaubert und mehr als einer war froh, die von Megan bestickten Taschentücher mit „get your shit together“ dabei zu haben.

Im Anschluss gab es eine gute Runde Champagner, viel Früchte und Käse aus der Region und etwas später – nach wieder sehr rührendenden und „nahen“ Reden Pizza aus dem Holzofen. Auch etwas anders als vielleicht gewohnt, aber wahnsinnig lecker und wieder einfach locker.

Es gab keine Sitzordnung und während ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie – einige habe ich 23 Jahre nicht gesehen – verbringen konnte, haben wir uns doch entschieden, gemeinsam einen Tisch mit Sorin, Carla, Sophia, Nathalie und Cameron zu suchen. Megans Freundin Abby, die dabei war, als alle hier vor 2 Jahren erfahren haben, dass Maria mit Puschel schwanger ist, kam auch noch dazu.

Der DJ hat sich alle Mühe gegeben und wurde mit einer tanzenden Menge belohnt. Manches kannten wir, manches haben wir noch nie gehört und nen Linedance auf ner Hochzeit (ist immerhin doch eher ne kleine Gemeinde) haben wir auch noch nie gesehen.

Amerikanische Hochzeiten enden etwas früher und so haben wir die Party gegen 22:00 Uhr mit lokalem Bier, einem letzten Blick auf Mount Si und viel Freude ausklingen lassen.

Das Brautpaar ist dann noch mit Freunden in die Lieblingskaraoke Bar gezogen, aber wir haben uns für Hotel und Bett entschieden und werden nun so langsam in Richtung Downtown Snoqualmie aufbrechen, ein paar Fotos des lokalen Museumszuges machen, ein Outlet durchstöbern und später noch etwas an einem See spazieren gehen, bevor es morgen heißt: Wale voraus.

Die Probe…

Was es nicht alles gibt. Nen Probedurchlauf zur Hochzeit. Auf der Einladung dazu stand dress rehearsal und ich dachte, wir sollen da schon in Montur erscheinen. Glücklicherweise hat meine Frau aber immer recht und es reichte nicht auszusehen wie der letzte Lump.

Am Morgen nach dem letzten Beitrag (Waffelfrühstück, ihr erinnert euch) ging es rüber nach Issaquah ein wenig bummeln. Schöner kleiner Ort und alles etwas aufgeräumter als im nahen Seattle.

Zurück in Snoqualmie wollten wir etwas zum Mittag essen. Eine Sache, die ich so in Deutschland nicht kriege (und die mich an mein Austauschjahr in Kalifornien erinnert) ist Teriyaki Chicken. Gegenüber vom Hotel ist auch noch eine kleine asiatische Bretterbude, die richtig gut aussah. Beste Voraussetzungen. Ihr seht es unten in den Fotos: Peter ist glücklich und das Essen war verdammt lecker!

Im Anschluss gabs dann das wohlverdiente auf dem Zimmer Rumgammeln und ein paar Absprachen mit anderen Hochzeitsgästen zur Nachmittagsgestaltung.

Die Bestand dann nach nem ordentlichen Schläfchen aus einem Besuch am Fluss, der durch die Gegend fließt, samt ordentlicher Abkühlung in eben diesem. Ihr werdet morgen (oder so) noch ein paar Bilder sehen, wie schön die Gegende ist, aber weiter unten kommen dann schon welche vom Fluss.

Von dort ging es dann weiter zur Probe.

Die Hochzeit wird in einem Landschaftspark stattfinden, dort ist einfach eine kleine Scheune, die für Hochzeiten und Co genutzt wird. Etwa 30 Gäste (von 135) kamen zusammen, um einen Probelauf der Hochzeit zu machen. Kannte ich so noch nicht, war aber sehr witzig und wieder eine gute Gelegenheit, andere kennenzulernen. Bisher haben wir Einladungen nach New York, Santa Barbara und London :-).

Maria wurde gefragt, ob sie einer der „Usher“ sein würde (ich habe ja als Teil der Brides Maids schon zu tun). „Klar, warum nicht. Was ist das?“ Nun, schreibt sich genauso wie der Musiker, ist aber ein Platzanweiser. Ihr könnt euch vorstellen, mit welcher Musik im Kopf und irgendwie auch in den Beinen Maria ihr neues Amt übernommen hat.

Im Anschluss ging es noch zu einem gemeinsamen Abendessen beim gegenüberliegenden Golf Club. Zum Glück eher ein einfaches Diner, dann ein edles Etablissement und so kamen wieder spannende Gespräche mit einer guten Portion Lachens zusammen.

Eben gab es wieder ein paar Waffeln zum Frühstück und gleich machen wir uns fertig, die Brides Maides zum Mittag zu treffen. Die treffen sich bereits um 9:00 Uhr um Make-up und Co. Zu erhalten, wir schauen da nur fürs Mittag vorbei, treffen uns dann noch mit ein paar anderen zu Pre-Drinks und um 17:00 Uhr gehts dann auf zur eigentlichen Hochzeit.

The night before the night before…


Gestern Abend haben wir gegrillt. Aber dazu später (viel später).

Der Wecker hat um 03:15 Uhr geklingelt und wir waren natürlich nicht rechtzeitig ins Bett gegangen, um zu diesem Zeitpunkt auch nur annähernd genug Schlaf bekommen zu haben.

Um 03:40 Uhr waren wir mit allem fertig und ich wollte mir einen Kaffee im Zimmer machen. Durfte ich natürlich nicht, die Zeit drängte :).

Also auf, auf hinüber zum Check In und Gepäck aufgeben. War natürlich wieder typisch Flughafen Berlin – dauerte ewig, war ne lange Schlange und eine Dame stand da und hat versucht, irgendwie alle so zu leiten, das es Sinn macht, das aber keinem erklärt und auch nur die Hälfte beachtet.

Wir hatten bei der Buchung sehr viel Glück und durch einen Fehler bei Expedia Premium Economy ohne Aufpreis gebucht – und dadurch dieselbe Schlange wie die Business Class und alles ging bedeutend schneller.

Maria wollte wissen, was wir da eigentlich gebucht haben: „Private Krankenversicherung oder Kasse mit Zusatz?“.
Zusatz.

Diesmal hatte ich wirklich viel Elektronischen Klimbim fürs Flugzeug dabei (also noch mal mehr als sonst) und natürlich musste mein Handgepäck durch eine Extra Kontrolle. Ich hab denen erklärt, was da für was da ist, aber ich glaub die waren einfach froh als wir weg waren.

Im Terminal angekommen, haben wir noch mal gecheckt, ob alles passt. Japp, Flugzeug ist da (ist die Nacht vorher mit 2,5 Stunden Verspätung kurz vor Nachtflugverbot gelandet), wir haben noch mehr als ne Stunde bis zum Boarding und soooo groß ist dieses deprimierende etwas von Flughafen ja nun auch nicht.
Ich hatte noch einen Lounge Gutschein aus einer Verspätung von einem Trip im Mai (Teil unserer Reiseversicherung sind Lounge Gutscheine ab 1 Stunde Flugverspätung), aber keine der Lounges in Berlin steht da unter Vertrag. Dafür aber 2 Cafés. Das erste war noch nicht so wirklich offen und auf Nachfrage gab es nur ein muffliges „brauchen noch ne Weile“, also auf zum anderen und mit Kaffee und Brötchen eingedeckt und dann ab in den Flieger.

Während das Boarding schnell und entspannt verlief, saßen wir dann doch noch 40 Minuten rum, in Amsterdam war wohl etwas mehr los. Wir kamen dann mit 20 Minuten Verspätung in Amsterdam an und mussten dort durch eine weitere Pass- und Sicherheitskontrolle. Natürlich wurden wir als ganz besonderes Highlight für die erweitere Kontrolle ausgesucht. Ging zum Glück recht fix.

Am Gate für den Flug nach Seattle angekommen, hatte das Boarding auch schon begonnen und – Premium Economy seit dank – konnten wir wieder gleich an Bord huschen. Der Flug war sehr entspannt, kam 20 Minuten zu früh an und mit Essen und Co. Nerve ich euch besser nicht. Nur so viel: Beim Gang nach hinten auf Toilette bemerkte die Nase weitere Unterschiede zur normalen Economy. Oh Mann.. Bloß nicht dran gewöhnen.

Unser Gepäck war in Seattle sehr schnell da (Premium… ach ihr wisst schon) und auf ging es zur Einreise. Die war beim letzten Mal megaschnell, also war ich guter Dinge. Zu guter Dinge.

Für die Einreise in die USA muss vorab ein ESTA Online beantragt werden. Im Prinzip ein Fragebogen mit ja oder nein Fragen und dann bekommt man meist innerhalb von ein paar Minuten die Einreisegenehmigung. Seit Juli 2023 wird hier auch nach Reisen nach Kuba seit dem 01.03.2011 gefragt. Das war bei mir ein Ja (20.03.2011) und mein ESTA war verweigert worden. Ich hatte deswegen ein Visum im Konsulat beantragen müssen (samt Notfalltermin, weil das alles n bissel knapp war) und als bei der Einreise mein Pass genauer geprüft wurde, war eigentlich schon klar, was als nächstes passiert: „Bitte begleiten Sie meine Kollegin“. Ab in nen separaten Raum und dort auf ein weiteres Interview warten.

War aber eigentlich ganz nett und es ging mal wieder um Kuba und den Grund für die aktuelle Reise und dann waren wir auch durch. Alles in allem waren das vielleicht 20 Minuten mehr. Aber ich kann mich wohl in Zukunft grundsätzlich darauf einstellen.

Als nächstes ging es dann mit dem Shuttle Bus zum Mietwagen und von dort zum eigentlichen Ziel: Snoqualmie. Wer Twin Peaks geschaut hat: wurde hier gedreht.

Wir hatten vorher vom Hotel einen Early Check in um 13:00 Uhr bestätigt bekommen. Hatte nur vor Ort irgendwie keiner mehr auf dem Schirm und das Zimmer war natürlich nicht fertig. Teil des Expediafehlers war auch das größte Zimmer im Haus zum Preis des kleinsten, einfach ein anderes Nehmen war also auch nicht wirklich drin.

Also ab zurück ins Auto und ein wenig shoppen. Als wir unterwegs waren, kam von Megan noch eine Einladung zur „Night before before the night before“. Grillen mit Freunden und Verwandten und jeder sollte noch was mitbringen.

Im Supermarkt gab es sogar deutsches Bier. Schöfferhofer Grapefruit. WARUM???

Zurück im Hotel gab es dann endlich ein wenig Ruhe und im Anschluss einen erfrischenden Besuch im Pool, bevor wir rüber zur Familie gefahren sind.

Das Haus liegt im Prinzip am Ende einer einsamen Straße am Rand der Berge und des Waldes und hat einen ganz eigenen Zauber. Wird nur über die Jahre leider nicht besser. Für mehr dazu schaut einfach in die Beiträge vom letzten Besuch im Juni 2022.

Auch wenn es ein wirklich schöner Abend war, um 21:00 Uhr sind wir völlig fertig ins Bett gefallen und haben eine gute Nacht gehabt. Nach einem erneuten Besuch im Pool und einem tollen Waffelfrühstück geht es jetzt ein wenig shoppen und danach mit anderen Gästen der Hochzeit, eventuell zum Inder, bevor es heute Abend einen Probelauf der Hochzeit gibt.

Hello! Good to be back!

Ist es wirklich schon so lange her?

Natürlich sind wir in den letzten anderthalb Jahren ab und an vereist. Da waren 2 Center Parcs (echt nicht meine Welt), 2 Camping Ausflüge (sehr meine Welt) und auch eine Woche Mallorca mit Anhang.

Aber alle Trips hatten eins gemeinsam: Puschel war dabei.

Und wenn Puschel dabei ist, dann bleibt wenig Zeit, sich mal zurückzulehnen, seine Gedanken zu sortieren und euch hier mit Anekdoten von unterwegs zu beglücken.

Da ist dann viel mehr ganz viel spielen, kuscheln und lachen angesagt – und wenn das kleine Energiebündel dann mal schläft, ist eher Zeit kaputt an Ort und Stelle umzufallen ;).

Was ist jetzt also auf einmal anders?

Wir fahren weg – und zwar ohne Puschel.

Als 16-jähriger war ich für ein Jahr bei einer Gastfamilie in den USA und meine Gastschwester Megan (die meisten von euch kennen sie) heiratet am Freitag in der Nähe von Seattle.

Wie sagt Maria so schön? „Wir lieben Hochzeiten!“. Das wir hin fliegen, war also keine Frage, nur ob wir den kleinen mitnehmen oder nicht, hat uns eine Menge Kopfzerbrechen bereitet. Am Ende haben wir entschieden, das für uns ein Langstreckenflug mit dem kleinen noch nichts ist und Puschel freut sich nun auf eine ganze Woche mit seinem allerbesten Kumpel auf der Welt: Opa.

Danke dafür!

Maria hat mich eben darauf hingewiesen, dass mein WhatsApp-Status eigentlich schon wie ein kleiner Blog ist und das auch der Kleine sich freuen würde, wenn er irgendwann mal mitschreiben kann. Der Blog ist also, vorerst, zurück und wir nehmen euch mit auf unser kleines Abenteuer.

Seit der letzten Reise wohnen wir etwas weiter weg vom Flughafen. Da unser Flieger nach Amsterdam morgen früh um 6 geht, Maria grundsätzlich Angst vorm zu spät kommen hat und ich vor 5 Uhr morgens nicht wirklich zu gebrauchen bin, haben wir uns entschieden, die Nacht bereits am Flughafen zu verbringen (also im Flughafen Hotel, nicht im Terminal, ich bin keine 20 mehr).

Wenn alles läuft, wie es soll, landen wir morgen Abend gegen 19:15 Uhr deutscher Zeit in Seattle, schauen wir mal – in letzter Zeit lief nämlich kein Urlaub so wirklich rund. Aber hey, es soll ja abenteuerlich bleiben ;).

Ostufer die 2te…

Gestern war ein eher ruhigerer Tag.

Als ich mit Puschel zu unserer morgendlichen Runde wollte, regnete es ein wenig. Im Regen sind wir mit dem Kleinen bisher noch nicht raus, aber ich wollte auch nicht drinnen bleiben. Er wurde gerade unruhig und würde Maria wecken. Zum Glück hat die Trage ja eine Wetterabdeckung, also nichts wie raus in die Tropfen. So viele waren es dann auch nicht.

Puschel hat das ganze Super mitgemacht und ist nach einer Weile, wie üblich, selig eingeschlafen. Der Regen wurde später noch etwas stärker, aber das hat nur der Papa abbekommen.

Zurück in der Unterkunft gab es dann zum gemütlichen Frühstück einen lodernden Kamin und wird haben einfach nur viel entspannt. Zum Mittag sind wir dann 1 Stunde in ein Einkaufszentrum gefahren, weil wir Kleinigkeiten brauchten. Das ist der kleine Nachteil an unserem etwas abgeschiedenen Refugium – wenn du was brauchst, hast du es besser dabei.

Heute kam die Sonne heraus. Puschel war so wach und lebendig, dass die Morgenrunde tatsächlich im Kinderwagen stattfand. Auch eine Premiere.

Die Sonne soll man nutzen, also sind wir zum Bahnhof gelaufen und mit dem Zug nach Steeg gefahren und von dort aus den Ostuferweg zurück nach Obertraun gelaufen. Diesmal den Ganzen.

Die insgesamt 10 km vergingen wie im Flug und ja, der Weg ist tatsächlich einfach malerisch. Puschel hat wieder super mitgemacht und wir konnten noch mal so richtig schön genießen.

Wir sind zwar noch bis Dienstag hier und danach bis Freitag in Wertheim, aber ab morgen arbeite ich wieder, nur eben nicht von zu Hause (Termine im Werk und so). Es ist, für dieses Mal, also Zeit, bis bald zu sagen.

Wir sind glücklich, uns für den Trip nach Österreich entschieden zu haben. Die Unterkunft war super, die Gegend umwerfend schön und die Österreicher sind einfach ein angenehmes Volk. Vor allem für den Kleinen und die Mama überschlagen sich hier alle. Vielleicht ein Konzept, das sich auch in Deutschland irgendwann mal durchsetzen könnte.

Wir lesen uns wieder, vermutlich zum Jahresende.

Balkonien mal anders…

Der Mittwoch war für uns mal ein sehr ruhiger Tag. Er begann mit ein wenig Regen und viel rumliegen und mit Puschel spielen.

Am Nachmittag sind wir dann einfach noch ein bisschen von Obertraun den Ostuferweg spazieren gewesen bis zum Bahnhof Hallstatt. Ganz witzige Geschichte: Der Bahnhof Hallstatt liegt Hallstatt gegenüber, auf der anderen Seite des Sees. Von da aus nimmt man dann einfach noch ein Boot.

Der Ostuferweg gilt als einer der schönsten Wanderwege im Salzkammergut. Wir vermuten der Teil den die meinen fängt nach dem Bahnhof an…

Der Donnerstag sollte dann wieder einen Berg und auch etwas Familie bereit halten.

Wir sind am Vormittag nach Ramsau aufgebrochen, in Richtung Dachstein Südwand. Dort angekommen (der letzte Teil der Straße hat ne eigene Maut von 20 €, kriegt man aber erstattet, wenn man die Seilbahn nutzt), haben wir uns Tickets für die Bergbahn geholt. Als wir zur Gondel wollten, wurden wir freundlich – und euphorisch – vom Personal gefragt, ob wir zum Balkon wollen. Hmmm.. Balkon. Joah, kann man machen, Gondel fährt erst in 5 Minuten und wenn die so euphorisch sind, dann ist da bestimmt ne gute Aussicht auf den Berg.

Ja, die Aussicht ist phantastisch! Nur eben anders… „Balkon“ bezeichnet in diesem Fall das Dach der Gondel. Da oben drauf sind ein paar dicke Gitter und dann stehst du da, während das Ding den Berg hochfährt. Großartige Aussicht, aber auch ganz schön gewöhnungsbedürftig… Hut festhalten :-). Puschel hat das wunderbar mitgemacht :-).

Oben angekommen haben wir uns erstmal orientiert und hinüber zum Krippenstein geschaut, auf dem wir ja vor ein paar Tagen waren (habt ihr es gemerkt? Diesmal haben wir den Kinderwagen nicht mitgenommen). Dann sind wir durch den Schnee am Gletscher gestapft und zu einer Hängebrücke, samt „Brücke ins nichts“ gegangen. Mir hat die Hängebrücke gereicht, Ria ist da etwas abenteuerlustiger. Unterwegs mussten wir immer mal wieder warten, ne Gruppe von 13 jährigen hat sich benommen wie ne Gruppe von 5 Jährigen.

Danach ging es in den Eispalast – hier wurde eine Höhle ins Eis gegraben und dort kleine Kunstwerke aus Eis ausgestellt. Kann man machen und ist eh ein Kombiticket mit der Brücke, aber so spannend ist es dann auch nicht. Dann lieber die richtigen Eishöhlen der Gegend.

Aber hey, Puschel hatte seine erste Hängebrücke und seine erste Höhle. Er hat zwar die ganze Zeit geschlafen, aber er war dabei.

Wir sind dann wieder zu Bergstation gewatschelt, denn da kam unsere Verabredung an. Rias Bruder Micha war auch gerade wieder in Österreich. Ihr erinnert euch vielleicht, wir hatten uns im Mai hier getroffen und sind inzwischen recht sicher uns dieses Jahr öfter im Ausland zu treffen, als zu Hause.

Ein recht gutes (Schweine-) Schnitzel und viel Kuscheln mit Onkel Micha für Puschel später, ging es wieder hinunter ins Tal. Für Ria und Micha wieder auf „Balkonien“, für Puschel und mich unten in der Bahn. Noch mehr Aufregung brauchte ich nicht.

Lustigerweise bekommen die Leute immer sehr spät mit das ich „da was im Beutel“ habe und ab ungefähr der Hälfte der Fahrt gab es ein großes Hallo seitens der anderen Mitfahrer für den Kleinen. Nicht wenige waren überzeugt das 10 Wochen schon fast zu spät ist um das Kind an Bergtouren zu gewöhnen und schwören außerdem das das Kind dann mindestens 100 Jahre alt wird. Kurz gesagt: ein kinderliebes Völkchen das sich einfach freut den Kleinen zu bemerken. Der Druck hat ihm bei der Talfahrt kurz zu schaffen gemacht, aber das war ganz schnell wieder vorbei.

Zurück in der Unterkunft sind wir dann alle recht schnell ins Bett gefallen und sitzen nun nach einem sehr späten Frühstück an der Tagesplanung. Es sieht nach ein wenig Wäsche, ein wenig schwimmen, ein wenig Shoppen und vielleicht heute Abend nach dem Kamin aus.

Wo seid ihr eigentlich?

Ist derzeit die häufigste Frage die uns erreicht. Entweder weil ich vorher Links gesandt habe die nicht nach Ferienwohnung aussahen, oder weil ich gestern vielleicht etwas überstürzt ins Thema gesprungen bin.

Nun, wir sind im Dormio Resort in Obertraun, am Hallstätter See. Uns war, mangelnde Restaurant Erfahrung und so, eine eigene Küche wichtig, aber auch ein abgetrenntes Schlafzimmer, damit jeder auch mal einen Rückzugsort hat. Das wir nebenbei Kamin und Sauna direkt integriert haben ist natürlich ein netter Bonus :).

Gestern wollte Maria ja ins Schwimmbad und danach vielleicht noch in die Sauna. Nun, der Schalter für die Sauna ist unglaublich versteckt und sie hatte mir gar nicht gesagt das sie das Ding nicht angeschaltet hat und das Schwimmbad war auch ein Reinfall. 4 Kinder waren irgendwo zwischen Toben und Prügelei und die Erwachsene Begleitperson war nicht wirklich zu mehr als einem „jetzt hört doch mal auf“ im Stande. Dadurch war an entspanntes Schwimmen nicht zu denken und Fuchsi ziemlich genervt. Haben wir aber mit nem schönen Abendbrot wieder hinbekommen und nachher gehe ich vor um zu schauen ob „die Luft rein“ ist.

Heute morgen sind Puschel und ich wieder zum Bäcker gelaufen. Da es nachts geregnet hatte, war der Nebel höher als gestern und man konnte bis Hallstatt über den See sehen, sehr schönes Bild und alles noch recht friedlich.

Nach einem wirklich sehr ausgiebigen Frühstück (auch wenns heute „nur“ nen Butterzopf und keine Lebkuchen dazu gab), sind wir wieder in unsere Wanderschuhe gesprungen und die 5 KM um den See nach Hallstatt gewandert.

Hallstatt ist aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen bei Touristenmassen gerade aus Asien unglaublich beliebt und diese überlasten den Ort in der Saison Tag für Tag. Die etwa 800 Einwohner haben pro Jahr beinahe 20.000 Reisebusse zu verkraften. Man sagt es liegt am pittoresken und historischen Bild, aber eigentlich hat Hallstatt nichts, was St. Wolfgang nicht auch in schöner hätte (gut, auch da kann es gelegentlich recht voll werden). Vor ein paar Jahren hat der Ort also entschieden das Busse mindestens 2 Stunden bleiben müssen – so vermeidet man das ganze Busladungen nur von einem Ende ans andere Latschen, 15 Minuten alles überlasten, wieder weg sind und kein Geld da lassen – gleichzeitig aber nicht mehr als 58 Busse pro Tag kommen können. Man muss sich also anmelden, 80 € pro Bus an die Gemeinde zahlen und zumindest für nen Kaffee reichen tut die Zeit allemal. Ganz schön clever.

Leider hat das jedoch nicht dazu geführt das es lauter hochwertige Restaurants geben würde, die auch im Oktober noch offen haben. Eher stolpert man von Touristenfalle zu Touristenfalle. Wir zum Beispiel saßen in einem Café das mal ein Gemischtwarenladen war, später bestimmt ein großartiges Café und jetzt fertig Krempel anbietet den man in Neukölln beim Späti besser (und mit mehr Freundlichkeit) kriegen würden. Aber gut, Essen im Urlaub war ja noch nie so unser Ding.

Maria hat dann am Imbiss gegenüber noch ein paar wirklich leckere Pommes bekommen – der Rest sah da auch ganz gut aus. Wenn ihr also mal in Hallstatt seid: Der Imbiss zwischen Christuskirche und Anlegestelle „Markt“ ist echt lecker.

Fun fact am Rande: an den Eingängen zum Ort gibt es Hinweisschilder zum gewünschten Verhalten der Touristen. Neben dem üblichen wie Müll und Lärm, wird auch darum gebeten nicht unaufgefordert Privathäuser zu betreten. Menschen…

Zurück nach Obertraun ging es dann mit dem Schiff. Neue Perspektiven, genug gelaufen für 2 Tage und außerdem begann es zu regnen.

Nach einem Mittagsnickerchen sind Puschel und Maria gerade spazieren. Ich suche mir gleich meine Badesachen und habe für heute Abend den Kamin vorbereitet. Das Leben könnte schlimmer sein.

Puscheliges Österreich

Und plötzlich waren wir zu dritt.

Schon bevor Puschel da war stand die Frage im Raum: wo fahren wir als erstes mit ihm hin? Und wann?

Lui sagte dazu mal: Lasst euch einfach Zeit bis es sich richtig anfühlt und dann bucht was, findet sich schon alles. Ja, da hatte sie recht. Danke Lui!

Ich bin ja normalerweise mehr so der „in anderthalb Jahren ist Urlaub, wir sollten jetzt aber wirklich langsam was buchen“ Typ, aber derzeit ist alles ein wenig „anders“ und wir mussten erst sehen wen wir da bekommen und auch selbst erstmal mit ihm ankommen. Sind wir noch nicht so ganz, aber gleichzeitig mussten wir auch einfach mal raus.

Da ich nur eine Woche Urlaub habe und wir mit einem beinahe 10 Wochen alten Kind auch keine weiten Strecken fahren wollten, lag das deutsche Mittelgebirge sehr nahe (oder ähnliches), aber als wir uns vor etwa 14 Tagen entschlossen haben es tatsächlich zu wagen in den Urlaub zu fahren, da waren einfach keine Angebote zu finden die ihr Geld wert gewesen wären und unseren, gefühlten, derzeitigen Bedürfnissen gerecht werden würden. Man könnte auch sagen: die Angebote waren schlecht und teuer.

Die Lösung: dann fahren wir eben doch weiter. Auf nach Österreich.

Gleichzeitig bot das wieder die Möglichkeit bei guten Freunden in Mistelgau zu halten, Zeit mit Ihnen zu verbringen (wie immer zu wenig) und Ihnen den kleinen Zwerg vorzustellen. Das Wetter belohnte uns am Sonntag morgen dann noch mit wundervollem Sonnenschein bei einer kleinen Wanderung den Hausberg hoch, bevor es weiter an unser eigentliches Ziel Obertraun in Österreich ging.

Puschel hat die Fahrt wunderbar mitgemacht und die Stillpausen waren auch merklich kürzer als sie noch vor 3 Wochen gewesen wären. Nur im Auto wickeln ist manchmal echt eng :-).

Gestern Abend kamen wir also in unserer Ferienwohnung an, haben das nötigste Ausgepackt und sind sehr früh ins Bett gefallen.

Damit Maria noch etwas schlafen kann sind Puschel und ich heute morgen los gestiefelt um beim lokalen Bäcker Brötchen zu holen. Süßer kleiner Ort, alles lag noch in einem wunderschönen Nebel und um 7:00 Uhr waren auch erst etwa 20 Asiatische Touristen aus ihrem Bus gefallen (ich vermute die wollten zu einer der Höhlen der Gegend und waren einfach zu früh da). Kurz vorm Bäcker habe ich festgestellt das Puschel an einem Fuß nur noch seine Socke und nicht mehr sein wärmendes Schühchen trägt. Also ging es (Bepackt mit leckeren Brötchen und Lebkuchen) auf dem selben Weg zurück, vorbei am Bahnhof, hinunter zum See und immer dort entlang – und nicht wie geplant bei den Kühen auf dem Rundweg vorbei. Das Schühchen haben wir dabei leider nicht gefunden, dafür aber einen sehr schönen Blick auf den See erhascht. Zurück in der Unterkunft konnten wir dann fröhlich Mami wecken und auch das Schühchen finden. Was man gar nicht angezogen hat, kann man nämlich auch nicht wirklich verlieren.

Das Wetter zeigte sich heute von seiner besten Seite und der Wetterbericht ist recht unstet. Anstatt alle 5 gerade sein zu lassen haben wir uns also entschieden zur 40 Minuten entfernten Seilbahn zu wandern (merke: starte beim nächsten mal Komoot und lass dir nur asphaltierte Wege und unter 25 % Steigung anzeigen wenn du mit dem Kinderwagen unterwegs bist) und zum Krippenstein hoch zu fahren.

Die Seilbahn ist hier in 3 Abschnitte geteilt und wir wollten an das Ende des 2.. Während beim ersten noch alle mitreisenden in der Gondel ganz verzaubert von unserem kleinen Puschel waren, so herrschte im 2. Teil dann eher betretenes Schweigen, das Kind hatte entschieden sich vorzustellen. Laut, deutlich und ausdauernd.

Also eigentlich hatte er einfach nur Hunger. Hatten wir irgendwie auch und so haben wir bei der Bergstation erstmal alle 3 was zu essen bekommen. Das Restaurant da oben kann man tatsächlich empfehlen, ist bei Bergstationen ja nicht unbedingt immer so.

Netter Nebeneffekt auf den mich Maria später hinwies: wir waren tatsächlich das erste mal zu dritt im Restaurant.

Das eigentliche Highlight am Krippenstein (neben den unterschiedlichen Höhlen die wir erstmal nicht mit Kleinkind machen möchten), sind die 5 Finger. Eine Aussichtsplattform auf 5 Glieder aufgeteilt mit herrlichem Blick über Obertraun, Hallstatt und noch viel weiter. Auch den Schaffberg, auf dem wir ja im Mai erst waren, konnten wir von dort sehen. Einfach ein toller Ausblick und viel frische Luft. Nur die Sache mit dem Kinderwagen und den Wegen.. am lustigsten waren die Momente wo der Wagen wieder an irgend nem Stein hängen blieb und nen ordentlichen Ruck in 40 Grad Winkel brauchte um weiterzukommen. Nein Leute, da ist kein Kind drin.. das Trage ich in ner Trage am Bauch. Ja, das ist ein Kind. Nein, ich bin nicht komisch fett :-).

Zurück an der Talstation gab es Kaffee, Kuchen und wieder ne Stillpause (das 2. mal im Restaurant, wenn man es so nennen will) und ab zurück ins Tal, noch ein wenig Nahrungsmittel kaufen.

Nun sind wir zurück in unserer Unterkunft, das Kind pupst fröhlich vor sich hin und Maria wird gleich in die Schwimmhalle gehen. Die Sauna schalten wir auch gleich an, vom ständigen kinddurchdiegegendgeschleppe hat sie nen ordentlichen Muskelkater.

Mal gucken was wir morgen so treiben…